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PISA-Studie 2010

Kennt Ihr den Satz aus der Überschrift aus Eurer eigenen Schulzeit? Ich hatte in der Grundschule eine Klassenlehrerin, die nach dieser Devise unterrichtet/benotet hat. Auch heute treffe ich immer noch Lehrer „der alten Schule“, die grundsätzlich keine Einsen geben und das auch so kommunizieren. Die Begründung für dieses Vorgehen ist, dass man so die Schüler dazu ermutigen will, sich noch mehr anzustrengen und nach „Höherem zu streben“.

Mich macht dieser Satz mittlerweile rasend. Für mich hat jeder Lehrer, der grundsätzlich keine Einsen gibt, den Beruf verfehlt bzw. keine Ahnung von Pädagogik/Psychologie. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nichts demotivierenderes gibt, als sich in der Schule ordentlich reinzuhängen und dafür dann nicht angemessen belohnt zu werden. Was ist für einen Schüler wohl motivierender: Für eine gute Leistung (Halbjahr) mit einer angemessenen Note belohnt zu werden, oder für diese Leistung mit einer schlechteren Note, als er verdient, „motiviert“ zu werden. Wozu soll ich mich denn im nächsten Halbjahr/Schuljahr weiterhin reinhängen, wenn ich eh keine Eins bekomme?

Ich bin ja erst im zweiten Halbjahr dieses Schuljahres an die Grundschule abgeordnet worden. Vorher hatten alle Schüler in Sport einen solchen Lehrer „der alten Schule“, der eben auch keine Einsen vergeben hat. Letzte Woche führte ich ein Gespräch mit dem besten Sportler der Schule. Ich fragte ihn, wie seine Vornote aus dem ersten Halbjahr aussehen würde. Er berichtete von seinem Ex-Sportlehrer und dessen Noten-„Philosophie“. Ich schüttelte nur den Kopf und antwortete: „Bei wirst Du eine Eins bekommen, einfach weil Du ein toller Sportler bist und Dich im Unterricht vorbildlich benimmst – auch den anderen Schülern gegenüber!“ – der Junge hat nach diesem Satz fast angefangen zu weinen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie motiviert er in der folgenden Sportstunde war.

Es muss jeder Lehrer selbst wissen, wie er seinen Unterricht gestaltet und seine Noten vergibt. Ich kenne eine Menge Kollegen, die großen Spaß daran haben, grundsätzlich schlechte Noten zu geben. Ich kann das nicht nachvollziehen, einfach weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass man Schüler mit guten Noten wesentlich mehr motivieren kann.

Wie seht Ihr die ganze Sache?


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50 KOMMENTARE

  1. Wieviele Lehrer hat man so im Laufe seiner Schullaufbahn? Zwischen 30-50 würde ich schätzen (je nach Abschluss). Weshalb kann man sehr häufig die richtig guten nur an einer Hand abzählen?

  2. Aufgrund der Zeit die meine Schulzeit zurueck lieght kann ich mich zwar nur noch bedinngt an meine Lehrer erinnern aber ich weis das der grossteil eher fair war.Hatte aber paar experten die der ansicht waren das man nach Geschlecht bewerten muss.Mein Physiklehrer hat grundsaezlich Frauen immer eine Note schlechter gegeben als sie Leitung gezeigt haben.Hat dadurch immer ne 4 in Physik obwohl immer viel mitgemacht habe und sogar mich extra angestrengt habe muedlich.

    Meine Klassenlehrerin war auch eine der Sorte ich gebe nur selten 1er.Und sie k;nne sich an alle noch erinnern ….ja nee ist klar
    Naja in Geschellschaftlehre hatte ich zwar 2 plus aber nie 1
    Aber in Kunst ist mir der Cou 2 Schuljahre in Folge gelungen 1er zu haben,bei ihr denn sie war auch meine Kunst Lehrerin und hat troy aller menschlicher inkompenz die wir erleben durften mir ihr erkannt das ich was in Kunst drauf habe.In Mathe war ich leider immer mies mein lehrer har mir damlas ne 5 aus rache &genugtung gegeben im untericht weil was nicht verstanden habe und ich mit meinen 12 jahren total aufgel;st heimkam.Man muss wissen der alte mistkerl hat meine mutter ,meinen vater und meinem bruder das leben zur h;lle gemacht auf der schule,son richtig alter stinker eben.Meinem vater hatte der eine scheuert damlas … ka warum damls schon ned gefolgen ist es gab nur aerger das wars fuer ihn.
    Wenigentsen hatte mein Mathe lehrer in der 10. ein Hery und gab mir statt der 5 die 4 minus um meinen Abschluss amchen yu koennen … man muss wissen ich war ueberhaupt ned faul oder haette nicht gelernt oder im untericht vollgas gegeben meine unfaehigkeit yu komepensiern in dem Fach dennoch jede arbeit in den Sand gesetzt ,ich weis es bis heute ned,alle andern fae hatte ich nie das problem das alle weg war voher.In sport war ich froh wenn ich auf 4 rumd[mpelte … was ein gl[ck keine 5 yu bekommen,den als maedel mit korpulenz wars damals schon ned schoen yum staedigen gespoett gemacht yu werden im untericht.
    Ja da macht dich nicht besonder motiviert mitzuarbeiten.+

