Der Sinn des Lebens

Lasset uns preisen den Herrn: Du bist so groß und mächtig, so absolut riesig und gewaltig. Donnerlittchen, wir sind alle mächtig beeindruckt hier unten. Also ehrlich, das kann ich dir sagen. Vergieb uns, oh Herr, für diese unsere schreckliche Arschkriecherei. Aber du bist ja so stark. Lass es mich einfach kurz sagen: Super! (Der Sinn des Lebens, Monty Python)

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich langsam alt werde, aber ich denke in letzter Zeit, auf dem Klo und/oder auf dem Weg zur Arbeit des Öfteren über den Sinn des Lebens nach. Dabei bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Sinn des Lebens für jeden Menschen darin besteht, für sich selbst zu entscheiden, was ihm wichtig im Leben ist und was ihn selbst glücklich macht. Für manche Menschen ist es im Leben wichtig, nach Geld und Macht zu streben. Andere Menschen wiederum finden ihre Erlösung darin, Anderen zu helfen und sich für diese aufzuopfern. Ich denke allerdings, dass es bei der breiten Masse durchaus fließende Übergänge gibt und keine klaren Stereotypen.

Aber was macht mich glücklich und was ist für mich der Sinn des Lebens? Für mich sind viel Geld und große Macht nicht besonders erstrebenswert. Versteht mich nicht falsch, ich bin jetzt niemand, dem es große Freude bereiten würde, in Afrika in Armut zu leben und Aufbauhilfe zu leisten. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich selbst einen gewissen Lebensstandard benötige, um glücklich zu sein. Und was haben wir durch Spiderman gelernt: Große Macht bringt auch immer große Verantwortung – zumindest moralisch gesehen. Ehrlich gesagt auch nichts für mich.

Mir fällt immer wieder auf, dass die Menschen immer nach großen Dingen streben und oft nicht mit dem zufrieden sind, was sie haben. Auf der einen Seite ist dies sicher ein Antrieb, selbst über sich hinauszuwachsen, auf der anderen Seite muss man einfach auch lernen, für das dankbar zu sein, was man hat. Und mir fällt in meinem Alltag immer wieder auf, dass viele Menschen das nicht können. Ich muss ein größeres Auto haben, eine hübschere Freundin und einen besseren Job! Ich weiß nicht genau, ob es eine Stärke oder Schwäche ist, aber ich bin sehr glücklich und zufrieden mit all dem, was ich habe. Je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, was ich eigentlich für ein Glück habe und wie sehr mich das Schicksal beschenkt hat.

Viele Menschen unterliegen in ihrer Lebenszeit einem unglaublichen Druck. Ich höre immer wieder von Menschen den Satz: “Ich muss etwas schaffen, damit sich die Menschen an mich erinnern”. Und ich denke bei mir immer: Junge, genieß doch einfach Dein Leben und schau nicht auf die Anderen! Denn seien wir mal ehrlich: Was weiß man denn über die ganz großen Männer der Geschichte? Was weiß man über einen Albert Einstein? Er hat die Relativitätstheorie entwickelt! Okay gut, und was noch? Er ist einmal in der Schule sitzen geblieben! Wow, spannend! Noch was? Hmmm, eigentlich nicht. Man erinnert sich selbst bei berühmten Männern nur an das, was sie besonderes geleistet haben, nicht an die Menschen, die dahinter standen. Also was bringt es mir dann als Individuum? Viel wichtiger ist es doch, dass man das Leben der Menschen, die man liebt, bereichert. Was habe ich denn davon, dass sich irgendwelche Fremden an mich erinnern, wenn ich dafür die Menschen um mich herum vernachlässige oder enttäusche? Denn nur sie werden sich auch wirklich an mich als Mensch erinnern.

Jeder muss sein Leben nach seinen Vorstellungen gestalten. Ich verurteile niemanden, der sich für seinen Beruf aufopfert – zumindest nicht, wenn ihn ein solches Leben glücklich macht. Ich kann Euch nur mitteilen, worin ich meine Erfüllung finde. Für mich persönlich besteht der Sinn der Lebens darin, zum einen selbst ein glückliches Leben zu führen und zum anderen das Leben meiner Mitmenschen zu bereichern und ihnen Freude zu bringen. Wenn ich eines Tages vor der Himmelspforte stehe, möchte ich auf mein Leben zurückschauen und sagen können: “Hey, was war das für ein tolles Leben. Ich habe wirklich gelebt und das getan, was mir auf der Welt am meisten Freude bereitet hat. Und damit habe ich es trotzdem geschafft, meiner Familie, meinen Freunden und evtl. auch anderen Menschen ebenfalls Freude und Glück zu bereiten”.

