Feuchtgebiete, der Film

Jetzt bitte tief durchatmen: Ja, in der Verfilmung von “Feuchtgebiete” wird Gemüse eingeführt und mit Sperma gespritzt. Doch Regisseur David Wnendt versucht, aus der dürftigen Vorlage mehr als ein paar Aufreger zu ziehen. Das Ergebnis ist besser als das Buch […] Also sollen mit Sperma garnierte Pizzen und vaginal eingeführte Avocadokerne wohl das Kinopublikum auf den Plan rufen. Doch was schocken soll, nutzt sich schnell ab, schlimmer noch: Im letzten Drittel langweilt es sogar […] Ohne echten Gegner wirken die kämpferischen Posen von “Feuchtgebiete” wie ein Fehdehandschuh, den niemand aufnimmt. Von der Hitzigkeit und intellektuellen Schärfe der Diskussion um den Roman ist nichts zu spüren. Aus der Buchvorlage macht der Film sicherlich das Beste und setzt mit tollen Bildern und Schauspielern noch mal eins drauf. Nur war an “Feuchtgebiete” eben nie das Buch das Interessanteste, und für dieses Problem findet der Film bei allen Stärken leider keine Lösung.

Musste man dieses furchtbare Werk wirklich verfilmen? Denn seien wir doch mal ehrlich: Das Buch hat sich nicht so gut verkauft, weil es so ein tolles Werk war, sondern vielmehr aufgrund seiner Kontroverse und weil alle mitreden wollten. Tampontausch und eingeführte Avocadokerne machen noch keinen guten Film – und schon gar kein gutes Buch!

Quelle: Spiegel.de

Danke an Vince für den Link!

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