  3. Kenne das Spielchen von meiner englisch lehrerin ich habe , in meiner gesamten Schulzeit immer eine gewisse Affinität gegenüber Englischer Literatur und der Sprache im allgemeinen gehabt dementsprechend auch in jeder Klausur Einsen geschrieben , jedoch habe ich auf dem Zeugnis eine 4 gehabt diese Lehrerin hatte ich dann von der 5-10 Klasse und nur durch diese „nette“ Dame musste ich nun 5 Jahre später mein Realschul Abschluss nachholen. ( und mein Abi )

    Und oh wunder oh Wunder ich habe jetzt zum Winter Semester für den Studiengang Englisch SEK II einen platz gefunden.

    Ich denke diese Lehrerin mochte mich einfach nicht jedoch gibt es ihr keinen Grund einem damals noch sehr jungen menschen ein teil des Lebens zu verbauen.

    Deine Aktion mit dem Jungen finde ich Bewundernswert und ich hoffe das auch ich in Zukunft solch eine Empathie zu meinen zukünftigen Schülern pflegen kann.

    Gruß Manuel

  4. Na ja, ich habe diese Erfahrung noch nicht gemacht, da ich keinen lehrer hatte der „grundsätzlich keine Einsen“ vergeben hat.
    aber ich habe eine andere erfahrung der ungerechten notengebung in einer Gruppenarbeit gemacht.

    Wir sind in dem Naturwissenschaftskurs in 2er Gruppen eingeteilt worden.
    Ich bin mit der Kursbesten Schülerin in eine Gruppe gekommen, ich selbst war eher einer der fauleren.
    Allerdings habe ICH in dieser Gruppenarbeit einen Großteil der Arbeit erlededigt (Die aufteilung war ca 60/40). bei der benotung haben alle Schüler einer Gruppe die gleiche note bekommen.
    Nur in meiner Gruppe sah das anders aus. Ich bekam eine 4 und sie eine 1. Die Begründung war, dass ich doch eh keinen anteil an der Gruppenarbeit gehabt habe. Meine Gruppenpartnerin dementierte das und sagte der lehrerin dass ich das meiste gamcht hab, doch ihre note stand fest.

  5. Ach Steve, du bist ein klasse Typ! Mich konnte nie ein Lehrer motivieren aber ich hab auch adhs… Kann mir sehr gut vorstellen, wie sich der Kleine gefühlt hat als endlich sein „Wert“ erkannt wurde.

  6. Die wohl merkwürdigsten Sätzee dich ich von Lehrern gehört habe waren:
    Erdkunde 7. Klasse im 4-Augengespräch über die Noten: „Du musst dich auch bei den Fragen für dumme Schüler melden und beteiligen damit ich dir ne eins geben kann ich weiß das du das kannst und dir das zu einfach bzw. zu doof ist dich für Wiederholungen zu melden.“
    Das 2te ist weniger ein Zitat sondern das Verhalten unseres Lehrers der Mündliche Noten rein von der Quantität der beteiligung vergab selbst dumme Fragen gaben am ende des Unterrichts einen Strich auf dem Beteiligungszettel was dann am Ende des Jahres in einer Note resultierte. Naja Enden tat das einen Tag vor den Sommerferien zur Oberstufe mit den Worten :“Naja haben wir das Schuljahr auch rumgekriegt ich hoffe NIEMAND von euch hat vor Chemie in der Oberstufe zu wählen, weil wir garnichts geschafft haben dieses Jahr und den anderen weit hinterhersind. Oh ihr könnt nichtmehr umwählen dann solltet ihr die Somerferien damit verbringen Chemie nachzuholen“.

  7. Sehr schöner Text, kann ich so unterstreichen und dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
    Ich glaube, dass manche Lehrer einfach nur denken, wenn sie dem Schüler eine gute Note geben, dass dieser dann aus der Reihe tanzt und arrogant wird. So ein Denken ist totaler Bullshit und destruktiv, da man von sich auf anderes schließt. Nur weil man selbst arrogant werden würde, heisst es nicht, dass es die Anderen dadurch werden.
    Ich selbst habe mich über jedes Lob gefreut und das war ein Ansporn für weiter zu machen. Aber wenn ich merke, dass die (möchtegern) Lehrer einen absichtlich schlecht benoten, um diesen gezielt unten zu halten (zu unterdrücken), dann sollte man sich nur noch an den Kopf fassen und sein Leben überdenken.
    Einigen scheint es nicht bewusst zu sein. Man nimmt Einfluß auf den Lebensweg eines Menschen und hat soviel Macht in der Hand dieses zu beeinflussen. Was man daraus macht liegt in der Hand des Lehrers und es ist eine Fechheit wenn man damit Leichtsinnig oder schlampig umgeht.

