TEILEN

In den vergangenen Wochen ist anlässlich des Amoklaufs in den USA eine Debatte wieder aufgebrandet, die so alt ist wie das Medium Videospiele selbst – tatsächlich ist sie aber noch viel älter. Es geht um Verantwortung, Medien und Gewalt, kurz zusammengefasst in einer einzigen Frage: Machen gewaltdarstellende Medien ihre Konsumenten selbst gewalttätig? Für viele, unter ihnen die amerikanische Waffenlobby NRA und ihre Freunde, ist diese Frage bequem zu beantworten: „Videospiele sind ein größeres Problem als Waffen, denn Spiele beeinflussen Menschen“, urteilte erst kürzlich der republikanische Senator Lamar Alexander – und der Großteil zumindest der eigenen Wählerschaft stimmt zu.

Ein wirklich toller und extrem kompetenter Artikel zu diesem spannenden Thema. Auch wenn Ihr evtl. von der „Wall of Text“ anfangs erschlagen werdet, kann ich jedem von Euch nur raten, sich dieses tolle Werk in kompletter Länge zu geben. Es hat schon seinen Grund, warum mir heute ganze zwölf Community-Mitglied diesen Artikel verlinkt haben. Viel Spaß damit!

Quelle: derstandard.at


Anzeige

12 KOMMENTARE

  1. In der tat sehr interessanter Artikel. Den pack ich mir auf jeden Fall auf meine „Merken“-Liste. Gerade der Vergleich zu den Büchern gefällt mir recht gut, da er mir vorher nicht bewusst war (eigentlich lächerlich, aber egal, manchmal braucht man halt einen Wink mit dem Zaunpfahl).

  2. gewalt wird verherrlicht seit es berichterstatter gibt. meine einfache erklärung: gewalt wird als extrem männlich angesehen, und nen „guter kämpfer“ wird von anderen immer als der oberhengst und vorbild gesehen.

    fängt doch schon bei der erziehung an: sei ein mann! nen echter mann lässt sich das nicht gefallen! wenn der dir eine gibt, gib ihm 2 zurück! und soweiter und so fort.

    sind die medien dran schuld das das aus dem ruder läuft? sicherlich. tiere (sorry, aber was anderes sind die für mich nicht) wie mafiosi ala john gotti, gangbanger wie die cribs, bloods & ms 13, hooligans, skinheads, oder amokläufer auf nen podest zu stellen und immer zuerst mit dem bodycount oder irgendwelchen „warstorys“ ala wie though die doch sind, was für waffen sie benutzen, und wie oft die angeschossen wurden und davongekommen sind hilft auch nicht grade.

    die menschen die einen eigentlich interresieren sollten und die unsere aufmerksamkeit und anteilnahme haben sollten sind die opfer und/oder deren hinterbliebene, aber die werden nur als randnotiz vermerkt oder in extremfällen als schockstory ala „3 jährige bei drive-by shooting getötet“ vermarktet.

    als gamer haben wir aber keinesfalls nen monopol drauf uns drüber zu echaufieren (da schliess ich mich selbst auch mit ein). zu viele spiele ziehen anleihen aus real verübten verbrechen oder blutigen konflikten und glorifizieren oder toppen diese noch was den bodycount angeht.

    • kannst du das mit dem glorifizieren näher erläutern? Ich finde es zB wahnsinnig spannend, wenn historische Ereignisse in Spiele integriert werden.
      Bei MW: 3 hab ich zB den D-day ziemlich gefeiert (also die landung in Hamburg).
      natürlich kann man da jetzt sagen „jo, da wird gezeigt, wie supercool die US-Army doch ist“, aber ich sehe das eher so: „scheiße, so fühlt man sich also, auf eine gewaltige Front zuzulaufen, ohne eine echte Deckung zu haben.“
      Den Computerspiele können uns durch das Gefühl des „ich bin mittendrin“ besser als sonst irgendein Medium historische Sachverhalte vermitteln. Und dieser Aspekt sollte in meinen Augen noch viel häufiger und viel intensiver genutzt werden.

      • es geht um die falsche heldenverehrung und das feiern/belohnen des spielers für die teilnahme an sinnlosen schlachten, wo hunderte oder tausende junger männer (und teilweise auch frauen) durch den fleischwolf gedreht wurden.

        mein opa hat immer gesagt: es gibt keine helden, die sind alle „gefallen für grossdeutschland“. es ist eine sache ne historische simulation zu erstellen, womit ich keine probleme hab. es ist was anderes das ganze als „krieg ist geil“ oder „navy seals/delta force/sas/marines sind helden“ zu vermarkten, und die opfer auf beiden seiten mit schiessbuden mechanik, hohlen phrase und billigen splatter effekten in den dreck zu ziehen.

        ein zitat aus nem anderen videospiel bringt krieg aus der perspektive eines soldaten genau auf den punkt: war is atrocities commited in the name of survival (krieg ist gräueltaten verübt im namen des überlebens).

        krieg sollte was sein wo du froh bist aus dem spiel rauszusein und das ganze überlebt zu haben, nicht etwas wo du am nächsten tag deinen kumpels erzählst wie du dem „scheiss nazi schwein“ in level 3 nen 360 no scope heady verpasst hast.

