Lehrer-Einstieg

Mich erreichten in den letzten Tagen eine Menge Mails, in denen Leuten entweder nach meinem Lehrer-Einstieg oder nach meinem “neuen” WoW-Leben fragten. Ich fange heute mal mit meinem Lehrer Dasein an und schreibe in den nächsten Tagen etwas zu WoW: Um ehrlich zu sein, fällt mir der Übergang ziemlich schwer. Nach dem Ende meines Referendariats war ich quasi ein Jahr lang hauptberuflich Webmaster und bin durch Deutschland gereist, um mir eine Menge Schulen anzuschauen – auf der Suche nach der perfekten Stelle.

Auf der einen Seite ist es natürlich toll sein eigener Chef zu sein, auf der anderen Seite hängt man viel zu oft vor dem Rechner. Einer der Vorteile an der Sache war natürlich, dass man ins Bett gehen und aufstehen konnte, wann man wollte. Eine solche Lebensweise macht zwar Spaß, ist aber sicherlich kein gesunder Rhythmus. Momentan habe ich große Probleme, mich an den geregelten Rhythmus zu gewöhnen: Das frühe Aufstehen macht mir sehr zu schaffen. Hinzu kommt, dass ich ein wenig das Gefühl habe, “eingesperrt” zu sein. Man kommt je nach Tag zwischen 13 und 16 Uhr nach Hause, bereitet seinen Unterricht vor, verbringt ein paar Stunden mit der Frau und geht wieder ins Bett. Der ein oder andere von Euch wird diese Phase aus seinem eigenen Leben kennen – vor allem, wenn man nach der Schule ins Arbeitsleben einsteigt.

Was die neue Schule und die neuen Schüler angeht, ist es sicher zu früh, bereits ein Urteil zu fällen. Ich bin natürlich was Schüler angeht sehr verwöhnt durch mein Referendariat. Hinzu kommt, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben mit Hauptschülern arbeite. Größtenteils sind meine Erfahrungen bis jetzt positiv. Aber wie Ihr Euch vorstellen könnt, sind auch einige Leute dabei, die ein bisschen “wild” sind. Ich habe aktuell so ca. 60% Hauptschulklassen und 40% Realschulklassen. Ich muss sagen, dass ich persönlich am liebsten mit den Klassen 5-7 arbeite. Jungen und Mädchen in diesem Alter sind noch zu begeistern. Während die Schüler und Schülerinnen in der Pubertät in meinen Augen ein bisschen anstrengend und zu sehr mit dem “cool sein” beschäftigt sind.

Einen extrem positiven Eindruck habe ich von meinem neuen Kollegium: Alles sehr nette und engagierte Kollegen, die sich nicht zu fein sind, mich als “Neuen” mal an die Hand zu nehmen und mir meinen Einstieg äußerst leicht zu machen. Besonders begeistert bin ich von meinem neuen Schulleiter und dessen Stellvertreter, zu denen ich wohl den besten Draht habe. Mein Schulleiter teilt meine Leidenschaft zu neuen Medien, womit wir quasi auf einer Wellenlänge liegen. Wir haben auch schon große Pläne für die interne Homepage geschmiedet und wollen da evtl. was richtig Spannendes aufbauen.

Im Grunde bin ich mit meinem Einstieg also relativ zufrieden, wenn auch etwas erschöpft. Ich hoffe, dass es mir gelingen wird, mich so schnell wie möglich auf die neue Situation einzustellen, um mich tatkräftig in allen Bereichen einbringen zu können.

Für mich heißt es jetzt noch: Unterricht vorbereiten und dann ab in die “Heia”. Spätestens am Wochenende berichte ich Euch dann von meinen neuen “WoW-Wegen”. Bis dann!

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