Auf deutschen Straßen

Sind eigentlich nur noch Wahnsinnige auf deutschen Straßen unterwegs? Durch meinen neunmonatigen Aufenthalt in München im Jahre 1997 weiß ich noch, dass die Leute dort total geisteskrank fahren, aber meine Rückfahrt zum Flughafen gestern im Taxi, brachte mich ganz schön ins Schwitzen (ja gut, ich habe auch schon vorher geschwitzt). In München scheint die Straßenverkehrsordnung keine Gültigkeit zu haben: Wer schneller fährt, als alle anderen, hat IMMER Vorfahrt. Da die halbe Innenstadt aus Baustellen besteht, kann man auch anders schwer ermitteln, wer Vorfahrt hat. Grundsätzlich gilt, je rücksichtsloser, desto besser – alle anderen bremsen schon für Dich. Ich weiß nicht, ob es in anderen deutschen Metropolen auch so zugeht, aber wir im Norden, fahren irgendwie weit weniger krank.

Übrigens habe ich gestern Nacht, nachdem ich in Hannover gelandet war und mich in mein Auto gesetzt habe, weitere intensive Gefühle in mir entdeckt. Auf dem Weg von Hannover ins heimische Gronau, wurde mir klar, dass ich schon lange Hassgefühle in mir trage…

1. Ich hasse Drängler. Ab einer gewissen Uhrzeit meinen die Leute scheinbar, sie könnten sich auf den Straßen alles erlauben. Vor allem “Ali Baba”, der sich mit seinen “40 Räubern” in der Disco treffen will, meint, er dürfte mit seinem tiefer gelegten Golf alle aus dem Weg drängeln – wenn ich 100 fahren würde, okay, aber wenn man mit 160 auf der mittleren Spur fährt und links alles frei ist, muss man sich eigentlich nicht auch noch ne Lichthupe reindrücken lassen. Und ich denke jedes Mal darüber nach, einfach mal kurz anzubremsen, um dem kleinen Neanderthaler eine Lektion zu erteilen. Allerdings hat natürlich keiner Bock auf den ganzen Werkstatt-Stress, von daher lässt man es dann doch bleiben. Es gibt außerdem eine Sache, die ich noch um Welten mehr hasse, als die nervigen Drängler – womit wir auch schon bei Punkt 2 wären…

2. Ich hasse LKWs! Und noch wesentlich mehr hasse ich die Moralapostel, die mir meinen Hass gegen LKWs nicht gönnen und mir mit Sätzen, wie “LKWs sind nützlich, ohne sie wären unsere Supermärkte leer”, meinen Hass schmälern wollen. Es ist fast genauso, wie mit den Dränglern: Es war gestern Abend 23 Uhr, ab dieser Zeit meinen “Klaus” und seine Kollegen, sie könnten sich auf den relativ leeren Autobahnen alles erlauben. Wenn man alle zwei Minuten auf die ganz linke Spur ausweichen muss, weil irgendwelche LKWs die anderen beiden Spuren blockieren, kommt mir persönlich die Galle hoch. Wenn solche Leute in irgendwelchen Vox-Dokus dann von der Polizei angehalten werden, kommt immer als Ausrede, dass man irgendwelche Zeitpläne einhalten müsse und deshalb überholt hätte, bzw. das Tempolimit überschritten hätte. Ich meine, es ist, wie beim Ski-Slalom: Rechte Spur ein LKW; mittlere Spur leicht nach vorne versetzt, der nächste LKW; rechte Spur, wieder leicht nach vorne versetzt, der dritte LKW, usw., usw.

Ich meine tagsüber nerven sie schon, aber nachts sind sie unerträglich. Und das Lustigste an der Sache ist ja, dass sie schon davon ausgehen, dass man sie hasst, denn neuerdings hat ja jeder zweite LKW folgenden Satz auf der Kiste stehen: “Ihr wollt leere Autobahnen ohne LKWs? Wollt Ihr auch leere Kühlschränke?”

Ach, haltet doch einfach alle die Fresse und fahrt ganz rechts!

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