Der FC Bayern ist Meister

Der FC Bayern München ist deutscher Meister! Ganz Deutschland liegt dem Rekordmeister zu Füßen, und Uli Hoeness kann wieder Loblieder auf die “unglaublich gute Arbeit[…]” singen, “die in diesem Jahr geleistet wurde”. Ja, stimmt schon, man hat ja quasi am Anfang der Saison so ca. 5-7 Spiele wahrlich überzeugt. Trotz der Tatsache, dass man sich nach der verkackten letzten Saison auf spielerische Werte konzentriert und sich ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs verstärkt hat (ist ja nicht so, als hätte man einfach den “Easy-Mode” gewählt und für 50 Millionen Euro den kompletten Markt an internationalen Superstars leer gekauft), lief die Saison nicht ganz so, wie man sich das evtl. gewünscht hätte. Zum Ende der Hinserie verspielte man einen 10 Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen Werder Bremen, der über dreiviertel der Hinserie 75% der Stammspieler nicht zur Verfügung hatte, und stand nur dank des besseren Torverhältnisses auf Position 1. Da aber in der Rückserie sämtliche Spitzenmannschaften des Bundesliga nur in einer Sache kostant waren, nämlich darin extrem unkonstant zu sein, wurde man am Ende ziemlich souverän deutscher Meister.

Bayern ist Meister

Aber an was wird man sich aus Bayern-Sicht in dieser Saison erinnern? An unendlich viele Spiele, in denen man grottenschlecht gespielt hat und sich trotzdem irgendwie durchgemogelte, um sich nach dem Spiel als “Spitzenmannschaft” zu feiern, “die auch solche Spiele gewinnt”? Oder denken wir an das Uefa-Cup Viertelfinale gegen Getafe, wo Miro Klose für eine nicht mal besonders gute schauspielerische Leistung eine rote Karte provozierte und man trotzdem gegen zehn Mann an die Wand gespielt wurde, nur um am Ende völlig unverdient und durch das weltbekannte Bayern-Glück ins Halbfinale einzuziehen. Oder das glorreiche DFB-Pokalfinale, in dem man sich vor der Partie innerhalb des Vereins nur nicht einig war, was die Höhe des Sieges anging. Wer erinnert sich nicht an dieses Spiel: In dem Bayern früh zum 1:0 kam, anschließend 90 min inkl. Verlängerung hinten drin stand, Dortmund klar besser war und sich schließlich Luca Toni zum absolut unverdienten Siegtreffer anschießen ließ. Einzig und allein Oliver Kahn war es, dank einer Weltklasse-Parade zu verdanken, dass Bayern in der Verlängerung nicht schon hinten lag. Oder das unvergessene Rückspiel des Uefa-Cup Halbfinals gegen die “Hochkaräter” aus St.Petersburg, in dem man sich schon vor der Partie für das kommende Triple feierte und in den 90 min von einem russischen Team, absolut ohne jeglichen Stars oder Spieler, deren Namen irgendwer vorher schon mal gehört hat, an die Wand gespielt wurde. Das alles waren so unvergessliche Momente, und dafür sagen wir alle: Danke FC Bayern!

Und wenn ich für mich etwas in dieser Saison gelernt habe, dann nur, dass der liebe Gott a) entweder von Uli Hoeness bezahlt wird oder b) ein Bayern-Fan ist – anders kann man sich das alles einfach nicht erklären…

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