  8. Ich hab da früher auch so etwas erlebt und zwar auch in Sport. Der Lehrer meinte, dass er keine eins vergibt, da man wenn schriftliche Prüfungen machen müsste. Diese würde er jedoch nicht schreiben, da dies die Noten der meisten Schüler radikal senken würde.
    Also er vergab dementsprechend nur Noten zwischen 2 und 4.
    Alle haben dies akzeptiert, da die meisten eben auf 2-3 standen bis zum Tag X.
    Denn wir haben an einem Fußballturnier teil genommen wo insgesamt drei Schulen beteiligt waren und wir sind erster geworden. Darauf hin diskutieren wir mit dem Lehrer ohne ende. Jedoch nix zu machen. Schlussendlich haben wir uns alle zusammen beim Schulleiter dafür beschwert, dass nicht mal die besten Sportschüler eine 1 bekommen würden nach der Leistung.
    Jedoch auch dabei war nichts zu machen. Dieser meinte nur, dass nur der Lehrer selbst die Noten vergeben darf und so lange er sich an die „Regeln“ hält, könnte man da nichts machen.

    Nun ist und war mein Resüme daraus, dass es zwar schon stimmt, dass man sich enorm anstrengt um etwas zu erreichen, dass nur schwer zu bekommen ist. Wenn man dann jedoch eine wirklich herausragende Leistung erbringt, sollte man das Ziel auch erreichen.

    Ich finde das Notensystem allgemein schon in Ordnung. Jedoch sind die Richtlinien dafür einfach lachhaft. Lehrer können frei nach belieben machen was sie wollen, und niemand darf sich da ein mischen. Zwar schützt das auch etwas die Lehrer die Fair benoten wollen gegenüber von Idioteneltern. Sinnvoll ist es dennoch nicht. Denn die meisten Schüler werden von ihren Lehrern nur verarscht.

    • Bis zu deinem letzten Satz hätte ich deinen Text absolut unterstrichen und nachvollziehen können. Aber mit „Denn die meisten Schüler werden von ihren Lehrern nur verarscht.“ bist halt wieder draußen. Schließ bitte nicht von deiner handvoll Lehrer auf alle Lehrer dieses schönen Landes. Denn wenn ich das ebenfalls tun würde, würde ich jetzt sagen „ach, du hast dich bestimmt nur doof angestellt, ICH hatte nur super Lehrer die so einen Quatsch nicht gemacht haben“.

      Und ja, ich bin wirklich im Lehrerballparadise unterrichtet worden 😛

  9. Letztendlich hängt es doch nur davon ab, wie man die Notenskala definiert. Das primäre Argument ist dabei ob es eine relative Skala (Ranking) oder eine absolute Skala (Rating) sein soll und wie man jeweils den Höchstwert ansetzt.

    Um einen Vergleich zu ermöglichen, der auch über Schul-, Orts-, Landes- oder Jahresgrenzen hinaus Stand hält, bleibt einem eigentlich nur das Rating anhand definierter Kriterien möglich.

    Dramatisch finde ich eigentlich nur, dass eine derartige Entscheidung im Ermessensspielraums des Lehrers liegt und es nicht einen Katalog objektiver Zielerreichungskriterien gibt, die letztendlich in der entsprechenden Note kulminieren. Diese Kriterien sollten fest- und offengelegt sein, so dass das Bewertungssystem für den Schüler objektiv nachvollziehbar und transparent ist. Dann weiß er zum einen, was er mehr leisten müsste, um eine bessere Note zu erzielen und zum anderen hat so auch der Lehrer konkrete Möglichkeiten sich argumentativ gegen Anschuldigungen von Schülern und Eltern zu wehren.

    Erfordert natürlich gutes Buch führen und reflektieren der individuellen Schülerleistung und ist somit wesentlich aufwändiger als das bloße Bauchgefühl nach dem auch die meisten Lehrer in meiner Schulzeit gehandelt haben.

    Nichtsdestotrotz findet man auch in der Wirtschaft bei der Bewertung häufiger Ratings als es sein sollte und müsste, weil das System gar kein Interesse an einer objektiven Bewertung hat, sondern man Klassendenken bewusst fördert. Leistungsträger sollen nach oben Luft bekommen, aber den Rest möchte man klein halten, sprich wie Lehrer so schön sagen „das gesamte Notenspektrum ausnutzen“, um Forderungen nach Gehaltserhöhungen im Keim zu ersticken.

