Fußball-Söldnertum

Wie ich bereits im letzten Podcast sagte, werde ich momentan von tollen und spannenden Leserbriefen verwöhnt. Manche davon sprechen wirklich interessante Themen an. Community-Mitglied Fabsi zum Beispiel schreibt sich in seinem Leserbrief den Frust in Sachen “Einstellung vieler Fußballer” von der Seele. Ich finde das Thema höchst interessant und zum Start der Rückrunde auch durchaus passend. Wie seht Ihr die Sache?

Ich schreibe dir, nachdem ich einen Artikel bei Kicker.de zum Thema „Van Nistelrooy“ gelesen habe, und anscheinend wird es ja im Moment zu so etwas wie einem Hobby von Spielern ihren Verein hängen zu lassen und ihre Wechsel in das Ausland quasi zu erzwingen. Betrachtet man sich z.B mal den Fall „Ba“, welcher einfach gestreikt hat, mit der festen Absicht seinen Wechsel zu erzwingen. Gerade eine Mannschaft wie Hoffenheim, welche ja sowieso nur aus Legionären besteht, sollte sich ja eigentlich nicht wundern, dass gerade solche Spieler, die eben nur zusammengekauft sind und keine Feste Bindung zu einem Verein haben, solche “Späße” abziehen. Nun kann man sicherlich sagen, dass Hopp und Hoffenheim nun an den Geistern, die sie riefen, verzweifeln, aber die Frage kommt doch auf, ob so etwas sein muss. Auch ein Farfan, der erstmal ordentlich zu spät zum Trainingslager kommt und dann vor seinem Abflug noch großmäulig verkündet, er würde sowieso wechseln und gar nicht mehr für Schalke auflaufen, reiht sich hier gut ein.

Als Fußballfan finde ich, dass dies eine wirklich traurige Zeit für die Bundesliga ist. Ich kann es auch nicht wirklich nachvollziehen: die Deutsche Liga war doch gerade groß „im kommen“, finanziell robust, spielerisch attraktiv und erfolgreich. Stars wie Van Nistelrooy, Robben, Raul kamen, bereicherten die Spiele und sprachen auch für eine qualitative Aufrüstung der Vereine. Nun stellt sich die Frage, warum Spieler wie Ba, Farfan und Van Nistelrooy unbedingt wechseln wollen? Gerade die englischen Vereine, welche finanziell stark angeschlagen sind (insgesamt 3.6 Milliarden Euro miese), würden mich als Spieler nicht so anziehen (ich wechsle doch nicht von einem sicheren Arbeitsplatz zu einem der wackelt). Ist es das Sportliche? Hier stellt sich auch die Frage: Wo will der englische Fußball hin? Bei der Weltmeisterschaft hat sich gezeigt, dass es keinen wirklichen englischen Nachwuchs gibt. Es wird, oder es muss ein Umdenken in der englischen Liga stattfinden, sonst ist der englische Fußball ein Auslaufmodell. Dann sind die Chancen, durch ein junges englisches Talent ersetzt zu werden, doch auch wieder gegeben.

Auch ein Van Nistelrooy, der zu Real wechseln will, um dort eine halbe Saison spielen zu dürfen und dann wieder auf der Bank zu sitzen, handelt meiner Meinung nach nicht wirklich „klug“. Schade ist es auf jeden Fall, was da im Moment abläuft: Spieler gehen in Scharen, aber vernünftiger Ersatz (siehe Bremen) wird nicht eingekauft. Ich bin gespannt, wie Vereine wie Bremen, Hoffenheim und auch Wolfsburg in der Rückrunde spielen werden. Die Qualität der Spiele, die es in der Hinrunde gab, wird sicherlich nicht gehalten werden. Es könnte natürlich alles auch daran liegen, dass Spieler heutzutage zu einem großen Teil einfach für sich selbst spielen und nicht um die Gunst der Fans, der Stadt oder des Vereins wegen. Spieler wie Lukas Podolski Tim Wiese und Bastian Schweinsteiger scheinen Auslaufmodelle zu sein…

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Fußball, Nachgedacht
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