Leuchtturm: Langeweile in Sachen Gaming

Seit vielen Jahren jammere ich herum, dass es wenig Innovation in der Gaming-Szene gibt. Mir fehlt ein großes Spiel, das mich langfristig motiviert und in das ich mich so richtig “reinfallen” lassen kann. Das letzte Mal, dass mich ein Game so richtig gehyped und in seinen Bann gezogen hat, war letzten Sommer: Pokemon Go war etwas völlig Neues. Auch wenn der Hype relativ schnell wieder verschwunden war, weil das Game keinerlei Langzeit-Motivation hatte, denke ich gern an diese Zeit und die damit verbundenen Events zurück.

Für mich persönlich gibt es seit Jahren eine Art Stagnation in der Gaming-Szene. Es gibt kaum Innovation. Statt dessen werden dieselben Spiel, Konzepte und Genres immer wieder neu aufgelegt. Klar sind auch immer wieder kleine Indie-Perlen dabei, aber im Grunde werden uns immer wieder dieselben grundlegenden Spieletypen neu aufbereitet vorgesetzt.

Für mich, der mit Shootern, MOBAs und Survival-Games nichts anfangen kann, ist also quasi ein langer “Gaming-Winter” angebrochen. Spielkonzepte, die ich mag, sterben gefühlt immer weiter aus oder werden zur Nische. Wenn ich auf das kommende Gaming-Jahr 2017 und die geplanten Neuerscheinungen schaue, finde ich nicht ein einziges Spiel, welches eine Art Vorfreude in mir auslöst.

Wenn ich in den letzten Wochen und Monaten diese Verzweiflung geäußert habe, durfte ich mir jedes Mal in den Comments anhören, dass es ausschließlich an mir liegen würde, ich der Gaming-Szene entwachsen wäre, und es viele interessante Spiele geben würde. So mancher Zocker von Euch wisse gar nicht, was er aufgrund der vielen guten, neuen Titel zuerst spielen solle.

Also habe ich mir gesagt: “Okay, es liegt an Dir. Du bist zu alt und schon zu lange in der Gaming-Szene aktiv. Du bist einfach abgestumpft und vielleicht wirklich dem Gaming entwachsen!”

Als wir vor einigen Wochen eine Stevinho-Show zu genau diesem Thema gemacht haben, war der Tenor der anrufenden Community-Mitglieder sehr viel verhaltener, als ich gedacht hätte. Ich rechnete damit, dass ich komplett zerpflückt werden würde und Ihr mich mit tollen, neuen Spielen und Eurem Enthusiasmus total plätten würdet. Viele von Euch äußerten ebenfalls eine gewisse Langeweile in Sachen Gaming und redeten sich mit ihren Gilden und dem sozialen Aspekt zufrieden.

Wenn ich mit Groknak über dieses Thema spreche, ist er genauso gelangweilt wie ich. Allerdings hat er ein wesentlich breiteres Spektrum an Genres, die er zockt – nämlich auch Shooter und Survival. Als Gaucho letzte Woche bei mir zu Gast war, sprach er ebenfalls davon, das er aktuell fast überhaupt nicht zocken würde – allerdings galt seine Vorfreude For Honor. Daniel war auch letztes Wochenende für die JN-Doku zu Besuch: Auch er ist von der Gaming-Szene gelangweilt und zockt nur noch sporadisch. Bleibt noch der gute, alte Paape, der mich quasi ständig nach guten Ideen für neue Spiele fragt, weil er außer ein bisschen Fifa aktuell überhaupt nichts zockt.

Kann es also sein, dass es gar nicht nur an mir liegt, und die Gaming-Szene aktuell wirklich nicht viel zu bieten hat? Was übrigens auch ein Grund ist, warum es so wenig Streams aus meiner bescheidenden Hütte gibt. Denn es gibt für mich einfach nichts Spannendes zu zocken. Ich will für nächsten Freitag Cerox (Platz 15 der aktuellen EU-Arena-Ladder) überreden, mich in Sachen Arena auszubilden. Aber was soll man sonst zocken?

Wie seht Ihr die ganze Sache?

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