Leuchtturm-Woche, Tag 7

leuchtturmbanner

Mein liebes Tagebuch,

heute ist der letzte Tag, an dem ich Dir schreibe… vorerst. Du weißt, dass wir eine Art Hassliebe führen: Wenn wir uns trennen, dann muss ich oft an Dich denken und wünsche mir, ich hätte die Zeit, wieder häufiger mit Dir abzuhängen. Aber seien wir mal ehrlich: Wenn wir zusammen sind, haben wir uns schnell über und langweilen uns miteinander. Also machen wir es so, dass wir uns nur ganz selten sehen. Nur so bleibt unsere Beziehung frisch und abenteuerlich. Und geht es nicht genau darum?

– Gestern war der bisher wärmste Tag des Jahres. Man konnte förmlich fühlen, dass der Sommer im Anmarsch ist. 21 Grad und strahlender Sonnenschein waren es bei uns. Und das ist der Segen, wenn man Sport-Lehrer auf dem Land ist: Man nimmt einfach seine jeweiligen Klassen, geht raus und macht Sport an der frischen Luft. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich das gestern genossen habe. Nach dem langen Winter ist das für mich immer ein Stück weit ein Glücks- und Freiheitsgefühl, da draußen in der Sonne zu stehen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich sowas wie eine lebende Solarzelle bin. Nach so einem Sonnentag fühle ich mich immer wie frisch aufgeladen und könnte Bäume ausreißen. Und das Lustige ist: Ich habe sogar einen kleinen Sonnenbrand auf der Stirn. Schon komisch, dass man so sehr unter Sonnen-Entzug leidet, dass man sich sogar darüber freut. Und seien wir mal ehrlich: Ein bisschen Farbe tut meinem bleichen Gesicht immer gut…

Sonne_Kroemer

Ein halbes Jahr ohne Schule ist für mich immer eine Falle. Warum? Weil der Alltag als Sportlehrer wegfällt, und es so sehr viel schwerer ist, den inneren Schweinehund zu überwinden. Im Lehrer-Alltag bewege ich mich sehr viel und mache logischerweise auch selbst Sport. Ich bin ein sehr aktiver Lehrer – d.h. ich mache auch sehr viel selbst im Unterricht mit. Wenn ich meine Schüler laufen lasse, dann sehe ich es als meine Pflicht an, auch selbst mitzulaufen. Ich wollte nie dieser Sport-Lehrer sein, der seine Schüler quält und sich nebenbei gechillt auf die Bank setzt. Wenn man einen solchen Schul-Alltag hat, fällt es leicht, die Figur und das Gewicht zu halten – auch wenn man sich mal nicht so gut ernährt. Und genau da liegt die Gefahr, wenn man ein halbes Jahr raus ist: Man bewegt sich nicht mehr so viel, und im Winter geht eh “niemand” (ich) gerne laufen. Darüber hinaus neigt man dazu, wenn man viel am Rechner sitzt, sich auch noch schlecht zu ernähren. Ich habe in diesem Winter auch noch den “Wenn ich eh in Rotenburg beim Friseur bin, kann ich auch mal eben bei McDonalds vorbeifahren”-Tag eingeführt. Das Resultat dieser vielen kleinen Sünden ist, dass über den Winter um die zehn Kilo zugenommen habe. “Holla die Waldfee, das sieht man Dir gar nicht an”, wirst Du jetzt sagen. Das höre ich ehrlich gesagt relativ oft. Aber was meinst Du, warum ich in letzter Zeit so viel Sport-Klamotten trage? Eben weil man es damit ganz gut kaschieren kann.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das Fett muss weg. Ich passe in viele meiner Sommer-Klamotten nicht mehr rein und will das ändern. Gestern beim Laufen habe ich sehr stark zu spüren bekommen, wie krass ich außer Form bin. Da merkste bei jedem Schritt die vielen Sünden, denen Du erlegen bist. Jetzt heißt es also wieder: Ernährung umstellen, viel Sport und ordentlich abnehmen.

Wenn Du Lust hast, mache ich auch gerne wieder ne kleine Videoreihe drüber. Vielleicht willst Du ja mitmachen?

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