Tod nach Plan

Ich habe in den letzten Tagen folgenden Leserbrief von Community-Mitglied Oliver bekommen:

Gestern Abend auf RTL kam in Extra einen Beitrag über den Dokumentarfilm “Tod nach Plan”. André aus der Schweiz, ein sehr depressiver Mensch, der sich selbst das Leben nehmen möchte. Er selbst ist körperlich vollkommen Gesund, er hat einfach nur den Wille zum Leben verloren.

Von der ersten Minute des Beitrages saß ich mit offenem Mund und einer Gänsehaut vor dem Fernseher. Ich konnte einfach nicht verstehen, wie ein Mensch so “locker” über seinen eigenen Tod sprechen kann. Wie “krank” jemand sein muss, sich von seinen Freunden und Verwandten mit einem Lachen zu verabschieden. Er sagte nur “noch ein schönes Leben macht es gut”. Mehr nicht! Er hat keine Träne fließen lassen, nicht die Miene verzogen, dass es ihm schwer Fallen würde. Für ihn war es ein ganz normaler Abschied gewesen.

Ich selbst wusste während des ganzen Beitrages nicht, was ich davon halten sollte. Ich wollte und konnte es nicht begreifen. Man sitzt vor dem Fernseher und man sieht jemanden beim “Sterben” zu. Man sieht, wie er sein letztes Essen in einem Restaurant zu sich nimmt. Man sieht, wie er seine letzten Schritte in einem Museum machte, um eine Picasso Ausstellung zu besuchen und um danach… sterben zu gehen. Ich habe mir danach noch viele Gedanken über dieses Thema und diesen Film gemacht. Es beschäftigt mich sogar noch jetzt in diesem Moment und ich denke auch noch viel länger weil ich dieses Lächeln nicht verstehen kann. Ist der Freitod schön? Kann man sich darauf freuen… sich freuen zu sterben? Wie zerrissen muss ein Mensch nur sein? Sollte sowas auch hier in Deutschland möglich sein? Wie denkst du über das Thema? Gibt es für so etwas eine Lösung oder wird es immer ein Konflikt bleiben?

Auch wenn man in der Doku nicht alles versteht, weil es in der Schweiz gedreht wurde, ist die Sache äußerst bewegend und hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Für mich ist es absolut unverständlich, wie jemand mit solcher Leidenschaft und Genauigkeit den eigenen Tod vorbereiten kann (in der Schweiz ist der Freitod nicht verboten, bzw. es wird passive Sterbehilfe angeboten). Auf der anderen Seite kann man sowas natürlich von außen nur schwer nachvollziehen.

Schaut einfach selbst mal rein, aber als kleine Warnung: Es ist wirklich “schwere Kost”!

Hier geht’s zur Dokumentation “Tod nach Plan” —> Klick mich

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