Headset-Test: Creative vs. Sennheiser

Wie Ihr ja als langjährige Hörer der WoW-Nacht evtl. wisst, arbeite ich seit Jahren mit Plantronics-Headsets und war auch immer zufrieden damit. Sowohl fürs Gaming, als auch für professionellere Ansprüche (WoW-Nacht, Allimania) reicht die Qualität der Plantronics-Headsets aus. Nun stand ja in den letzten Tagen ein intensiver Gaming-Konsum an (“Wrath of the Lichking”-Release), und ich wurde mit dem einzig wirklichen Problem der Plantronics-Headsets konfrontiert: Nach längerem Tragen tun einem recht schnell die Ohren weh. Aufgrund dieser Tatsache und der Neugier, in wie weit sich die Gaming-Headsets in Sachen Qualität und Komfort in den letzten Jahren weiterentwickelt haben, nahm ich mir vor, die “Marktführer” zu testen. Auf diese Idee kam ich durch eine Pressemeldung von Creative Labs, in der das neue Fatal1ty USB Gaming Headset HS-1000 vorgestellt wurde. Im Gegenzug wurde mir das PC 350 von Sennheiser als “das beste Gaming-Headset auf dem Markt” von einem Gildenmate empfohlen. Ich schrieb also beide Firmen an und bat um Rezensions-Exemplare (bevor Ihr wieder flamed: Nein, ich darf sie nicht behalten). Nach zwei Tagen hatte ich beide Headsets vorliegen.

Vorweg: Bei dem HS-1000 von Creative Labs handelt es sich um USB-Headset, während man das PC-350 von Sennheiser per Klingenstecker an seine Soundkarte anschließen muss. Grundsätzlich war ich immer ein großer Fan von USB-Headsets, weil man diese einfach einsteckt, alles sofort ohne Probleme läuft und man auch keine lästigen Störgeräusche hat, wie oft bei den analogen Headsets.

Soundqualität: Die Soundqualität beider Headsets ist überragend, wobei man sagen muss, dass beim HS-1000 von vorne herein die altbewährte X-Fi-Technologie für EAX-Klangeffekte greift. Das bedeutet in der Praxis, dass sowohl Bässe, als auch eine überragende Soundqualität voreingestellt sind. Beim PC-350 muss man solche Einstellungen logischerweise erst über die Soundkarte regeln. Das ist halt der Vorteil eines USB-Headsets, da ist die Soundkarte bereits ins Headset implementiert und man bekommt alles quasi in Bestform vorgesetzt.

Komfort: In Sachen Komfort ist das Sennheiser PC-350 jenseits von allem, was ich bisher in Sachen Gaming-Headsets erlebt habe. Das Headset hat extrem große Hörmuscheln, die das Ohr fast wie ein Kissen komplett einschließen. Dadurch blendet man jegliche Umgebungsgeräusche aus. Darüber hinaus hat das Headset zwei Achsen über den Hörmuscheln, die quasi den Winkel mit der die Muscheln aufliegen genau der Kopfform anpassen. Hat man das Headset auf, hört man nichts anders mehr, abgesehen vom Game-Sound. Das ist natürlich sehr angenehm auf der einen Seite, wenn man sich auf das Spiel konzentrieren möchte. Auf der anderen Seite schneidet man sich quasi komplett von der Außenwelt ab – man hört also weder die Freundin, die einen etwas fragen möchte, noch eine kleine Katze, die gerade die Fensterbank abräumt (Hallo Illidan). Ich würde das Headset in Sachen Tragekomfort mit der Note 1+ bewerten und es mit einer Art “Musikkissen” vergleichen.

Auch das HS-1000 weiß in Sachen Tragekomfort zu überzeugen. Es hat sehr weiche Schaumstoff-Hörmuscheln und kann gut und lange getragen werden.

Mikrofon-Qualität: Besonders für mich ist die Mikrofon-Qualität extrem wichtig. Ich habe große Probleme mit den Mikrofonen vieler Headsets, da mehr oder weniger billige Mikros verarbeitet werden – Ihr kennt das sicher, ganz dünne biegbare Mini-Mikros, bei denen ein Hintergrund-Rauschen vorprogrammiert ist. Und hier liegt in meinen Augen die größte Schwäche des HS-1000 von Creative-Labs: Das Mikro kann über einen Klinkenstecker aus dem Headset rausgezogen werden. Im Prinzip eine schöne Sache, wenn man mal nur Musik hören möchte oder neben dem Zocken evtl. etwas essen will. Leider ist die Qualität des Mikros dadurch nicht besonders hochwertig. Bei mir persönlich war es so, dass sich meine Gildenmates im TS immer wieder darüber beschwerten, dass ich mal laut und mal leise zu verstehen war. Fürs Gaming sind solche “Erscheinungen” evtl. noch zu tolerieren, aber wenn ich mit dem Headset meine Sätze für Allimania einsprechen möchte, geht das einfach überhaupt nicht.

Das Mikrofon des PC-350 von Sennheiser rundet das perfekte Bild des Headsets ab: Man hat hierbei auf ein biegbares Billig-Mikro verzichten und hat statt dessen einen festen und stabilen “Arm” implementiert, der sich allerdings auch hochklappen lässt. Folglich entsteht ein wirklich glasklarer Sound, den meine Gildenmates auf dem TS als “viel besser als jemals zuvor” titulierten.

Zusammenfassung: Es sind beide getesteten Headset wirklich gute Produkte, allerdings heißt der klare Sieger hier mit großen Abstand Sennheiser. Ich habe noch nie mit einem so qualitativ hochwertigen PC-Headset gearbeitet. Allerdings hat soviel Qualität auch seinen Preis: Von anfangs 150 Euro ist der Preis des PC-350 mittlerweile auf ca. 120 Euro gesunken. Das HS-1000 von Creative Labs ist eindeutig preiswerter und liegt bei ca. 50 Euro. Wenn Ihr Euch also richtig was gönnen wollt (evtl. zu Weihnachten), dann legt Euch den Marktführer von Sennheiser zu. Wenn für Euch der Sound das Wichtigste ist und Euch kleine Unregelmäßigkeiten beim Mikro nicht besonders stören, dann kauft Euch für deutlich weniger Geld das HS-1000.

Hier die Links zu beiden Produkten:

Sennheiser PC 350Creative Labs HS-1000

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