Und genau deshalb mache ich auch so viele Sachen im Netz: Zum einen, um mich selbst kreativ auszutoben (eben, weil es mir Spaß macht), und zum anderen weil ich gerne anderen Menschen Freude bereite. Es klingt jetzt vielleicht ein wenig überheblich, aber ich bilde mir ein, dass ich in meiner bisherigen “Internet-Karriere” den Menschen viele schöne Stunden bereitet habe. Und genau deshalb, ist es für mich das höchste Lob, wenn ich Leserbriefe, wie beispielsweise diesen hier von Euch bekomme:

Die Mail hab ich einfach mal geschrieben, weil ich mich bei dir bedanken wollte. Bedanken dafür, dass du mit deinen Projekten mir unglaublich viel Freude und Spaß bereitet hast in meiner Jugend. Bislang war es mir nie in der Form bewusst. aber jetzt wo ich mal drüber nachdenke wird mir erst klar wie sehr mir wow szene und die wow nacht ans herz gewachsen ist. Ich hab  nach einem Jahr Abstinenz wieder einmal WoW gespielt und merkte, dass WoW spielen ohne WoW Nacht nicht möglich ist. Also direkt die neuste WoW Nacht laden. Das war schon eine Umstellung neue Leute, völlig unbekannte Inhalte aber irgendwo doch der alte charme. Natürlich ist es unmöglich den besagten Charme von damals zurückzuholen, doch fühlt man sich direkt wieder zuhause. Zuhause wie vor zwei oder drei Jahren während  der Blüte dieser Sendung. Du hast mit Allimania, der WoW Nacht, WoW-Szene (Wo ich noch heute stolz bin kurz Mitarbeiter gewesen zu sein), den unzähligen Ingame Events, den Wc3 Casts, Bam Stevinho und zuletzts GT Projekte für die Ewigkeit geschaffen. Dich nicht als Community Legende zu bezeichnen wäre Blasphemie. Und nein ich bin kein Fanboy, ich will kein Geld und auch kein Sex von dir, nein ich will dich einmal dafür loben was du geschaffen hast. Selten hatte ich ein so emotionales Nostalgie-Erlebnis wie beim hören der legendären Grill-Session-WoW Nacht und beim begleitenden spielen von WoW gehabt. Heute gesehen wohl die witzigste WoW Nacht aller Zeiten, damals einfach Genial. Vielen dank für deine Arbeit, ich bin beeindruckter als je zuvor.

Nett, oder? Sowas geht natürlich runter wie Öl. Und dabei geht es mir eben nicht darum, dass sich die Menschen an mich erinnern werden. Machen wir uns nichts vor: Wenn ich morgen bei einem Autounfall ums Leben komme, haben mich in dieser schnelllebigen Zeit die Menschen in spätestens sechs Wochen vergessen. Aber es geht darum, dass ich in meiner Lebenszeit den Menschen Freude bereitet und mein Leben nach meinen Vorstellungen gelebt habe. Wie heißt es so schön: Carpe diem, nutze den Tag!

Und einen kleinen Zusatz möchte ich noch anmerken: Ich weiß, dass in vielen von Euch jetzt evtl. wieder Schuldgefühle hochkommen, weil sie vielleicht zu viel vor dem Rechner sitzen. Ich weiß das, weil ich dieses Päckchen ebenfalls Jahre lang mit mir herumgetragen habe. Carpe diem bedeutet NICHT, dass Ihr das tun müsst, was andere Menschen von Euch erwartet oder was eigentlich richtig wäre. Carpe diem bedeutet, dass Ihr den Tag nach EUREM Ermessen nutzen sollt. Und ob das das Lesen eines guten Buchs ist oder ein Raid in WoW, ist und bleibt Eure Entscheidung – und nur, weil uns die Medien suggerieren wollen, dass dies etwas schlechtes ist, heißt das nicht, dass Ihr Euch dafür schämen müsst. Wie heißt es so schön: Vergeude Deine Jugend, dafür ist sie da! Solange Ihr Eure Freunde dafür nicht vernachlässigt, habt Ihr meinen Segen (den Ihr natürlich nicht braucht). Übrigens so ein bisschen Lernen und/oder Studieren schadet auch nichts 😉

Abschließend die große Frage, die Ihr wahrscheinlich schon erwartet habt: Worin liegt für Euch der Sinn des Lebens?

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