Der Fall Diego Özil

Als Werder-Fan kommt man sich schon irgendwie blöd vor: Endlich hat das ganze Wechsel-Hickhack vom Diego ein Ende gefunden, geht es mit Mesut Özil wieder von vorne los. Es scheint fast so, als wäre es für Werder kontraproduktiv, einen Leistungsträger wie Özil im Team zu haben. Auch wenn es bei Diego abgestritten wurde, schlug sich das ständige Wechsel-Theater immer mal wieder auf die Leistung des Team nieder. Ich kann mich auch an den peinlichen Abgang von Klose aus Bremen erinnern, der in den letzten Spielen bei Werder sichtlich andere Dinge im Kopf hatte, als für Werder seine Leistung zu bringen.

Für Werder wäre ein weiterer Umbruch, wie er jetzt nach der Ära Diego erfolgreich vollzogen wurde, sportlich gesehen eine ziemliche Katastrophe. Und um dies zu verhindern, versucht Allofs momentan alles, um den Vertrag mit Özil so schnell wie möglich zu verlängern. Wie sein Abgang aus Schalke “damals” gezeigt hat, ist Özil entweder extrem gierig in Sachen Gehalt oder hat einfach nur Berater, die gerne ordentlich abkassieren möchten. Werder hat sein Angebot auf 3 Millionen Euro Jahresgehalt erhöht. Da sein Vertrag allerdings 2011 ausläuft und er dann ablösefrei wechseln könnte, würde sich ein solcher Schritt deutlich auf sein Gehalt auswirken. Dazu schreibt ein User bei Sport1.de:

…geht er 2011 ablösefrei und schraubt sein Gehalt auf ein Fünffaches vom Jetzigen. Die 3 Mio. aus Bremen sind dann nur noch lächerlich. Wenn´s ihm wirklich nur um Kohle ginge, ist das der einzig richtige Weg.

Hinzu kommt, dass durch die gute Vorrunde von Özil viele europäische Topklubs auf ihn aufmerksam geworden sind. Wenn Ribery die Bayern verlässt, rieche ich auch ein Angebot aus München. Auch dazu schreibt jemand auf Sport1.de einen, wie ich finde sinnigen Beitrag:

In Bayern wird er untergehen – das haben die letzten 30 Jahre doch eindeutig gezeigt. Top-Leute von anderen Vereinen kaufen und dann im VIP-Bereich Kaffee kochen lassen – typisch Bayern. Mia san mia….wenn ich das schon höre !

Die Verantwortlichen von Werder hingegen argumentiert im Prinzip wie immer:

Özil braucht Zeit, um besser zu werden. Die bekommt er am besten bei uns (Thomas Schaaf, Weser Kurier)

Eigentlich ist dies auch die einzige Trumpfkarte, die Werder den Topvereinen im Ausland (oder Bayern) entgegenzusetzen hat: In Bremen kann man sich gut entwickeln, das ist allgemein bekannt. Aber was ist, wenn man bereits ein Weltklassespieler ist?

Fragen über Fragen! Ich persönlich rechne damit, dass Özil nach dieser Saison gehen wird. Wenn er eine halbwegs gute WM spielt, wovon ich ausgehe, dann ist so ein Mann einfach nicht zu halten. Dankbarkeit, dass wir ihm bei uns eine Chance gegeben haben, als ihn keiner mehr wollte, sowas gibt es im Profi-Fußball heutzutage nicht mehr. Es bleibt uns wohl einfach nichts anderes übrig, als auch nach der relativ kurzen Ära Özil wieder einen jungen Superstar zu entdecken, ihn groß zu machen, um ihn dann an einen größeren Klub abzugeben. Deja vu?

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