Fünfter Tag auf der Insel

Sylt10

Hier auf Sylt gibt es zwei große Probleme:

1. Zu viele HSV-Fans – siehe Bild!

2. Extrem viele Fahrradfahrer, die denken, sie hätten grundsätzlich Vorfahrt. Ob am Strand oder in der Einkaufspassage, überall radeln sie mit ihren hässlichen offenen Sandalen (teilweise mit Tennissocken) durch die Gegend und benutzen alle zwei Meter ihre verdammte Klingel. Mittlerweile macht mich der ständige Klang von Fahrradklingeln schon richtig aggressiv. Man muss sich das mal vorstellen: Wir gehen auf einer schmalen Gasse vor dem Strand entlang. Wir gehen extra hintereinander, weil wir schon wissen, dass wir sonst von militanten Radlern dumm angemacht und angeklingelt werden. Es kommen Opa und Oma (in offenen Sandalen) angefahren – und natürlich fahren sie nebeneinander und mit Hund an der Leine. Aber anstatt mal selbst mal hintereinander zu fahren, benutzen sie doch tatsächlich ihre Klingel. Richtig, drei Viertel der Gasse sind einfach noch nicht genug. Und dann werden sie auch noch frech, wenn man sie “nett” darauf hinweist, dass dies kein Fahrradweg sei und wir uns nicht in Luft auflösen könnten.

“Kümmern Sie sich doch um Ihren eigenen Scheiß!” – “Das würde ich ja, aber Ihr Scheiß macht sich hier so breit, dass mein Scheiß keine Luft mehr kriegt!”

Gibt es hier auf Sylt ne eigene Straßenverkehrsordnung, in der Rentner immer Vorfahrt haben? Oder haben gar Menschen in hässlichen, offenen Sandalen immer Vorfahrt? Oder haben Leute, die penetrant klingeln immer Vorfahrt? Evtl. haben die Oma und der Opa die doppelte Kurtaxe bezahlt und deshalb das Recht, die komplette Gasse/Straßen einzunehmen? Ich sag’s Euch, Leute: Mit einem Laden, der sich ausschließlich auf Fahrradklingeln spezialisiert hat, könnte man hier auf Sylt verdammt viel Geld verdienen!

Wir waren gestern in Kampen, der Schickimicki-Gegend, wo die richtig Reichen hier auf Sylt verkehren. Ihr kennt sicher den berühmten Song “Straight outta Kampen” von der bekannten Rap-Crew NWA (New Westerland Artists) – Achtung, wenn Du diesen Gag verstehst, bist du richtig alt! Naja, wie schon “damals” in Fleesensee kann ich mit diesen reichen Bonzen einfach nichts anfangen. Ich werde nie verstehen, was an überbräunter Lederhaut und aufgespritzten Lippen schön sein soll. Einzig die Parkplätze vor den Hotels waren ziemlich beeindruckend – Porsche, Ferrari, Porsche, Porsche, Lamborghini, Bentley, Porsche, Porsche. Wenn Du in dieser Gegend einen Porsche fährst, bist Du sowas von die Unterschicht…

In Kampen tummeln sich alle Insel-Besucher, die meinen etwas Besseres zu sein. Da meiner Definition nach Geld Menschen weder besser noch interessanter macht, war es gestern dementsprechend langweilig für uns. Selbst meine Freundin war nach kurzer Zeit von Kampen gelangweilt. Natürlich schlägt das weibliche Herz bei Niederlassungen von Gucci bis Joop höher, allerdings kann man sich die Produkte eh nicht leisten, bzw. würde es auch nicht tun, da mein Verständnis von “lächerlich überteuert” mir dabei im Weg steht.

Für den Fall, dass ich irgendwann doch nochmal im Lotto gewinne oder irgendwie anders reich werde, würde ich mich trotzdem niemals freiwillig dauerhaft in solchen Gegenden aufhalten, bzw. mich mit solchen Menschen umgeben. Schließlich hat mich meine Mama gut erzogen und mir damals schon geraten, mich nicht mit “Gesocks” einzulassen. Schließlich sieht man ja jede Woche bei den Geißens, wo das hinführen kann. Will man wirklich so werden?

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Fußball, Nachgedacht
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