Das Kanzler-Duell

KanzlerDuell

Immerhin traute er sich Angela Merkel mehrmals zu unterbrechen, allerdings ohne Erfolg: Stefan Raab (46), Neuling im Moderatoren-Quartett des TV-Duells, brachte etwas Leben in die Bude, wenngleich der ProSieben-Entertainer die starren Regeln der Redeschlacht auch nicht sprengen konnte. Die Meinungen über seine Moderation gehen nach dem Duell auseinander. “In den ersten zwei Dritteln des Duells musste sich Stefan Raab unterordnen”, analysiert der Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister. “Im letzten Drittel fand er mehr zu sich selbst und verlieh dem Duell einen der wenigen Höhepunkte. Ob er damit aber schon der Gewinner ist, weiß ich nicht.”

Ich fand Raab wie immer spitze – aber ich bin auch ein Fanboy, wie allgemein bekannt sein dürfte. Das TV-Duell an sich fand ich eher durchschnittlich: Ich habe mich anfangs sehr darüber aufgeregt, dass keiner der beiden Spitzenkandidaten in irgendeiner Form auf die Fragen geantwortet hat, sondern beide nur stur ihren Text runterspulten. Inhaltlich fand ich persönlich Steinbrück stärker – allerdings wirkten seine Texte fast schon auswendig gelernt. Die Presse ist sich irgendwie auch nicht einig, wer die Nase vorne hatte…

Dass Steinbrück im “Deutschlandtrend” in der Frage nach der Direktwahl nun 17 Prozentpunkte nach oben geschossen sein und mit 45 Punkten nur noch knapp hinter der Kanzlerin (48 Punkte) liegen soll, ist ein Detail, mit dem sich zu Wochenbeginn vielleicht etwas anfangen lässt (T-Online.de) […] Ganz ähnlich fiel das Ergebnis der Forsa-Umfrage für RTL aus. Dort lag Merkel hauchdünn vorne. Danach gaben in einer Blitzerhebung unmittelbar nach Ende des TV-Duells 44 Prozent der Befragten an, dass die Bundeskanzlerin das 90-minütige Rededuell gewonnen hat. 43 Prozent dagegen sahen SPD-Herausforderer Peer Steinbrück als Sieger des einzigen verbalen Schlagabtauschs der Spitzenkandidaten vor der Bundestagswahl (rp-online.de)

Meiner persönlichen Ansicht nach fasst es der Spiegel am besten zusammen:

Gepflegte Langeweile, Herunterbeten von Parteiprogrammen. Keine Leidenschaft, nirgends. Ein Null zu Null zwischen den Kontrahenten ist das Ergebnis. Das war’s. Dieses TV-Duell war kein Beispiel für lebendige Demokratie, sondern eine Enttäuschung.

Wie sieht Euer Resümee aus? Wer war für Euch der Gewinner des Abends?

Quellen: T-Online.de (1), T-Online.de (2)

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