Eklat beim deutschen Fernsehpreis

Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, hat Fernseh-Urgestein und Chef-Kritiker Marcel Reich-Ranicki am Wochenende den deutschen Fernsehpreis abgelehnt. Er sagte dazu wortwörtlich:

Ich habe nicht gewusst, was mich hier erwartet. Ich finde es schlimm, dass ich das hier viele Stunden ertragen musste. Wäre der Preis mit Geld verbunden, hätte ich das Geld zurückgegeben. So kann ich nur diesen Preis zurückgeben.

Wer will es ihm übel nehmen, vor allem anhand der heutzutage in Deutschland produzierten TV-Sendungen. Dazu fällt mir der Donnerstag-Abend auf Pro7 ein, an dem mich meine Frau jede Woche dazu “zwingt”, mit Ihr “Jana Ina und Giovanni – wir bekommen ein Baby” zu gucken. Hat diesen Mist schon mal jemand von Euch gesehen? Allein der Anfang der Serie lässt bei mir jegliche Mageninhalte zu Tage treten: Eine dämlich grinsende Jana Ina guckt übertrieben fröhlich gestellt in die Kamera, während Giovanni kniend vor ihr den “Luca Toni Torjubel” nachahmt, wohlgemerkt an ihrem Baby-Bauch. Und Ihr wundert Euch, dass ich vor lauter Haare-Raufen so eine hohe Stirn habe?

Naja, im Prinzip könnte ich jetzt drei News schreiben, in denen ich Peter Zwegat und co hier ausbreite und über die Qualität des deutschen Fernsehens lamentiere. Aber ich denke, wir sind uns alle einig, dass Qualität mittlerweile dem Reality- und Gossen-TV gewichen ist.

Daher frage ich Euch, seht Ihr die Lage ähnlich, oder hat Reich-Ranicki den Preis zu unrecht abgelehnt?

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