    • Solche Kataloge gibt es ja teilweise, sie sind aber in der Praxis fast garnicht umsetzbar. Diese ganze Idee mit dem „der Lehrer kriegt einen Katalog hingeklatscht und den zeichnet er einfach ab–>tada, die Note kommt raus“ geht mMn allerhöchstens in Mathematik, maximal noch in Physik auf. Doch in den Geisteswissenschaften (insbesondere also Geschichte, Philosophoe und Sowi) gibt es aber einfach kein „richtig oder falsch“. Und schon bist du wieder im Ermessensspielraum des Lehrers. Denn in dem Katalog kann nun höchstens noch sowas stehen wie „hat sich aktiv am Unterricht beteiligt“ oder „hat seine Ideen argumentativ unterlegt“. Aber was hier „argumentativ“ heißt, kann der Lehrer ja trotzdem flexibel halten. Dem einen reichen vielleicht ein paar halbgare Argumente, der andere will Quellen sehen, am besten natürlich irgendein hochwissenschaftliches Blabla.

      Du kannst ja nicht mal sowas einfaches wie „hat sich oft gemeldet“ richtig bewerten, weil du dann auch wieder ausdifferenzieren musst. was denn alles als Meldung zählt. Ist „ich muss aufs Klo“ eine Meldung? Ist ein hilfreicher Hinweis wie „den Beamer bedienen sie so und so“ eine Meldung, auch wenn wir gerade Geschichte haben und die Aussage damit fachfremd ist? Zählen falsche Aussagen („Hitler starb 1934 an Lungenembolie“) auch als Meldung, obwohl sie offensichtlich Blödsinn sind? Und wenn sie nicht zählen, ab wo ziehe ich die Grenze was Unfug ist und wo sich der Schüler einfach nur vertan hat?

      Kurzum: es gibt ja viele Bemühungen von Seiten der Politik, den Lehrer als Variabel auszuschalten, aber an meinen paar kleinen Beispielen wird, denke ich, recht deutlich, dass wir kein sinnvolles System haben, mit dem wir den Lehrer zum reinen Wissensvermittler degradieren können.
      Und tbh: Als angehender Lehrer finde ich das auch absolut in Ordnung so 🙂

    • Mein Deutsch Lk Lehrer meinte damals (erst ein paar Jahre her war in Niedersachsen aufn Gym), das sie dazu angehalten werden immer das ganze Notenspektrum auszunutzen. Das heißt bei einen leistungsschwachen Kurs bekommt jemand statt einer 3 doch noch eine 2 und in einen leistungsstarken Kurs jmd ne 3, statt ne 2 um möglichst einen Noteverlauf in form einer umgekehrten Parabel zu erzeugen.

      • \Klugscheiß
        Die „umgekehrte Parabel“ heißt auch gaußsche Normalverteilung (ist eig keine umgekehrte Parabel). Man will hier natürlich auf eine Normalverteilung hinaus, da es sich bei der Notenvergabe möglichst um unabhängie Ereignisse handeln soll. Ich denke mal man will einfach statistisch zeigen können „Ne Leute, hier ist alles normal, es gibt keine Bevorzugung/Benachteiligung von xyz.“

  10. Ich hab mich über jede 1 und auch 2 gefreut, vor allem wenn ich etwas dafür gemacht hatte…

    Eine Frage aber noch: Hat es für Lehrer schwerwiegende Konsequenzen, wenn sie einen „schlechten Notenschnitt“ in den Klassen haben oder Sitzenbleiber ( vergleichbar Sport: wenn die Mannschaft schlecht spielt ist der Trainer schuld)?
    Ich hatte das Gefühl, das in der Berufsschule den Leuten die sowieso keinen Bock hatten oder halt „zu doof“ sind trotzdem ewig hinterher gerannt wird um sie doch irgendwie durch die Ausbildung zu bekommen oder mal etwas kolanter bewertet wurde damit der Schnitt der Noten steigt. Die Krönung war aber immer das x-fache auffordern nicht zu spicken. Konsequenzen hatte es nie und gefühlt wäre die Hälfte der Leute nie durch die Ausbildung gekommen ohne Smartphone…

    • Achtung, jetzt kommt ein bisschen Halbwissen. Zumindest kann ich es nicht 100%ig bestätigen.

      1)Zumindest bei Klausuren war es in der Oberstufe so, dass diese bei einem zu schlechten Schnitt wiederholt werden mussten.
      2)Natürlich guckt nach einer Weile schonmal jemand nach, warum eigentlich alle in deiner Klasse nicht besser als 4 stehen und wenn du dann nichts vernünftiges vorzeigen kannst, bist du am Arsch.

