Warum mir das “Es”-Remake überhaupt nicht gefallen hat

Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass ich mit der Original-Verfilmung von “Es” groß geworden bin und diese extrem geliebt habe. Ich weiß nicht, wie das Filmerlebnis ausgefallen wäre, wenn ich ohne diese Vorerfahrung den Film geschaut hätte.

Ich war am Samstag mit Michelle und Sascha in Orlando im Kino (zum ersten Mal in einem US-Kino) und habe den Film dort geschaut. Schon interessant, wie anders das Kinoerlebnis dort ist. Wenn ich allein an die großartigen Kinositze denke, die man zu richtigen Liegen ausfahren konnte. Echt toll!

Nun aber zum “It”-Remake. Sowohl Sascha, Michelle und ich waren von dem Film schwer enttäuscht. Absolut kein Vergleich zur Original-Verfilmung. Am neuen “Es” ist sehr schön zu sehen, wie sehr sich die Erzählweise von heute, im Gegensatz zu früher verändert hat. Kinofilme kann man schon ein wenig als Spiegel der Gesellschaft sehen. Alles ist schneller und dramatischer geworden. Unsere ganze Gesellschaft springt von einem Drama zum nächsten. So auch “Es”. Es war für uns schon fast anstrengend, wie alle zwei Minuten im Film krampfhaft versucht wurde, den Clown aus “irgendeinem Busch” springen zu lassen, um ja den nächsten Erschrecker zu erzeugen. Und anstatt wie das Original den verschiedenen Charakteren Raum zu lassen und die jeweilige Geschichte ausführlich zu erzählen, baute man krampfhaft irgendwelche neuen (für die Story komplett sinnlosen) Szenen ein – wie ein Horror-Haus, in dem sich noch mehr erschreckt werden konnte. Einzig einige der jungen Schauspieler und die CGI-Effekte (die fliegenden Kinder in der “Clown-Höhle”) wussten im Film zu überzeugen.

Hinzu kommt, dass einige wichtige Dinge überhaupt nicht vorkamen. Wie schon bemerkt, wurde die Hintergrund-Geschichte einiger Charaktere überhaupt nicht näher vorgestellt – beispielsweise Richie: Im Original wird sein “Komiker”-Hintergrund erzählt (daher auch der Spruch “Piep piep, Richy”). Im Remake hat er zwar einige lustige Sprüche drauf, aber sowohl seine Angst vor dem Werwolf, als auch seine “Komiker”-Einlagen kommen gar nicht vor. Der Clown verwendet aber trotzdem den “Piep piep, Richy”-Satz, obwohl er dadurch quasi keinen Sinn macht. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Film wird dem großen Hype überhaupt nicht gerecht und reiht sich ein in eine Reihe mittelmäßiger bis schlechter Remakes in letzter Zeit. Dass er an den Kinokassen so erfolgreich war, schiebe ich einfach mal der Nostalgie der vielen Fans des Originals zu. Anders kann ich mir persönlich den Erfolg an den Kinokassen nicht erklären.

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