Der Computer ist mein Tempel

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, habe ich einige bewegte Tage hinter mir. Es ist schon lustig, wie schnell man “Rampage geht”, wenn mit dem geliebten Rechner mal etwas nicht stimmt. Um nicht sofort “ins kalte Wasser zu springen”, habe ich meine neuen Rechner erstmal als Zweitrechner aufgebaut und ganz langsam ein Programm nach dem anderen installiert. Dabei habe ich die voreingestellten Daten von meinem alten Rechner mit Hilfe der Vista-Anwendungsdateien rüberkopiert. Dies hat den Vorteil, dass einem die lästigen Voreinstellungen bewährter Programme erspart bleiben. Klingt alles ganz chillig, oder? Naja, nicht so ganz…

Ich mag es eigentlich gar nicht erzählen, weil ich mir dann wieder anhören darf, was ich für ein Newb bin und wie jemand wie ich denn Informatik unterrichten darf. Folgendes ereignete sich gestern Abend…

– ich plane, mein Thunderbird aka Mail-Programm auf meinen neuen Rechner zu transferieren. Dabei sehe ich, dass es scheinbar eine komplett neue Version gibt: Ich benutze 2.xx.xx und die 3er-Version ist schon lange erschienen.

– Ich sauge mir die neue Thunderbird 3er-Version und will sie, ähnlich wie damals beim Firefox ganz gechillt über die alte 2er-Version installieren.

– Ich starte die neue Version und merke, dass weder das Programm ordentlich läuft, noch das meine Mails und Ordner angezeigt werden.

– Ich bekomme einen ersten Anflug von Panik und schaue in die System-Ordner und die Mail-DBs.

– Ich merke, dass die alten Daten der 2er-Version scheinbar nicht mit der neuen Version kompatibel sind, also installiere ich die alte Software wieder.

– Die alte 2er-Version von Thunderbird lässt sich nicht starten. Erst als ich die Archiv- und DB-Ordner lösche, startet das Programm. Scheinbar hat die neue Software die Files umgeschrieben.

– Ich versuche alles über die gute alte Systemwiederherstellung zurückzubekommen. Nach dem Neu-Booten sind zwei Version von Thunderbird installiert, beide lassen sich nicht öffnen.

– Auch mehrfaches Neu- und Deinstallieren beider Version bringt keinen Erfolg.

– Als mir klar wird, dass ich den Sicherungsordner meines Mail-Archivs vor einigen Stunden gelöscht habe (brauchte man ja nicht mehr, geht ja eh alles bald rüber zum neuen Rechner), drehe ich völlig durch und fange an, Klebstoff zu schnüffeln.

Lange Rede, kurzer Sinn: ALLE meine Mails und Kontakte sind weg – zum Glück habe ich die wichtigsten Sachen in Text-Dateien fernab vom Mail-Programm gespeichert. Ich nutzte die Gelegenheit und habe viele alte “Archiv-Leichen” auf dem neuen Rechner mal komplett neu aufgesetzt. Ich hatte beispielsweise eine wirklich uralte IRC-Version auf meinem Rechner, die immer nur so halb auf Vista lief. Man schleppt sowas immer mit, weil man einfach keinen Bock hat, alles neu aufzusetzen und die alten Logs ja irgendwann noch mal nützlich sein könnten.

Schon komisch, was der Mensch für ein Gewohnheitstier ist. Mir ist gerade beim Einrichten meines neuen Rechners extrem aufgefallen, dass man immer und überall versucht, wirklich alles haargenau so hinzukriegen, wie man es kennt. Bei der kleinsten Veränderung, fühlt man sich irgendwie nicht richtig wohl. Wie lange ich an Windows 7 “rumgefingert” habe, damit es ja genau so aussieht und bedienbar ist, wie mein “altes” Vista, unglaublich – wobei gerade in Sachen Menüführung viele Bereiche und Features wesentlich innovativer und besser sind, als bei XP und Vista. W7 macht generell bisher einen schnellen und stabilen Eindruck. Wobei ich mich ganz ehrlich gesagt immer noch ein bisschen “verarscht” fühle. Wenn man schon den “Vista-Betatest” weiterführt/weiterentwickelt, wieso muss ich dann für zwei Betriebssysteme, die sich gefühlt nicht so arg unterscheiden, zwei Mal teure Lizenzen erwerben?

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