  11. wer bereit ist, einsen zu geben, darf auch mal ne sechs verteilen. tut aber keiner. schon fünfen werden nahezu nicht verteilt. obwohl die (fehl)leistungen der schüler dies massivst rechtfertigen.

    • Kommt auf die Klausur an.

      Wenn es um viel „Freitext“ geht, kann der Lehrer ja – in gewissen Rahmen – „machen was er will.

      Mathelehrer können das nicht.
      Lehrer der anderen Naturwissenschaften auch nicht.

      Fand meine Notenvergabe damals immer fair. Außer in Religion, wo ich doch das Gefühl hatte, dass es neben „vernünftig argumentieren“ auch darum ging, die Meinung der Lehrkraft zu haben. Aber zumindest bloß nicht zu widersprechen :/

  12. Dank meinen großen Mundwerks, und solchen Lehrern habe ich auch oft Schlechte Noten gehabt, selbst noch in der Lehre!

  13. Bei der Aussage stimme ich dir definitiv zu, wende aber gleichzeitig ein, dass Lehrer, die zu streng benoten, zahlenmäßig sicher nicht das größte Problem unseres Schulsystems sind… ganz im Gegenteil.

    Sehe es in weiten Teilen des Landes, dass in den gut zwölf Jahren, die ich in dem Beruf bin, gute Noten inflationär vergeben werden. Leider kann diese Tendenz weder in zentralen Abschlussprüfungen noch durch Gespräche mit Ausbildern oder Hochschullehrern bestätigt werden.

    Motivation ist immer ein individueller Prozess und das reine Festmachen der Motivation an Noten kann nur ein extrinsischer Faktor sein, der zumeist sogar intrinsische Motivation behindern wird.
    Dass es pädagogisch sinnlos ist zu sagen „gibt es nicht“ und „schaffst du nicht“ ist unstrittig. Aber der gegenteilige Fall ohne viel Anstrengung und Leistung seine Zwei zu bekommen ist langfristig gesehen genauso demotivierend und hinderlich für weitere Lernprozesse. Da ist meiner Meinung nach eine ehrliche Rückmeldung – auch wenn sie im ersten Moment unangenehm ist – sehr viel wert. Dazu gehört klar zu benennen, woran es lag, dass die gewünschte Note nicht erreicht wurde und Schritte zur Verbesserung aufzuzeigen.

    Die Motivation durch künstlich gute Noten ist – spätestens ab der Mittelstufe – jedoch ein kompletter Trugschluss. Klar erntet man damit kurzfristige Beliebtheit, die aber spätestens dann umschlägt, wenn der bisherige Zweierschüler in der neuen Umgebung (Oberstufe, Studium, Berufsausbildung) kein Land mehr sieht.

    Auf Mängel hinzuweisen bedeutet als Lehrer kurzfristig sicher mehr Stress mit Schülern, Eltern und Vorgesetzten, aber auf lange Sicht geht es halt darum, welche Kompetenzen der Schüler erworben hat.
    Da sehe ich leider viele Berufs- oder Studienanfänger scheitern, weil zwar die Noten gut genug waren um angenommen zu werden, jedoch die benötigten Kompetenzen, insbesondere die Fähigkeit eigenverantwortlich zu lernen, kaum vorhanden sind.

  14. Es wird die Meinung der betroffenen Lehrer warscheinlich nicht ändern. Aber ja ich sehe das auch so, dass Leistung und Bemühungen entsprechend richtig in den Noten wieder gespiegelt werden sollten. Ich arbeite ja auch nicht für weniger Kohle, damit ich mich mehr anstrenge xD (ganz schlechtes Beispiel)

  15. Wie sieht so was eigentlich Rechtlich aus?
    Ich finde es schon sehr bedenklich, wenn jemand von vornherein sagt es gibt keine Eins, wenn ich die entsprechende Leistung erbringe, dann muss ich auch entsprechend benotet werden!
    Vielleicht ist es für denjenigen später mal wichtig, was er in dem Fach für eine Note bekommen hat.

  16. Wenn ich diesen Beitrag lese, bekomme ich fast einen Wutanfall. Objektivität kennen diese von dir angesprochenen Kollegen, die aus Freude schlechte Noten verteilen nicht? Was die damit den Kids antun, fragen sie sich wahrscheinlich auch nicht. In Zeiten wo immer mehr Patchwork Familien existieren, es viele Kids gibt die wahrscheinlich Privat ne echte Bürde mit sich umhertragen, grundsätzlich dadurch schon nicht sonderlich motiviert sind, dann auch noch aus Freude schlecht zu benoten, wenn man vielleicht sogar die Möglichkeit hätte, besser zu benoten… puhhhh alter… Eigentlich sollte man dieser Art von Lehrer schleunigst den Beamtenstatus aberkennen.

