Urlaubs-Geschichten

Leute, Ihr glaubt nicht, was ich für einen tollen Tag hatte. Bevor ich Euch näher davon berichte, möchte ich kurz über meinen Trainings-Auftakt beim Golfclub Fleesensee erzählen: Ich komme da rein, der Coach analysiert meinen Schwung mit einem Kamera-System, und es stellt sich heraus, dass ich einen falschen Griff habe, mein Schwung komplett daneben ist und ich im Prinzip _einfach alles_ falsch mache. Ich muss ehrlich sagen, dass ich so ein Gerät überhaupt nicht kannte. Es ist total spannend, sich selbst mal beim Schlagen zu sehen, dazu analysiert der Rechner genau, wo meine Schwächen liegen. Meinen Coach für den Kurs hier hat nur eine Sache stark an mir beeindruckt: Dass ich es mit dieser verkacken Technik geschafft habe, so schnell so “gut” zu spielen. Ich fragte mich heute den gesamten Tag, wofür ich eigentlich so viel Kohle zu Hause ausgegeben habe, wenn mein Trainer irgendwie gar nichts ordentlich korrigiert hat und mich in dem Glauben lässt, ich wäre für die nächsten Jahre der größte Gegner von Tiger Woods. Mit dem neuen Griff, dem neuen Schwung und dem Abknicken des Handgelenks am höchsten Punkt der Ausholbewegung, habe ich unendlich mehr Kontrolle über die geschlagenen Bälle – sogar mein Slice mit dem Driver ist fast weg. Und das nach _EINEM_ Tag! Da fragt man sich doch, ob der Heim-Coach den Beruf verfehlt hat!

Wir haben hier ein spezielles Sonderangebot gebucht – ein 4,5 Sterne Hotel. Hier ist einfach alles “gehobene Klasse” – leider auch die anderen Gäste (nur Snobs hier). Ich hatte heute eine tolle Massage, habe hier im hauseigenen Fitnessraum ordentlich Kalorien verbrannt, und das Essen hier ist einfach der oberhammer. Es gibt jeden Abend ein Drei-Gänge-Menü – ganz ehrlich Leute, ich habe noch nie so gut gegessen! Wenn hier nur nicht so viele Leute wären, die nen “Stock im Arsch” hätten…

Ansonsten bleibt noch anzumerken, dass sich das “Land Fleesensee” im Osten befindet (Mecklenburg-Vorpommern). Wir waren heute mal in Waren (Müritz), und ich muss sagen, dass _hier_ viele der Vorurteile, die man als “Wessi” über den Osten hat, durchaus zutreffen. Schon auf dem Weg nach Fleesensee fiel uns auf, dass es hier viele wirklich runtergekommene Dörfer gibt. Ich habe noch nie so viele kaputte Häuser und Straßen gesehen. Ansonsten laufen einem auch viele “Glatzen” über den Weg, die alles andere als aufgeschlossen gegenüber “Wessis” sind. Mich hat heute, trotz grüner Ampel, fast einer überfahren. Anstatt sich zu entschuldigen, grinste er mich nur dumm an – vielleicht, weil ich dunkle Haare und Bart habe. Komische Leute sind das.

Man muss sich als 0815-Wessi also ständig die Frage stellen, was einem lieber ist: Die ganzen Golf-Spiesser im Hotel oder die einheimischen Glatzen? Natürlich übertreibe ich hier stark, denn in beiden “Gruppen” gibt es zum Glück auch normale Menschen.

In diesem Sinne, ich freue mich schon auf Morgen!

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