7.Spieltag: Stuttgart – Werder 4:1

Heute passierte im Prinzip dasselbe, wie jedes Jahr: Man holte sich seine Klatsche in Stuttgart ab – letztes Jahr 3:6, heute 1:4. Auch die Voraussetzungen waren die gleichen: Werder mit einem guten Lauf, Stuttgart mit schwachen letzten Spielen. Am Ende ließ man sich abschießen und war mit 1:4 am Ende noch gut bedient. Und genau solche Tage, wie heute, sind der Grund, warum Werder auch in dieser Saison nicht deutscher Meister werden wird. Man kann es sich als Spitzenmannschaft weder leisten, sich in jedem dritten Spiel eine Auszeit zu nehmen, noch in jedem Spiel zwei bis vier Tore zu kassieren.

Werder hat das große Problem mit Spielern, wie Diego, Naldo und Pizarro drei Führungsspieler im Team zu haben, die Südamerikaner sind. Ich erkenne in Spielen, wie gegen Gladbach und Stuttgart eine typische südamerikanische Überheblichkeit: “Wir haben Bayern abgeschossen und fast in Mailand gewonnen, also gewinnen wir in Stuttgart von ganz alleine” – heute besonders beim extrem schwachen Pizarro zu erkennen. Man geht in das Spiel rein und lässt Stuttgart völlig ungestört spielen. Es mangelt an allen Ecken und Enden, kein Einsatz, fehlende Einstellung, etc. Man liegt zur Halbzeit 2:0 hinten und hat dabei mehr Glück als Verstand – u.a. klarer Elfmeter für Stuttgart vor der Halbzeit nicht gegeben. Nach der Halbzeit wechselt Schaaf die völlig indisponierten Pizarro und Baumann (der hoffentlich seine letzte Saison spielt) aus und bringt mit Hunt und Sanogo zwei frische Spieler. Und dann passiert das, was immer passiert, wenn man ein Spiel schlecht angefangen hat, man kann, auch wenn man gerne würde, den Schalter nicht mehr umlegen. Stuttgart kontert intelligent und gefährlich. Nach einem Dutzend guter Chancen erzielt der VFB das 3:0. Werder gelingt im Gegenzug durch einen Diego-Freistoß das 1:3. Danach ist es ein Spiel auf ein Tor: Stuttgart beschränkt sich nur noch darauf, den eigenen Kasten sauber zu halten. Werder ist aber, wie gesagt, trotz einer drückenden Überlegenheit ab Mitte der zweiten Halbzeit nicht in der Lage, auch nur einen vernünftigen Angriff rauszuspielen und wird nur noch durch Standard-Situationen gefährlich. Kurz vor Schluss gelingt Stuttgart mit einem letzten, gut vorgetragenen Konter die entgütige Entscheidung.

Fazit: Wie bereits oben erwähnt, wer deutscher Meister werden will, darf sich solche Spiele einfach nicht leisten. Und genau deshalb halte ich Micoud für den besten Bremer Spieler der letzten 20 Jahre. Er war nie überheblich und hat auch gegen vermeidlich schwächere Teams immer seine Leistung gebracht, bzw. das Team nach vorne gepeitscht – trotz seiner lustlosen Ausdrucksweise und Körpersprache. Seit Micoud den SV Werder verlassen und Diego seine Rolle übernommen hat, gibt es in regelmäßigen Abständen immer wieder solche Spiele. So gut Diego auch als Einzelspieler ist, er reißt das Team weder mit, noch geht er in solchen Spielen mit breiter Brust voran.

Ich möchte noch kurz hinzufügen, dass Mertesacker heute auch mal wieder an allen Ecken und Enden fehlte. Es fällt schon auf, dass in den ersten drei Spielen der Saison, als er verletzungsbedingt fehlte, ebenfalls schlecht gespielt wurde. Mertesacker war also weder in Gladbach, noch heute gegen Stuttgart mit dabei. Auch einer der Knackpunkte, denke ich…

Hier alle bisherigen Ergebnisse des 7.Spieltags:

Stuttgart – Werder 4:1
Bayern – Bochum 3:3
Gladbach – Köln 1:2
Leverkusen – Hertha 0:1
Hoffenheim – Frankfurt 2:1
Bielefeld – Karlsruhe 1:2

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