Das türkische EM-Wunder

Der Fußballgott hieß am heutigen Abend mal wieder “Allah”: Der türkischen Fußball Nationalmannschaft gelang es heute im dritten Spiel hintereinander, in der Nachspielzeit ein unfassbar wichtiges Tor zu schießen. “Unser” Ivan Klasnic hatte die Kroaten eine Minute vor dem Abpfiff der Verlängerung in Führung gebracht. In der zweiten Minute der Nachspielzeit glichen die Türken durch Semih aus. Und beim anschließenden Elfmeterschießen versagten den Kroaten die Nerven.

In der regulären Spielzeit waren die Kroaten in meinen Augen die deutlich bessere Mannschaft, die aber viel zu wenig aus ihrer Überlegenheit machten. In der Verlängerung wurden den Kroaten dann die Beine müde, und die Türken wurden von Minute zu Minute stärker. Der vermeindliche Siegtreffer der Kroaten nach grobem Fehler von Rüştü war also etwas überraschend, da in der Verlängerung von den Kroaten fast gar nichts mehr zu sehen war. Und ich denke, nach dem Führungstreffer waren die Jungs von Trainer Bilic mit ihren Gedanken schon im Halbfinale. Vom Schock des späten Ausgleichs konnte man sich nicht mehr erholen, wie im Elfmeterschießen deutlich zu merken war.

Bleibt noch der Ausblick aufs Halbfinale am kommenden Mittwoch gegen Deutschland: Viele Leistungsträger der türkischen Mannschaft sind gesperrt. Hinzu kommt, dass das heutige Viertelfinale mal abgesehen von der Schlußphase das langweiligste Spiel dieser EM war, vor allem weil die Türken über weite Strecken des Spiels hinten drinstanden. Auch wenn sie aufopferungsvoll gekämpft haben, sind sie meiner Meinung nach klar der Außenseiter im Spiel gegen Deutschland, was aber, wie man bei dieser EM mehrfach gesehen hat, absolut nichts zu bedeuten hat. Nun heißt es also “Döner gegen Kartoffel”: Alles andere, als ein Finaleinzug wäre aus deutscher Sicht eine große Enttäuschung.

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