Alohas Tale

Aloha, der mir das Video zum letzten Blogeintrag per Mail verlinkt hat, schrieb gerade einen äußerst interessanten Comment zu genau dem beschriebenen Thema. Da ich nicht möchte, dass selbiger bei 150+ Comments untergeht, und ich die Aussage in diesem autobiografischen Post für äußerst erwähnenswert halte, möchte ich ihn an dieser Stelle veröffentlichen:

Zu all den Leuten, die erstmal großartig “FAKE” und “hab den Scheiß sofort ausgemacht” schreien – ich bin 24, habe nen Arsch voll schulden, eben weil ich genauso war. Meine Schwester hatte mich auf dieses Video aufmerksam gemacht und da ich in meinem Umfeld dasselbe Tag für Tag mitbekomme ist es am Ende unwichtig, ob gerade dieses Video gestellt ist. Denn eins ist Tatsache – so geht es in diesem unserem Lande Tag für Tag zu. Ich für meinen Teil habe – nachdem ich vor einem Jahr als Assistant Store Manager bei GameStop gekündigt wurde – endlich wieder richtige Arbeit gefunden, mit der ich mich nicht nur selber versorgen kann, sondern mit der ich auch die Schulden abbezahlen kann. “Richtige Arbeit” werden einige denken. Es ist leider so, dass man bei vielen Jobs und Teilzeitfirmen dermaßen übers Ohr gehauen wird, dass man sich schon fragt, wofür man arbeiten gehen sollte. Ich selber habe diese Sichtweise über Jahre hinweg verabscheut.
Und doch.
Wenn du deine <40 Std. Woche gerrissen hast und dann am Ende mit 100 Euro im Monat dastehst – kein Gläubiger dieser Welt ist mit 5 Euro zufrieden, den Rest braucht man ja zum Leben und das eigentliche Geld geht ans Amt.
Auch hier werden einige denken – moment, das wird doch alles vom Amt berechnet und ich persönlich möchte auch nicht sagen, dass da Fehler gemacht werden.
Nur leider ist es zumindest hier in Bremen so, dass bei den Ämtern oftmals die eine Hand nicht weiß, was die andere macht.
Ich weiß, irgendwann bekomme ich mein jetzt geleistetes Geld wieder (wenn der Anspruch auf die Überzahlung nicht verjährt ist) aber wenn ich in meine löchrigen Taschen sehe frage ich mich zurecht – wozu?
Und diese Sichtweise lässt sich wunderbar auf dieses und andere Video anwenden. Aus der Perspektivlosigkeit wird Verzweiflung und aus Verzweiflung handelt man nicht rational.
Zum Glück konnte ich aus der Spirale entkommen, jedoch gibt es viele da draußen, denen es GENAU SO geht. Und natürlich dient diese Video eher zur Belustigung des “einfacheren” Volkes, so wie mich – aber mehr als den Kopf schütteln und/oder Fassungslos sein kann auch ich nicht.

Interessanter Post, oder? Hierbei wird deutlich, dass es eben doch nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern auch eine Menge “Grauzonen”. Wo wir wieder beim der Frage wären: Wer ist denn nun der Schuldige? Das Individuum oder das System?

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