Leuchtturm: Die Troll-Mücke

Donnerstag 05.07.2012:

- Jedes Jahr die gleiche Scheiße! Entschuldige bitte meine Wortwahl, liebes Tagebuch, aber es ist doch wirklich ein Graus mit den Mücken. Wenn es jemals ein tierisches Vorbild für die Spezies “Internet-Troll” gegeben hat, dann muss dies einfach die Mücke gewesen sein. Ich hasse sie… abgrundtief! Damit Du verstehst was ich meine, möchte ich Dir kurz meine letzte Nacht chronologisch resümieren:

23:15 Uhr: Ich lege die erste Staffel von “Sons of Anarchy” in meinen Blu-Ray Player und freue mich auf den Piloten. Mal wieder eine neue Serie. Ich habe viel Gutes von der Community darüber gehört. Meine Frau pennt nebenbei und liegt mal wieder im Bett, als wäre sie gerade von einem Lastwagen erfasst worden. Das kann doch nicht gemütlich sein…

23:25 Uhr: Meine Freundin springt aus ihrem Halbschlaf hoch und stört mich beim Serien-Schauen. Sie röhrt irgendwas von wegen, eine Mücke würde sie ständig nerven, und sie wäre vollkommen zerstochen. Anschließend kratzt sie sich wie eine Geisteskranke und ist zehn Sekunden später wieder eingeschlafen. Typisch, hat meine Olle mal wieder mit offenen Augen geträumt.

23:30 Uhr: Meine Freundin grunzt laut auf, macht das Licht an und geht auf Mückenjagd. Ich pausiere die Serie, spiele den Superfreund und helfe ihr beim Suchen. In Wirklichkeit bin ich genervt von der Alten und mache den ganzen Mist nur mit, weil ich hoffe, im Anschluss ein “großes Dankeschön” zu erhalten – was soll ich sagen, ich bin halt ein Mann! Wir finden nichts, meine bessere Hälfte zählt ihre angeblichen Mückenstiche, faselt irgendwas von wegen “süßes Blut” und vergräbt ihren Kopf unter dem Kissen. Ich denke kurz darüber nach, sie evtl. mit dem Kissen zu ersticken, entscheide mich dann aber doch für die Serie – ist schließlich ziemlich spannend gerade!

23:35 Uhr: Während Sam Crowe gerade ein paar Mexikanern die Hirne wegpustet, schaue ich an meinem Arm herunter und sehe tatsächlich, wie sich eine fette Mücke genüsslich an mir “betankt”. Ich versuche sie wütend wegzuklatschen, aber da es relativ dunkel ist, verfehle ich sie wohl. “Verdammt, Sam Crowe wäre das nicht passiert”, denke ich mir und schaue weiter meine Serie.

23:45 Uhr: Meine Arme und Beine jucken wie verrückt, und ich höre ständig ein Summen an meinem Ohr. Bilde ich mir das alles nur ein, oder hat sich eine ganze Armee von Mücken in meinem Schlafzimmer versammelt? Ich habe mehrfach das Licht angemacht und mit einer Fliegenklatsche nach den verdammten Viechern gesucht. Wieso ist das immer so? Warum findet man sie nie, wenn man das Licht anmacht?

00:15 Uhr: Die Serie ist vorbei, und ich versuche zu schlafen. Aber es ist einfach unmöglich, weil die verdammten Viecher mich abwechselnd “anfliegen”. Dieses verdammte Summen macht mich wahnsinnig. Gerade hat sich “eine von denen” mitten auf meine Nase gesetzt. Haben die denn gar keinen Respekt vor dem Alter? Ich muss morgen zur ersten Stunde raus! Ich werd’ echt bekloppt!

02:00 Uhr: Ich bin jetzt elf Mal aufgestanden, habe das Licht angemacht und die verdammten Mücken gesucht. Aber es ist einfach nichts zu finden! Können diese verdammten Viecher neuerdings stealthen? Meine Freundin grunzt jedes Mal genervt vor sich hin, wenn ich wieder aufstehe. Sie hat scheinbar den Ernst der Lage nicht erkannt: Wir können uns doch nicht von ein paar verdammten Mücken auf der Nase rumtanzen lassen. Wo soll denn das hinführen? Heute unser Schlafzimmer, morgen die ganze Welt!

05:00 Uhr: Es ist mittlerweile hell draußen, dadurch habe ich die Mücke erwischt. Ich habe sie mit meinem Kissen an die Wand geklatscht. Sie muss die Hälfte unseres Blutes aus uns rausgesaugt haben, so groß ist der rote Fleck an unserer weißen Wand. Morgen wird mir meine Freundin wieder einen Vortrag halten, warum ich die Mücke ausgerechnet mit dem Kissen an die Wand klatschen musste. Ich werde den Fleck aber nicht überstreichen, denn er ist meine Trophäe über das Böse. Ein glorreiches Zeichen dafür, dass man manchmal für seine Rechte aufstehen muss, um zu sagen: “Halt! Keinen Schritt weiter!”. Außerdem kriegen sicher alle anderen Mücken vor diesem “Mahnmal” große Angst und werden zukünftig unser Schlafzimmer meiden!

06:15 Uhr: Mein Wecker klingelt. Es gab keinerlei weiteres Mücken-”Harassment” mehr. Scheinbar war es wirklich nur die eine Mücke, die mich die ganze Nacht auf Trapp gehalten hat. Todmüde schleppe ich mich unter die Dusche und beginne meinen Tag…

Freitag 06.07.2012:

Ich habe soeben Fliegengitter vor beiden Schlafzimmer-Fenstern angebracht. Nach drei Jahren Mücken-Terror habe ich nun endlich meine Lektion gelernt. Da soll noch mal einer sagen, als Lehrer könne man nichts mehr lernen…

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