Brüno: Borat in schlecht?

Mit Borat ist Sacha Baron Cohen etwas gelungen, was in dieser Form im Kino bis dahin noch nicht gab: Er erschuf einen durchaus sympatischen Höhlenmenschen, der einen ganzen Film lang über provokante Fragen und Handlungen die sozialen Normen und Werte der Interviewpartner offenlegte und so das prüde und rassistische Amerika perfekt aufs Korn nahm. Trotz der Tatsache, dass bei Borat zumindest die Hälfte der Darsteller aus Schauspielern bestand, wirkte es stets natürlich und kein bisschen aufgesetzt. Eben aus diesem Grund gewann Cohen für seine Darstellung in Borat 2007 den Golden Globe als bester Hauptdarsteller im Bereich Komödie/Musical.

Und genau hier liegt meiner Meinung nach der große Unterschied zum neuen Cohan Film Brüno: Er wirkt extrem aufgesetzt und künstlich. Versteht mich nicht falsch, Brüno ist ein guter Film, auch hier gab es einige Highlights, die mich aus dem Sitz gehauen haben, allerdings erreicht der Film zu keinem Zeitpunkt den Charme von Borat. Die natürliche, fast ungewollte Komik, die Borat so perfekt transportierte, fehlt in Brüno völlig. Dass man in der US-Army evtl. nicht begeistert ist, wenn ein Homosexueller dort aufläuft, ist für jeden bereits ab der ersten Sekunde offensichtlich. Auch wenn es Cohan ab und zu gelingt, Momente zu schaffen, die einen vor Lachen aufschreien lassen, ist Brüno für mich ein relativ schwacher Borat-Nachfolger. Wenn man ganz hart mit Cohan ins Gericht geht, kann man Brüno sogar als Borat 2 bezeichnen – mit neuer Optik, aber fast schon krampfhaft gleichem Konzept, was mit der dargestellten Figur leider nicht so funktioniert, wie im ersten Teil.

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