Mein erstes Spiel: Tag 6

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Achja wie die Zeit vergeht. Heute sind wir schon beim sechsten Teil der kleinen Reihe angekommen. Aufgrund der wirklich überwältigenden Menge an Zusendungen die ich bekommen habe, werden wir die letzten Tage drei Beiträge pro Abend genießen können. Heute geht es weiter in die Vergangenheit als bisher: Civilization und Jagged Alliance sind heute Thema, sowie noch ein weiterer Bericht zu Gothic. Viel Spaß!

Mathias:

Als zu Weihnachten 1991 unser Vater den ersten Personal Computer (PC) im Kinderzimmer aufstellte (ein 286er mit MS-DOS Betriebssystem) gab es als Beigabe das brandneue Sid Meier’s Civilization dazu. Das war die Geburt einer unendlichen Liebe zu dieser Spieleserie, die im Oktober mit dem 6. Teil fortgesetzt wird. Es gab diesen Klassenkampf in der Schule zwischen den Civ’ern und den Civi’s. Wie nennt man also den Civilization-Spieler nun richtig? Egal…das  Spielprinzip funktionierte und konnte bei jeder neuen Partie für einen extrem hohen Wiederspielwert sorgen. In der Grundschule haben wir versucht sogar in den großen Pausen, draußen Civ zu spielen. Von den Freunden verkörperte jeder einen Siedler und konnte eine Stadt gründen…dass das am Ende gar nicht aufging (zwecks Zeitmangel und Übersicht) war uns vollkommen egal. Wir bewegten uns in wie in typischen Vierecken und bekämpften in unserer Fantasie Barbarenstämme ect.
Sid Meier’s Civilization hat mich v.a. dadurch geprägt, dass es leicht zugänglich (zumindest in diesem Teil noch) ist und war. Das Ausbauen der Städte und des eigenen Reiches sorgte immer wieder dazu, dass man seine “Computerzeit” bis aufs Äußerste ausreizen wollte. Was ich jedoch als den bedeutendsten Spielemoment bezeichnen würde, ist die umfangreiche Zivilopädie – die im Spiel direkt integriert ist. Diese beschreibt z.B. alle Einheiten, Gebäude, Zivilisationen, Wunder, Staatsformen und Technologien in kurzen aber inhaltlich umfangreichen Texten. Das machte mich z.B. in der 1. Klasse stolz, dass ich eben die damaligen 7 Weltwunder aufsagen konnte oder wie die berühmten Persönlichkeiten (die Anführer der Nationen) in der Geschichte hießen. Auch haben sich dadurch die geografischen Kenntnisse geprägt, weil man viele Städtenamen lernte und auch über längst vergangene Zivilisationen Bescheid wusste. Mit Civilization wurde dabei auch das Interesse an Geschichte stark ausgeprägt. Das eigentliche Spielprinzip hat sich seit 25 Jahren mit den Nachfolgern auch nicht geändert, sondern wurde an den richtigen Stellen verfeinert und ausgebaut. Die Situation einen neuen Spielstand zu starten und mit einem einsamen Siedler zu beginnen, bei der die Wahl der gewählten Laufrichtung die nächsten Spielrunden bestimmt, zeichnet die Faszination dieser kultigen und meines Erachtens nach sehr pädagogisch wertvollen Spieleserie aus.
Sid Meier’s Civilization gehört nach wie vor die Krone im Genre der globalen Rundenstrategie, die immer wieder über Jahre für Tod gehalten wurde, zurecht. Wir als Spieler sollten daher gerade auf dem PC diese einzigartige und bärkenstarke Marke eine Chance geben, da diese die Wichtigkeit und die Erwachsenheit unserer Spieleplattform unterstreicht…denn nirgendwo anders wird spielerisch Geschichte und Politik so lehrreich gemixt wie in dieser altehrwürdigen Ikone. Ich freue mich auf Civ 6…

 

Dario aka. Pyro-D26:

 