  17. Wir hatten ein Lehrer da war es genau umgekehrt: Bei erweitertem Wissen konnte man zu gar mehr als die erreichbare Punktezahl bekommen.
    Warum sollte ich mich bitte anstrengen, wenn ich trotz 100% korrekter Antworten keine 1 bekomme? Wenn Leistung nicht belohnt wird, gammel ich ganz ehrlich auch lieber herum, bin auch nur ein Mensch.

    In der Berufsschule hatten wir einen Religionslehrer grundsätzlich jedem eine 1 gegeben hat, wenn er die Stunde nicht zum schlafen genutzt hat, da er das Notensystem auch fürn Popo fand. In schriftlichen Arbeiten durften alle Arbeitsblätter zur Hilfe genommen werden, war quasi nur ein Abschreiben der Antworten. Die Aktivität am Unterricht war auch deutlich höher und interessierter, als bei anderen Lehrern (:

  18. Ich finde es auch generell falsch, wenn keine einsen vergeben werden. Gerade in einer Gesellschaft in der man meistens zuerst auf die Noten achtet (z. B. bei Bewerbungen für einen Arbeits-/Ausbildungsplatz), ist das im Vergleich einfach unfair. Hervorragende Schüler müssen eine 1 bekommen können.

    Gleichzeitig finde ich dieses „im Vergleich“ allerdings ausschlaggebend.
    Es kann nicht sein, dass der selbe Schüler durch einen Schulwechsel innerhalb von Monaten von einer 4 auf eine 1 kommt. Genauso wenig kann es gut sein, wenn ein Lehrer stets nach dem höchstem Anspruch urteilt und der andere auch für durchschnittliche Leistungen gute Noten verteilt.
    Natürlich, Lehrer sind auch nur Menschen. Und sie haben eine große Verantwortung, die meines Erachtens auch mehr geschätzt werden sollte.
    Trotzdem sollte man sich an ein grundlegendes Benotungssystem halten. Wer 50% einer Arbeit richtig schreibt, erhält eine vier. „Ausreichend“. Das finde ich angemessen. Ebenso wenn eine Person immer Hausaufgaben macht, sich am Unterricht jedoch kaum beteiligt. 3-4 ist da durchaus angemessen. (Das jemand sich nicht traut etwas zu sagen, lasse ich bei dieser Betrachtung außen vor. Natürlich ist das ein sehr wichtiges Thema und man sollte sich viel stärker mit diesen „schüchternen“ Schülern auseinandersetzen!)
    Wenn man eine 2 schreibt, erhält man ein „gut“. Diese Bezeichnung hat – finde ich – an Wert verloren. Das ein Schüler mit zweien wirklich als „guter“ Schüler betrachtet wird, passiert meiner Einschätzung nach selten. Die Noten haben insofern an Wert verloren. Woran liegt das?
    Ich meine, dass viele Lehrer zu „lasch“ bewerten – meist, weil sie sowieso keine Lust haben, sich überhaupt mit dem Thema auseinander zu setzen. „Na komm, gib ihnen eine gute Note mit, dann sind sie zufrieden, machen mir keinen Ärger, alle sind glücklich“. Das eigentliche Lernziel verkommt dabei schnell. Gerade jetzt in der Berufsschule erlebe ich das häufig. Die Berufsschulzeit pro Woche ist sowieso zu knapp gemessen um effektiv Unterricht zu betreiben – warum es also versuchen?
    Fazit: Ich denke, eine „strengere“ Beurteilung insgesamt, die mehr fordert, wäre wünschenswert. Aber nur, wenn gleichzeitig das Lernziel wieder mehr in den Fokus rückt – also auch die Förderung des Schülers zunimmt. Dann kann man wieder ansatzweise objektive Vergleiche ziehen und überragende Schüler auch als solche ausmachen – während der Durchschnittsschüler nicht mehr unbedingt als „schlecht“ angesehen wird, wie es heute oft schon bei einer 3-4 passiert.
    Da steckt wohl viel Wunschdenken bei und es ist jetzt auch ein breiter Bogen um das Thema „Ich gebe grundsätzlich keine einsen“. Aber ich finde, das alles gehört zusammen.

    Danke für deine Meinung Steve! MfG

  19. Das begleitet mich bisher auf jeder Schule, sei es die normale Schule oder die für die Ausbildung, auf der ich war.
    Ich stand oft zwischen zwei Noten und hörte dann immer diesen Satz:
    „Du bekommst jetzt die schlechtere Note aber zum Jahreszeugnis dann die bessere“ NIE habe ich dann die bessere bekommen. „Ja du bist jetzt eindeutig auf der und der Note“
    Wie du schon sagst, ich habe sobald ich das gehört habe irgendwann auch eher einen Gang runter geschaltet, weil ich dachte „ok bekommst du eh nicht, warum anstrengen“.

