Ben X

Grundsätzlich schreibe ich selten über neue Kinofilme, einfach weil mich schon lange nichts mehr aus den Schuhen gehauen hat. Gestern Abend habe ich den Film Ben X gesehen, der besonders für uns Gamer äußerst interessant sein dürfte. Obwohl ich mir auch 24 Stunden danach noch nicht sicher bin, ob der Film nun pro oder contra Computerspiele ist, regt er sehr zum Nachdenken an.

Hier mal die grobe Handlung:

Ben (Greg Timmermans) ist anders. Er lebt in seiner eigenen Welt, in der er in seinem liebsten Onlinespiel ‘Archlord’ Heldentaten besteht. Er spielt es, wann immer er kann und versucht, für die Widrigkeiten des wahren Lebens zu trainieren. Mit seiner Internetgefährtin Scarlite (Laura Verlinden) meistert er alle Herausforderungen und Gefahren, die ihn in der realen Welt überfordern. Der harte Alltag in der Schule ist für den verschlossenen Außenseiter eine tägliche Höllenqual. Immer wieder wird er von seinen Mitschülern gemobbt und tyrannisiert. Ben fasst einen Plan: Er will mit allem Schluss machen. Game Over. Da tritt das Mädchen aus dem Onlinespiel in sein Leben …

In meinen Augen ist Ben X ein großartiger Film: Es geht gar nicht so intensiv um MMOs und dessen Gefahren. Im Mittelpunkt steht eher ein junger Autist, der unserer gnadenlosen Gesellschaft ausgesetzt ist, aufs übelste von seinen Mitschülern gequält wird und nur in seinem Computerspiel er selbst sein kann. Wie gnadenlos Jugendliche/Menschen Individuen gegenüber sein können, die “anders” sind, als sie selbst, habe ich schon häufig genug selbst im Lehreralltag erleben müssen, von daher ist dieser Film äußerst zeitgemäß und authentisch. Ich kann Euch den Film nur wärmstens ans Herz legen.

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