Was für eine schwierige Frage…..und was für Erinnerungen du mir damit erweckt hast…
Summer/Winter Games, International Karate Plus, Bundesliga Manager und und und….. Oh Mann…. und das war der C64.
Allein schon die freudige Erwartung wenn die Datasette oder Floppydisk am laden war.
Wie auch immer.
Ich muss mich am Ende für Jagged Alliance entscheiden.
Ich sah dieses Spiel zum ersten Mal bei meinen Onkel.
Er war zu diesem Zeitpunkt für unsere heutigen Verhältnisse schon zu diesem Zeitpunkt ein Hardcore Gamer.
Neueste Hardware, Mega Soundanlage, Zocken was geht….
Als ich es bei ihm zum ersten Mal spielen durfte war ich hin und weg.
Ich erinnere mich noch gut an den Russen Ivan der immer dann in russisch seinen Senf dazu gab.
Volle Lautstärke an ! – BUMMS. Der Soundeffekt wenn im gegnerischen Zug geschossen wurde brachte mir Gänsehaut…PENG…PENG…bitte bitte…trefft meine Söldner nicht……herrlich. Flashback Incoming (Flashback auf SNES war auch einer meiner prägenden Spiele ^^)
Natürlich habe ich mich dann immer sehr gefreut wenn wir unseren Onkel besucht haben… denn somit war klar: ZOOOOOCKÄÄÄN….und noch schöner wenn ich dort übernachten durft xD.
Was für schöne Erinnerungen.

 

Und noch der Finn:

Eine geniale Idee dieses Thema zu einer Kolumne zu machen. Wenn ich an meine Jugend zurück denke, kommt mir als PC-Spiel vor den üblichen Blizzard-Spielen als erstes die Gothic-Reihe in den Sinn. Der erste Teil war damals ein eine Offenbarung, wie ich fand. Es war ein (für damalige Verhältnisse) riesiges Abenteuer mit einer wahnsinnig mitreißenden Geschichte und unglaublich guten Charakteren. Ich habe Gothic 1 so lange und intensiv gespielt, dass ich einen Kumpel am Telefon durch die Kapitel dirigieren konnte (Anm.: Das war alles zu 56k-Modem-Zeiten, weswegen eine Komplettlösung so einfach nicht zu bekommen war). Ein knappes Jahr nach Gothic 1 kam der Nachfolger und später das Addon „Die Nacht des Raben“. Ich muss sagen, dass sich meine Spielzeit im Vergleich zum ersten Teil noch wesentlich vervielfacht hat. Auch wenn die Charakter-Entwicklungsmöglichkeiten bei weitem nicht so vielseitig waren, wie wir es heute kennen, hat es mir dennoch irrsinnig viel Spaß gemacht die Kapitel immer und immer wieder durchzuspielen.
Natürlich war ich direkt am Release-Tag des langersehnten 3. Teils in der Stadt und wurde, wie alle die sich Gothic 3 gekauft haben, aber mal so richtig geerdet. Es war eine technische Katastrophe. Viel zu hohe Anforderungen, ein neues Kampf- und Talentsystem und die Geschichte war zwar so frei wie nie, aber der „rote Faden“ hat irgendwie völlig gefehlt. Ich war eigentlich die ganze Zeit sauer als ich das Spiel gespielt habe und konnte mich nur beim neu laden eines Speicherstandes beruhigen – weil es so lange gedauert hat. Obwohl das ganze Spiel ein einziger Krampf war, war ich jedes Mal unfassbar glücklich, wenn ich einen „alten Bekannten“ im Spiel getroffen habe. Nur so konnte ich mich mit dem Communitypatch und viel Liebe zur Serie durch das Spiel quälen.
Insgesamt bleibt meine Liebe für die Gothic-Spiele also eher bei den ersten beiden Teilen + DNdR. Es kommt bestimmt ein Mal im Jahr vor, dass ich eines der Spiele auspacke und noch ein paar Stunden zocke, einfach weil alles so bekannt ist und es sich wie „nach Hause kommen“ anfühlt.
Wer also die Spiele nicht kennt, sollte auf jeden Fall mal in die ersten beiden Teile reinschauen, wenn man kein Problem mit schlechter Grafik hat aber Lust auf Nostalgie und eine fesselnde Atmosphäre.
Mit freundlichen Grüßen,
Finn
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Aktion, Allgemein, Gaming
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