Fristlose Kündigung wegen 0,014 Cent

Wenn man einen Grund sucht, jemanden zu entlassen, findet man als Arbeitgeber eigentlich immer irgendwas. Nur manchmal sind die Gründe so dämlich, dass jedem neutralen Menschen sofort klar wird, dass man hier gezielt jemanden rausschmeißen wollte. Beispiel gefällig?

Weil Mohammed Sheikh an seinem Arbeitsplatz sein Handy aufgeladen hatte, hat seine Firma ihn fristlos entlassen. Die Kosten des Stroms: 0,00014 Euro.

Kein Vergehen zu gering, kein Gegenstand zu banal: Wieder sorgt ein Kündigungsprozess für Aufsehen, gegen den der Emmely-Prozess um gestohlene Pfandbons im Wert von 1,30 Euro oder der um ein weggeworfenes Kinderbett geradezu wie Kapitalverbrechen wirken.

Diesmal geht es um umgerechnet 0,014 Cent. Diese stolze Summe, das hat ein Fachingenieur errechnet, verschlingt eine Akku-Ladung für ein leeres Handy an Strom. 0,014 Cent, das sind ganze 0,00014 Euro. Wollte ein Mitarbeiter seiner Firma einen ganzen Euro an Stromkosten “klauen”, müsste er jahrelang jeden Arbeitstag sein Handy aufladen.

Irgendwie erinnert mich der Begriff “Stromklau” an das Wort “Samenraub”, welches Boris Becker damals geprägt hat. Anyway, ich weiß gar nicht, was man dazu noch großartig sagen soll. Mich beschleicht der Eindruck, dass man hier eindeutig jemanden abservieren wollte, andernfalls müsste man wohl einfach die Steckdosen einmauern…

Danke an Chico11mbit für den Link.

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