Fallen des Internets

Community-Mitglied Martin spricht in einer Mail ein in meinen Augen äußerst wichtiges Thema an, mit dem ich vor allem auch in meiner Schule immer wieder konfrontiert werde:

Ich hätte mal ein Thema für dich, das inzwischen zwei Leute aus meiner Familie betrifft und vier aus meiner Klasse: Es ist das Thema Abo-Fallen im Internet. Jetzt denkt sich jeder: “Ich kenne mich im i-Net aus, mir passiert das nicht”. Ich persönlich dachte das auch, bis ich vor 2 Tagen auch “geschnappt” wurde. Es läuft so ab: Du suchst Freeware, klickst das Erstbeste an und gibst deine Daten ein – ist ja heute so üblich. Du stimmst den AGBs zu, klickst auf Anmelden und zack hast du am nächsten Morgen eine Rechnung von mindestens 100 Euro im Briefkasten. Du wirst also in Panik ausbrechen, da in der Mail Fakten vorkommen, wie…

– zusätzliche Mahnkosten.
– Sie haben die AGB, Datenschutzerklärung und den Verzicht auf das Widerrufsrecht akzeptiert.
– sollten Sie bei der Angabe Ihres Geburtsdatums XX.YY.ZZZZ falsche Angaben gemacht haben, liegt ein Betrugsdelikt vor. Eine Strafanzeige behalten wir uns diesbezüglich vor.
-Im Anhang ist ihre Rechnung als PDF-Datei

Nun heißt es Ruhe bewahren, denn diese Firmen können einem gar nichts, siehe : Klick mich

Wer sich das Video nicht anschauen, will hier die wichtigsten Fakten:

– Drohmails von den Firmen ignorieren
– Anwaltsbriefe den Firmen abheften
– bei Androhung auf ein Gerichtsverfahren auch ruhig bleiben, da diese Firmen keine Chance vor Gericht haben
– wenn man Lust dazu hat, von kann man seinen Anwalt ein Brief schreiben lassen (ist aber nicht nötig!)
– bei der Verbraucher-Zentrale anrufen, die werden ihnen diese Fakten noch einmal bestäigen
– und das Wichtigste: NICHT ZAHLEN

Zu meidende Seiten sind z.B.: *softwaresammler *opendownload *winloads *vivians-homepage *schwimmbadspiel *gesichtsanalyse *fabriken.de

Um die ganze Sache noch mal ein bisschen zu ergänzen: Gerade diese unseriösen Downloadportale arbeiten mit der vorgestellten Methode. Sie hauen Massen von Abmahnungen raus und hoffen darauf, dass die Leute eingeschüchtert sind und zahlen. Fakt ist einfach, dass sich die breite Masse in Sachen Internetrecht nicht auskennt und deshalb meint, die Firmen könnten im Recht sein. Also einfach ignorieren und nicht zahlen!

Anders sieht es allerdings aus, wenn Ihr einen Brief von einer Kanzlei bekommt, die Eure IP als Beweis für einen illegalen Download aus dem Netz angibt. Neuerdings gehen viele Musikkünstler gegen die Internet-Tauschbörsen vor und beauftragen Firmen, IPs innerhalb der Tauschbörsen zu ermitteln, um dann die illegalen Uploader abzumahnen. Da dies mittlerweile auch zu einer wahren Abmahnwelle ausgeufert ist, solltet Ihr ebenfalls nicht in Panik verfallen. Größtenteils spekuliert man hierbei auch auf die Unwissenheit und Panik der Leute und hofft auf eine direkte Zahlung. In diesem Fall würde ich dazu raten, erstmal eine modifizierte Unterlassungserklärung zu unterschreiben (leicht im Netz zu bekommen, einfach googeln). Wichtig ist, dass da drin steht, dass Ihr der Unterlassung zwar zustimmt, allerdings kein Schuldeingeständnis abgebt. So nehmt Ihr der Gegenseite die Möglichkeit auf Unterlassung zu klagen, was den Streitwert schon mal massiv nach unten drückt. Die meisten Kanzleien werden sich dann entweder gar nicht mehr oder mit einem wesentlich niedrigeren Angebot bei Euch melden.

Ich hoffe, Martin und ich könnten Euch helfen!

Kategorien
Allgemein
Diskussion
86 Kommentare
Netzwerke