Dancing Auschwitz

In der aktuellen Spiegel Ausgabe 32 vom 09.08.2010 ist ein zweiseitiger Bericht mit dem Titel “Seht her, ich lebe!” über den Herren Adam Kohn (89), welcher das Vernichtungslager-Auschwitz im Zweiten Weltkrieg überlebt hat und nun sein Überleben mit einem Video auf YouTube “feiert”.

Überzeugt von seiner Tochter, Jane Korman (55), reiste Kohn aus Australien nach Europa und besuchte das ehemalige KZ-Auschwitz, welches heute als Museum und Gedenkstätte fungiert. Auf dem Gelände des KZs tanzen Kohn und seine Familienmitglieder zu dem Superhit “I Will Survive” gesungen von Gloria Gaynor. Der Artikel trägt die Einleitung:

“Er hat Auschwitz überlebt und feiert das jetzt mit einem Video: Adam Kohn tanzt auf dem KZ-Gelände zu dem Disco-Hit ‘I Will Survive’. Seitdem ist der Greis ein Star.”

Der Spiegel Artikel beschäftigt sich nun mit den fragen, ob eine solche Darstellung ein Tabubruch, eine Provokation oder eine kluge Antwort darstellt. Kohn selbst sieht das Video und seine Rückkehr zu dem Ort, an welchem bis zu 70.000 Menschen umgebracht worden sind, als einen Triumph “mit seinen Enkeln dort zu tanzen, wo seine Mutter ermordet wurde”, wie der Spiegel schreibt.

Darf man als ehemaliger Auschwitz-Häftling sowas machen, oder ist das den Opfern gegenüber respektlos? Provozierend, geschmacklos oder einfach nur witzig – was meint Ihr?

Danke an Fabian für den Link!

Diskussion
229 Kommentare
Netzwerke