  20. Ich hatte in der Grundschule so eine Lehrerin, die ich aufgrund des Systems 4 jahre hatte und aufgrund dieser Philosophie hatte jeder eine Haupt/realschul-Empfehlung. Meine Eltern vertrauten ihr, was ich verstehe, aber die 2 Jahre Hauptschule waren die Hölle für mich, zum Glück bekam ich eine Sondergenehmigung für das normale Gymnasium ab Klasse 7. Im Nachhinein ist sowas einfach ein Unding und kann einfach das Ganze Leben kaputt machen, wenn die Noten entscheidend sind. Ich kann sowas einfach nicht verstehen.

  21. Diese ewig Gestriegen.

    Es ist echt furchtbar, dass einige Lehrer anscheinend nicht wissen, welche Tragkraft ihre Noten haben.

    Jeder kennt so Lehrer, meist sind es die faulen, die versuchen ihren Unterricht mit schlechten Noten gehaltvoller wirken zu lassen.

    Besonders toll ist das bestimmt, wie einige berichtet haben, wenn man solche Lehrer im Abi oder im LK hat.

    Meist sind das auch die älteren Semester, die dann auch noch lebenslänglich verbeamtet sind.

  22. So einen Lehrer hatte ich zwar nicht. Ich hatte dafür in der 12. Klasse einen Matheleher, der im Grundkurs und Leistungskurs den selben Stoff und die selben Klausuren geschrieben hat. Egal, dass die Schüler im Grundkurs weniger Unterrichtsstunden hatten, als die Leistungskursler. Ein Jahr später ist der Lehrer in den Vorruhestand geschickt worden, nachdem eine Prüfkommission der Schulaufsicht ermittelt hat, weil der Bundeswehr bei der Musterung aufgefallen ist, dass erstaunlich viele Schüler viel zu schlecht benotet worden sind.

  23. Ich denke das hat vielfach mit der Art zu tun wie man das kommuniziert. Ich erinner mich da immer gerne an eine Randy Pausch Anekdote. Der an einem College in den USA unterrichtet hat. In der ersten Woche lieferten quasi alle Kursteilnehmer eine so gute Leistung ab (gut es ging um ein Projekt aber das is hier nicht der Punkt), das er allen fürs Semester schon ein A+ geben könne (so erzählte er in der „Last Lecture“). Er also seinen „Mentor“ angerufen, der im darauf sagte:“ Ok offenbar weisst du nicht wo deren Limit sein soll..also tu ihnen nichts schlechtes indem du ihr limit irgendwo setzt. Geh also in den Klassenraum zurück. Und sag ihnen: „Das war schon ziemlich gut. Aber ich weiß ihr könnt es besser!““.

    Ich persönlich denke, direkt zu sagen: „Ich geb aus Prinzip keine einsen“ ist die falsche Art die angestrebte Motivation zu vermitteln. Alles eine Sache wie man es vermittelt denke ich.

  24. Also ich kann Steve da nur zustimmen. Mich selbst hat positives Feedback immer mehr motiviert als negatives. Und wenn das Feedback ungerecht und negativ ist, kannste es eigentlich gleich vergessen.

    Abgesehen davon ist es halt auch ungerecht, da andere Lehrer ja durchaus Einsen verteilen und man dann bei gleicher Leistung schlechter dasteht.

  25. Hmm, bei mir gabs in 12 Jahren Schule bei keinem Sportlehrer was anderes als ne 1 – Jeder soll halt sein bestes geben. Ich war zwar auch nie auf einer Sportschule, aber ne 3 gabs nur, wenn man zu selten beim Sport war 😀
    Schon krass bei euch da im Norden!

  26. Gottseidank hatte ich keine solcher Lehrer…nur einmal kam der Satz „ich geb dir keine 15 Punkte, das fühlt sich falsch an“. War zum Glück nur während der Quartalsnoten, zum Halbjahr hatte ich dann meine 15 Punkte.

    Was fast noch dümmer ist als „ich geb aus Prinzip keine Einsen!“ ist das, was ein Lehrer meines Großvaters abgezogen hat (also SEHR alte Schule): „Ich gebe Einsen, aber nur an Schüler, die besser sind als ich.“ Wie genau man es schaffen sollte, ohne Internet oder dauerhaften Bibliothekszugang besser zu sein als ein studierter Akademiker konnte er nie erklären.

    Kurzum: Ich geh absolut mit dir d’accord. Jetzt als Lehramtstudent grübelt man natürlich auch etwas über seine Notenvergabe später und ich denke jetzt schon, dass ich niemand bin der mit Einsen um sich schmeißt, dafür erwarte ich durchaus sehr gute Leistungen. Nur wenn die jemand bringt, dann muss man ihn auch entsprechend belohne. Mehr als perfekt machen kann man es doch nicht, zu was soll ich da motiviert werden?

