Die MMO-Mafia

In den Niederlanden wurden erstmals zwei Jugendliche aus Leeuwarden von einem Gericht verurteilt, weil sie “virtuelle Güter” – ein Amulett und eine Maske – von einem Spieler in dem Online-Spiel Runescape entwendet haben. Das Bezirksgericht verurteilte die Jugendlichen (14 und 15 Jahre) zu gemeinnütziger Arbeit in Höhe von 160 Stunden und einer Jugendstarfe von zwei Monaten auf Bewährung bzw. 200 Stunden und einer Jugendstrafe von vier Wochen.

Ich muss schon sagen, dass mich diese News zum Schmunzeln gebracht hat. Ich stelle mir gerade vor, wie das wohl in WoW aussehen würde: “Ey, Du hast auf Platte gewürfelt und bist ein Stoffie. Ich stech Dich ab!” oder “Hände hoch, das Tier6 gehört mir!”. Zusätzlich könnte man Banküberfälle auf Gildenbanken planen und anschließend die Accounts den Chinesen übergeben, um ihnen den Vorfall in die Schuhe zu schieben. Naja, schauen wir uns den oben zitierten Fall mal genauer an…

Die beiden Jugendlichen hatten einen 13-Jährigen im September des letzten Jahres gezwungen, mit ihnen nach Hause zu gehen. Dort schlugen sie ihn und bedrohten ihn mit einem Messer – der 13-Jährige sollte die beiden virtuellen Gegenstände, die dieser gewonnen hatte, auf ihr Spielkonto übertragen.

Nach Ansicht des Gerichts sind auch “virtuelle Gegenstände” Güter und damit deren Entwendung Diebstahl. Virtueller Besitz werde mit der Verbreitung der virtuellen Welten immer wichtiger. Die Verteidiger der beiden Jugendlichen hatten argumentiert, dass die virtuellen Gegenstände rechtlich nicht existieren würden.

Wenn also nach Ansicht des Gerichts “virtuelle Gegenstände auch Güter” sind, kann ich mich zurücklehnen und auf den Tag warten, an dem Ninjalooter und Accounthacker endlich in den Knast wandern. Vielen Dank an Magic23 für den Link.

Quelle: Heise Online

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