Zeitreise-Tagebuch: Das Jahr 2021

Ob Ihr es glaubt oder nicht: Ich habe eine Zeitmaschine gebaut! Es war viel leichter als ich gedacht hätte: Wenn man erstmal verstanden hat, wie die Zeit funktioniert, ist es ganz leicht, sie auszutricksen. Zeit ist fließend und allgegenwärtig, von daher lässt sie sich auch verschieben – egal in welche Richtung…

Ich muss ehrlich zugeben, dass meine erste Zeitreise ziemlich unspektakulär abgelaufen ist. Ich bin aber auch kein großes Risiko eingegangen. Fünf Jahre in die Zukunft, kurz raus aus der Zeitmaschine, mir ein wenig die Umgebung angeschaut und dann schnell wieder zurück. Es war ein bisschen so wie mein erster Drohnenflug: Man hat einfach zu viel Angst, dass irgendwas schief geht, also kann man die Sache nicht so richtig genießen.

Und nein, ich habe weder eine aktuelle Zeitung gelesen, noch mir irgendwelche Lottozahlen oder Fußball-Ergebnisse besorgt. Es geht bei meinen Zeitreisen nicht darum, sich in irgendeiner Form zu bereichern. Außerdem weiß eh jeder, dass Bayern München in den nächsten fünf Jahren deutscher Meister wird. Ich will mich auch selbst nicht in Versuchung führen, also meide ich aktuelle Ereignisse – zumindest vorerst.

Fakt ist, hier sieht alles genauso aus wie im Jahr 2016. Rein optisch hat sich absolut nichts verändert. Fünf Jahre haben allerdings wohl gereicht, meine Existenz komplett auszuradieren. Nicht nur mein Handy funktioniert nicht mehr, nein, es wohnen auch schon andere Menschen in meinem Haus. Ist irgendwie ein komisches Gefühl, das so zu sehen. Aber hey, ich bin seit fünf Jahren spurlos verschwunden, von daher ist das wohl der Lauf der Zeit. Als kleine Rache habe ich die Nachbarskatze Tiffany dazu ermutigt, in ihren Garten zu schei***. Das hat sie bei mir auch schon immer so gemacht, also wird niemand Verdacht schöpfen. Ein genialer Plan…

Ich laufe durch die Gegend und sehe absolut keine großen Veränderungen. Die Menschen verhalten sich genauso wie im Jahr 2016. Auch die Luft riecht genauso wie immer. Habt Ihr etwas anderes erwartet? Ich ärgere mich ein wenig über mich selbst: Hätte ich Idiot nicht im Sommer hier “landen” können? Es ist ganz schön kalt im Dezember, was für eine Überraschung…

Ich beschließe, mein Experiment zu beenden und nach Hause zu fahren. Zu meiner großen Erleichterung gelingt das auch ohne Probleme. Bei meiner Ankunft im Jahr 2016 ist mir kotzübel. Liegt das an der Aufregung oder schlagen Zeitreisen auf den Magen? Auch mein Kreislauf macht ein wenig schlapp. Vielleicht werfe ich das nächste Mal besser ein Reisekrankheits-Kaugummi ein?

Hier sieht alles ganz normal aus, als wäre ich nie weg gewesen. Das beruhigt mich. Meine Zeitmaschine funktioniert also. Wer hätte das gedacht? Morgen geht meine Reise weiter. Vielleicht probiere ich morgen mal einen Sprung in die Vergangenheit aus – aber nicht ganz so weit. Nur was schaue ich mir an?

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