CSU: "Computerspiele = Kinderpornografie!"

Als Nordlicht konnte man sich überhaupt noch nie erklären, warum in Bayern irgendwer die CSU wählt. Ich denke, auf viele CSU-Politiker trifft die Bezeichnung “konservativ” schon nicht mehr zu, vielmehr müsste es “weltfremd” heißen. Heute erreichte mich über unser Community-Mitglied Jojo ein Golem-Artikel, der alles Bisherige in den Schatten stellt:

Stigmatisierung der Spielebranche seitens CSU-Politikern nimmt an Schärfe zu

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat in einer Pressemitteilung die Spielebranche auf eine Stufe mit Kinderschändern und Drogendealern gestellt […]

Für Herrmann gilt es als wissenschaftlich klar erwiesen, “dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.” Folglich sieht er in den gewalthaltigen Spielen eine der Ursachen für “die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.” Konkrete Beispiele fehlen.

Mit großer Sorge sieht CSU-Politiker Herrmann auch die Suchtgefahr, die von “derartigen Spielen” ausgeht. Immer mehr Kinder und Jugendliche würden täglich stundenlang in “dieser virtuellen Gewaltwelt” versinken. Für Schule und Ausbildung hätten die Betroffenen keine Zeit mehr und könnten so für die Gesellschaft verloren gehen. “Leider haben viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen”, so Herrmann.

“Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt”, so Herrmann, der damit nicht nur Bayerns Forderungen nach Verboten von gewalthaltigen Spielen erneuert, sondern auch die Produkte der Spielebranche und diese selbst auf eine Ebene mit Kinderpornos und Drogen stellt.

Mal schauen, wann sie in Bayern anfangen, die ersten Computer zu verbrennen, bzw. Computerspielern gelbe Sterne auf die Jacken zu nähen. Ich weiß, dass dieser Vergleich geschmacklos ist, aber wer sich auf so ein Niveau begibt, wie Joachim Hermann es hier tut, hat wahrlich nichts anderes verdient.

Quelle: Golem.de

*Update*

Folgende Ergänzung zu der ganzen Sache erreicht mich gerade:

Bayerns Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann, tritt mit dem heutigen Tage von seinen Ämtern als Minister und Landtagsabgeordneter zurück, berichtet Der Tag. Herrmann zieht daraus die Konsequenz aus seinen stark kritisierten Äußerungen über Computerspieler.

Quelle: Kopfzeilen.de

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