"Killerspiel"-Verbot

In den letzten Tagen, während ich in München war, hat sich viel getan. Hier ein kleiner Überblick:

Die Innenministerkonferenz hat sich auf ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen verständigt. Der Beschluss ist nach Informationen von WELT ONLINE eine Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden. Das Verbot soll so schnell wie möglich umgesetzt werden. Die Innenministerkonferenz (IMK) in Bremerhaven hat sich für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen ausgesprochen. Die Innenminister der 16 Bundesländer sehen es vor dem Hintergrund eines möglichen neuen Amoklaufs als erforderlich an, das Verbot „so schnell wie möglich umzusetzen“.

Ich finde das alles so schwammig! Wo will man die Grenze ziehen? Was ist überhaupt ein “Killerspiel”? In der Gamingszene ist dieses Genre nicht bekannt. Sind Killerspiele Computerspiele, in denen “getötet” wird? Damit müsste man auch World-of-Warcraft und Mario verbieten, denn dort “tötet” man ja schließlich Monster – und das äußerst realistisch. Oder darf man Monster töten?

Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte WELT ONLINE: „Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt.“

Okay, ändert im Grunde nichts an meiner These: Ob ich in virtuellen Welten Monster oder Menschen umniete, ändert das eigentlich nichts an meiner unglaublich gesunkenen Hemmschwelle, oder? Schließlich trainiere ich ja das Töten, und ob ich nun auf meine Maus klicke und mit einem Schwert zuschlage, oder meine Maus klicke und damit eine Waffe auslöse, ist ja im Grunde dasselbe “Tötungstraining”. Ob der Amokläufer von Winnenden vor seiner Tat Mario gespielt hat? Hatte er evtl. sogar eine Wii und hat den “tödlichen Controller” geschwungen?

Warum begreifen “die Politiker” nicht, dass ihre Handlungen kontraproduktiv sind und sie damit genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen. Irgendwann geht überhaupt kein junger Erwachsener mehr wählen, bzw. “wählt Protest”. Ich jedenfalls gehe mangels Alternativen in nächster Zeit nicht mehr Wählen.

In diesem Sinne, hier eine Übersicht zu den vielen Artikeln, die in diesen Tagen zu dem Thema erschienen sind: MSNDie Welt 1Die Welt 2PC GamesGamestarReadmoreSpiegelAreagamesGamersunityStern

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