Im Krankenhaus…

Im Grunde mag keiner Krankenhäuser! Auch wenn es ein paar wenige Leute gibt, die sich in der vermeintlich sicheren Umgebung wohlfühlen, ist die breite Masse von Krankenhäusern alles andere als begeistert. Woran liegt das eigentlich? Im Grunde sind Krankenhäuser ja voll von “weißen Helfern”, die sich tagtäglich den Hintern für das Wohl der Menschen aufreißen. Ich für meinen Teil finde die Umschreibung von Joanne Rowling in Harry Potter in Sachen Askaban ganz passend: Ein Ort, wo einem das ganze Glück ausgesaugt wird. Ist vielleicht jetzt etwas drastisch ausgedrückt, trifft aber durchaus zu. Denn im Grunde besucht man ein Krankenhaus ja nur dann, wenn es einem selbst, Freunden oder Verwandten schlecht geht. Ein Krankenhaus bedeutet immer Leid – manchmal mit Happy End, aber auf jeden Fall erstmal Leid.

Wir alle denken von uns, dass wir unsterblich sind. Niemand von uns denkt in jungen Jahren über den Tod nach – warum auch? Wenn wir auf der Autobahn 180 Km/h fahren, denken wir keine Sekunde daran, dass eine falsche Bewegung unser Ableben einleiten könnte. Auch wenn wir jeden Tag in den Nachrichten, Explosiv und co vom Leid anderer Menschen erfahren, kann uns selbst sowas niemals passieren. Ein Krankenhaus-Aufenthalt lässt diese Illusion völlig verschwinden. Ob man will oder nicht, man erkennt relativ schnell, dass man selbst verwundbar ist: Schmerz ist allgegenwärtig. Vor allem aber wird man mit sehr viel Leid um sich herum konfrontiert: Man wacht nachts auf, weil der Zimmer-Nachbar vor Schmerzen stöhnt oder jemand im Nachbarzimmer laut nach Schmerzmitteln brüllt. Die wichtigste Erkenntnis, die man nach einem Krankenhaus-Aufenthalt mit nach Hause nimmt, ist die Tatsache, wie gut es einem eigentlich geht. Von Tag 1 an sehnt man sich nach seinem “normalen Leben” und wünscht sich, einfach gesund zu sein und zu Hause auf seinem Sofa zu liegen.

Ihr denkt Euch jetzt wahrscheinlich: Was regt sich der Typ so auf, der hatte doch nur eine harmlose Gallenblasen-OP! Leute, ich sags Euch ganz ehrlich: Es gibt keine harmlosen OPs! Natürlich sagt einem jeder vorher, dass so eine OP ein einfacher Routine-Eingriff sei und wie schnell und unkompliziert das alles abläuft. Vielleicht bin ich deshalb ein bisschen zu naiv ins Krankenhaus gefahren. “Merkst ja eh nichts davon”, habe ich mir immer wieder gesagt. Das eines ganz klar ist: Eine Operation bedeutet IMMER Schmerzen. Natürlich geht es bei einer Blinddarm oder Gallen-OP wesentlich schneller und man ist nach 5-6 Tagen (wenn alles gut läuft) wieder zu Hause, aber denkt nicht, das wäre ein Kurzurlaub mit netter Bedienung. Ich hatte in den letzten fünf Tagen mehr Schmerzen, als in den letzten drei Jahren zusammen. Die ersten zwei Tage nach der OP waren schon sehr anstrengend. Egal, wie man sich im Bett hinlegt, man hat Schmerzen. Bei einer Erkältung oder einer Grippe, legt man sich einfach ins Bett und schläft sich gesund. Das funktioniert nach einer OP leider nicht. Ich habe in den ersten zwei Nächten zusammen vielleicht 4-5 Stunden Halbschlaf genossen. Und es sind nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Tatsache, dass man viel CO2 im Körper hat (das wird einem während der OP in den Unterleib gepumpt, damit die Ärzte besser an die Organe rankommen). Dies wiederum führt dazu, dass Du einen ständigen Drück verspürst und nicht tief durchatmen kannst. Und trotz dieser ganzen Schmerzen und Problemchen, mit denen Du zu kämpfen hast, kommst Du Dir ständig total lächerlich vor, weil gerade jemand eingeliefert wurde, der eine lebensbedrohliche Verletzung erlitten hat.

Jetzt bin ich jedenfalls zum Glück wieder zu Hause: Das Essen schmeckt besser, als sonst, meine Frau sieht noch schöner aus, als sonst, und meine Katzen freuen sich, dass ich sie wieder verwöhnen kann. Ich sags Euch, liebe Community, so ein Krankenhaus-Aufenthalt holt einen echt wieder auf den Boden zurück und man weiß das, was man hat, wieder wesentlich mehr zu schätzen. Von daher hake ich die ganze Sache mal als wertvolle Erfahrung ab und erfreue mich an meinem Leben. Und grundsätzlich sollte man wirklich nach dem Motto leben: Es könnte immer schlimmer sein! Denn selbst wenn es einem gerade dreckig geht, es gibt immer jemanden, dem es gerade noch beschissener geht, als Euch. Amen!

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