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Folgender Leserbrief von Community-Mitglied BigOce erreichte mich heute:

“Ich weiß nicht ob du das schon mitbekommen hattest, aber Attila Hildmann hat wieder einmal auf Kritik reagiert, aber auf einem unterirdischen Niveau. Sein Berliner Imbiss wurde im Tagesspiegel getestet und kam dabei nicht so gut weg. Ja die Kritik war sehr überspitzt geschrieben und vielleicht auch nicht so in Ordnung, aber wie er auf diese Kritik reagiert hatte, schlägt dem Fass den Boden aus. Er wird wirklich persönlich beleidigend und drückt sich wie der letzte Assi aus. Vor ein paar Monaten gab es ja schon mal einen Fall, wo er sehr herablassend über einen Kunden geschrieben hatte, welcher in seinem Laden auf Grund eines Mega-scharfen Burgers zusammengebrochen war. Seine Reaktion kannst du die mal auf seiner Facebook-Seite durchlesen. Mich würde einfach mal interessieren, was deine Meinung zu dem Thema ist. Die Kritik findest du hier – seine Reaktion findest du auf seiner Facebook-Seite. Findest du die Antwort von Ihm angemessen oder auch etwas übertrieben? – Auch kann ich dir die Kommentare auf seiner Seite dazu empfehlen, teilweise echt amüsant.”

Ich muss ehrlich sagen, dass ich in diesem Fall eher bei Hildmann bin. Die sogenannte Rezension von Tagesspiegel-Redakteurin Susanne Kippenberger ist eine absolute Frechheit. Ich bin ja eh jemand, der diese gnadenlosen Hexenjagden im Netz verabscheut. Ja, Hildmann ist nicht kritikfähig. Ja, Hildmann wirkt arrogant und vergreift sich in seinen Reaktionen oft im Ton. Allerdings ist bei dem “Test” von Kippenberger bereits in den Einleitung zu lesen, dass sie Hildmann verabscheut und kein gutes Haar an ihm lassen wird…

Er ist der Gott der Veganer. Der Mann, der den Glauben in Deutschland erst so richtig verbreitet hat. Seine Bücher sind alle Bestseller: „Vegan for fit“, „Vegan for fun“, „Vegan for Starters“, „Vegan for Youth“. Der reine Gesundbrunnen. „Cholesterinbewusst, laktosefrei und klimafreundlich kochen“, verspricht Attila Hildmann im Untertitel mehrerer Bände. Und dann das.

Ich finde immer, dass, wenn man schon so einen Test macht, dieser auch komplett neutral durchgeführt werden muss. Ich war damals bei meinem “30-Tage-Vegan”-Projekt auch äußerst skeptisch – bin aber trotzdem neutral an die Sache rangegangen und wurde dadurch überrascht. Ich persönlich finde es extrem unseriös, voreingenommen an so eine Sache ranzugehen und einen Koch oder ein Restaurant bewusst zu zerreißen. Dann hätte man entweder einen anderen Redakteur hinschicken sollen bzw. die Sache gleich ganz lassen können.

Die Kritik von Frau Kippenberger wirkt sehr an den Haaren herbeigezogen und beschränkt sich auf Floskeln und Stammtischparolen. Hier ein gutes Beispiel:

Während seine verschwitzten Mitarbeiter vors Nachbarhaus ziehen, um eine zu rauchen, setzt sich der muskelbepackte Chef an diesem Abend breitbeinig auf die Treppe vor seinem Laden. Vegane Männlichkeit muss wohl bewiesen werden.

Sorry, aber das ist nicht nur unseriös, sondern schon peinlich! Das ist keine Rezension oder Test, dass ist die pure Abneigung gegen Hildmann und den veganen Lebensstil. Hier wurde kein anderer Zweck verfolgt, als Hilmanns Restaurant niederzuschreiben. Daher verstehe ich auch die (natürlich ein wenig überzogene) Reaktion auf seiner Facebook-Seite:

Hausverbot für den Tagesspiegel und die Journalistin Susanne Kippenberger – was für ein dreckiger Kackartikel mit so viel Unwahrheit, dass mir mein labbriger veganer “Hackfleisch”-Burger, der von meinen verschwitzen Mitarbeitern zubereitet wird, ja richtig hochkommt und ich vor das Tagesspiegel Gebäude kotzen mag…

Wenn ich Hildmann wäre, würde ich juristisch gegen den Artikel und den Tagesspiegel vorgehen. DAS ist schlicht und einfach Rufmord.

Quelle: Tagesspiegel, Hildmanns Facebook-Seite

8 KOMMENTARE

  1. Beide verhalten sich scheiße…

    das die redakteurin auf verschwitzte Mitarbeiter rumhakt ist unter aller sau, das ist nen Arbeitsbereich wo du nunmal schwitzen tust.

    Der Rest hingegegen ist nunmal ihre Meinung und somit absolut okay.

    Das Verhalten vom Veganen König ist ebenfalls unter aller sau.
    Das Blöde an Veganern ist nunmal das sie gerne alles und jeden kritisieren aber selbst möglichst unantastbar sein wollen.

  2. Ich kenne weder den Typen, noch das Restaurant oder die Zeitung, und vegan ist für mich ein neutralas Thema.

    Ich finde weder Stammtischparolen und Floskeln bei der Testerin, noch ein Ausrasten beim Chef. Einzig die als Zitat eines Dritten dargestellte Beleidigung ist unangemessen, gegen die ein Chef sich zurecht wehrt.

    • in einem artikel, auch einem test, sollte ohne meinung sondern mit fakten gearbeitet werden. erst im letzten abschnitt bzw gegen ende des artikels würde man die eigene meinung noch zusätzlich einfliessen lassen. hier jedoch ist der gesamte artikel damit durchsetzt, mit dingen die absolut subjektiv sind (wie derjenige or dem lokal sitzt) und… auch nicht relevant für das essen um das es hier geht.

  3. Wenn jemand nicht das verkauft, was er vorgibt zu verkaufen, darf das m.E. ruhig gesagt werden.
    Die Art und Weise mag diskutierbar sein, der Inhalt, der allerdings ausschließlich die Meinung der Redakteurin wiedergibt, jedoch nicht.

  4. Hier greift der alte Spruch:”Wenn du nichts positives zu sagen hast, dann halt den Mund.” Oder in diesem Fall, schreib keinen Artikel. Ich an Hildmanns Stelle hätte eher Angst, vom StarTrek Rechteinhaber verklagt zu werden. Oder von einem Leonard Nimoys Geist heimgesucht zu werden…

    • Ach so, man darf nix negatives sagen ? Ein Restaurant darf also Scheiße auf dem Teller servieren, aber man darf daran keine Kritik lassen, es wäre ja was negatives.

  5. Von beiden Seiten peinlich und kindisch und ein Spiegelbild des aktuellen “Streitverhaltens” in unserer Gesellschaft, welches durch Facebook und Co auf einem Tiefpunkt angelangt ist.

    • Da hat das Brot meiner Meinung nach Recht. Über was für scheiße wir uns mittlerweile unterhalten ist nicht mehr normal, manchmal wünsche ich mir, dass das Internet wieder verschwindet und mir diese Instagram/Twitter/Facebook scheiße nicht mehr auf den Sack geht.

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