Jugend und Medien

Community-Mitglied Morphi hat mir heute ein Interview mit “unser aller Liebling” Professor Pfeifer bei Spiegel-Online verlinkt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass auch ein weiterer Erziehungs- und Medienwissenschaftler (Prof. Aufenanger, Uni Mainz) Teil des Interviews war, aber kann es evtl. sein, dass “good old” Pfeifer etwas zurückrudert? Wenn man bedenkt, welchen harten Anti-Computerspiele-Kurs Pfeifer in der Vergangenheit gefahren ist, da kommt man bei so einer Aussage schon ins Grübeln…

Als ich nach dem Amoklauf von Winnenden im Fernsehen saß, bei “Hart aber fair”, war mein erster Satz: “Amokläufe entstehen nicht durch Computerspiele.” Da war Frank Plasberg überrascht, weil er mir zugeschrieben hatte, ich würde das Gegenteil sagen. Meine These war damals: Amokläufe entstehen primär im familiären und sozialen Kontext, und das hat sich ja sowohl in Winnenden als auch in Erfurt mittlerweile gezeigt. Spiele sind immer nur ein Verstärkungsfaktor, und man geht jedes Mal reflexartig auf Computerspiele als Hauptursache ein, was schlicht nicht stimmt und durch ständige Wiederholung nicht richtiger wird. Die Debatte sollte viel mehr die Leistungskrise der Jungen ins Auge fassen. Für mich ist die Gewaltthematik völlig über- und die Leistungskrise völlig unterschätzt.

Ansonsten ist das Interview recht interessant und gut zu lesen. Schaut mal rein!

Quelle: Spiegel.de

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