        • Zum Glück kenne ich solche extremen und daher vermutlich geschnittenen/verbotenen Spiele gar nicht. Aber ich erinnere an dieser Stelle mal an ein paar Dokus von Ross Kamp in Afrika:
          Vergewaltigung und Verstümmelung von Frauen und Kindern, teils Säuglingen, wird aus Spaß und auf Befehl zur Verstörung der Hinterbliebenen eingesetzt.
          Aber ja, pöse Computerspiele…

          • es geht mir nicht nur um computerspiele, hollywood macht exakt dasselbe und ist teilweise noch geschmackloser. worums mir geht ist das gamer ganz sicher nicht mit dem finger auf hollywood oder die nachrichten zeigen dürfen und sagen: die zeigen aber schlimmere sachen.

            umgekehrt ist es ähnlich, fox news, the sun oder irgendwelche film menschen sollen bloss die schnauze halten und mal vor der eigenen tür kehren.

            die ganze industrie sollte mal nach innen reflektieren (genauso wie wir konsumenten) und mal drüber nachdenken ob all die kleinen blutigen details und überdramatisierung wirklich nötig ist, und welche sorte vorbilder wir da für (unsere) kinder schaffen.

        • natürlich muss man mit einer gewissen „Intelligenz“ an die Sache rangehen. Spielt man stumpf CoD: MW3 vor sich her, würde man auch schnell auf den Gedanken kommen „boah geil, die Amis, dass sind ja mal Typen du!“
          Aber darum ist das Spiel auch ab 16 (oder 18? weiß es gerade garnicht oO). Und da ist der Punkt: Wer glaubt, dass ein durchschnittlicher 14jähriger noch nie mit Themen wie Krieg oder ähnlichem in Kontakt gekommen ist, ist naiv. Was aber einfach fehlt (was klar ist in dem Alter) ist die Reflexion des gesehen.

          Stumpfe, nicht näher überprüfte behauptung von mir:
          Ein 14jähriger freut sich in der D-Day-Mission von MW3 darüber, dass er die Russen mal ordentlich vermöbelt hat.
          Ein 18jähriger (und ja, ich setzte da jetzt eine recht hohe geistige Reife voraus^^) denkt sich vielleicht eher, „puh, gottseidank bin ich von dem scheiß Strand runter“

          ich hab das schonmal an anderer Stelle gesagt: Ich will nicht, dass Shooter wie BF oder CoD den Krieg verharmlosen. Allgemein will ich das bei den wenigsten spielen. Den das ist meine Art damit zu befassen, mich quasi selber davor abzuschrecken, Krieg nicht „toll“ oder „cool“ zu finden, was, wenn ich ehrlich bin, in unachtsamen Momenten manchmal der Fall ist. Spiele (oder auch Filme wie zB „im Westen nichts neues“ (super Film, wenn ihr mal eure Kids vorm Krieg abschrecken wollt ;)) sind meine Art, mich davon zu überzeugen, dass Krieg nichts gutes ist.
          Und solange einem das immer klar ist, hab ich auch kein problem damit, wenn in CoD die Amis mal wieder den „we are the heroes of the world!“-Effekt ausspacken oder die Russen als die bösen Kommunisten dargestellt werden. Das tue ich dann als Eigenart, als künstlerische Freiheit des Mediums, dass ich gerade konsumiere, ab.

          • D-Day….
            Landung der Alliierten in der Normandie, nicht Hamburg
            Und die Alliierten haben gegen die Deutschen gekämpft.

            Nu komm schon… Soviel Geschichtswissen, wenn du die Spiele schon spielst, sollte sein.

            Aber back to topic…
            Vielen Dank für den Artikel Steve.
            Sehr gut geschrieben und durchaus was dran.

          • Okay, das war extrem unglücklich von mir formuliert…

            ich weiß, was der D-Day ist, wo er stattgefunden hat, wann, Opferzahlen, bliblablub. Ist eines meiner historischen Lieblingsthemen.
            Die Landung in Hamburg (in CoD) erinnert aber relativ stark an den D-Day, weswegen wir ihr in meinem Freundeskreis den Spitznamen D-Day gegeben haben.
            Das hätte ich vielleicht vorneheran schieben sollen^^
            (Und in der Mission in CoD sind es Amis gegen Russen, falls du das Game nicht gezockt hast)

  3. Wie hier Fallout 3 als Screen benutzt wird ist ja wohl ein Witz! Ich hab keine Ahnung was die Kiddies an Shootern finden. Ich humiliate die Kids lieber in SC2 und lasse meiner Manner-MULES regnen. 😉

  4. guter Artikel. Was die Gewalt angeht, naja es verkauft sich halt gut, natürlich werden sie dann noch mehr Gewalt in die Spiele programmieren.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here