  27. In Frankreich wird dies auch in Gewisser Form Praktiziert. Es werden Noten von 0 (Schlecht) bis 20 (Perfekt) vergeben. Wobei die höchste Note die man bekommen kann eine 19 ist. Eine 20 wäre Perfekt und Perfektion gibt es nicht. (Wird nicht überall so Praktiziert aber sehr oft)

    Ob du das gut oder Schlecht für die benoteten ist kann ich leider nicht Nachvollziehen. In meinen Augen ist die Philosophie dahinter aber im Kern richtig. Es gibt keine Perfektion.

    • Ich sehe den Sinn nicht, eine Note einzuführen die nicht erreichbar ist. Nimmt man die klassische Bezeichnung einer Eins, ist das „sehr gut“. Das ist noch lange nicht perfekt, aber immerhin erreichbar. Es ibt im Gegenzug ja auch null Punkte, was garkeine Leistung ist. Die kann man aber auch bekommen, selbst wenn man etwas geschrieben hat. Und ein paar Sätze Geschreibsel sind vllt. nicht von Wert, aber nichts sind sie trotzdem nicht.
      Wer also sagt „es gibt keine Perfektion, also keine volle Punktzahl“, der muss auch sagen „null Leistung ist auch wirklich null Leistung, also war der Schüler nicht anwesend oder maximal hat er ein leeres Blatt abgegeben“.

  28. So einen ähnlichen Lehrer hab ich momentan an ’nem Berufskolleg. Dieser vergibt anscheinend generell die Note 3. Selbst wenn man da in seinem Test die 3 bestätigt, aber mündlich klar besser ist, wird die 3 vergeben.

    Gibt da auch Leute in der Klasse, die aus der Sicht des Lehrers mündlich sehr aktiv sind, in Wirklichkeit aber bloß mit den Tischnachbarn am labern sind. Diese schaffen es dann immer sich irgendwie eine Note höher zu reden.

    Das ist irgendwie ziemlich demotivierend, da diese Note unter anderem meinen sonst recht guten Notenschnitt herunter reißt…

  29. Ich hatte gleich zwei solcher LK-Lehrerinnen. Das ist dann besonders blöd, weil alle anderen LK-Lehrer total nett benotet haben. Die beiden aber haben sich deutlich in meinem Abi-Schnitt gespiegelt.

    Ich finde allerdings, dass das durchaus vernünftig ist, die Höchstpunktzahl nur dann zu geben, wenn das Ergebnis auch wirklich perfekt ist. In meinem Studium (Jura) wird es schon immer so praktiziert, in ganz NRW schließt pro Halbjahr durchschnittlich nur EINER das Examen mit Bestnote ab.
    Dafür haben wir auch nicht das Problem wie die Bachelor, dass die guten nicht mehr herausstechen. Wenn man eben auch bei einer nicht perfekten Arbeit eine Bestnote gibt, wie soll man dann noch die perfekte Arbeit auszeichnen? Ein Dozent meinte mal zu mir „18 Punkte [Höchtpunktzahl] gibt es nur, wenn ich durch das Korrigieren noch was gelernt habe.“. Der Vorteil bei uns ist aber: es wird von ALLEN so praktiziert. Und das auch schon seit Jahrzehnten. Somit weiß ein potentieller Arbeitgeber auch, dass „nur eine Drei“ eine absolut annehmbare Leistung ist. In der Schule habe ich mich ohnehin aufgeregt, dass jeder Lehrer so benotet, wie es ihm gerade passt…

    Sorry für den Lehrerflame, Steve, aber wenn ich sehe, dass bei einer Facharbeit der eine Kurs das volle Notenspektrum abkriegt und der andere nur von 1+ bis 1- (so geschehen!), dann kann da sowieso was nicht stimmen.

  30. Hey, ich stimme dir vollkommen zu. Als Lehrer bekommt man im Studium sicherlich mal Benotungsnormen wie kriteriale(bei Sport z.B. x Meter weit springen für Note y), soziale (Vergleich der Leistung innerhalb der Klasse – z.B. der Klassenbeste bekommt eine 1 und der Rest wird daran ausgerichtet) und individuelle(du hast dich verbessert/mehr angestrengt als im letzten Jahr und bekommst daher eine gute Note, auch wenn du absolut gesehen nicht so gut bist wie andere).

    Ich bin ja Fan von der kriterialen Bezugsnorm.
    Gerade, wenn die Noten noch nicht so wichtig sind, kann man aber auch mal pädagogische Überlegungen miteinbringen.
    Bei uns an der Schule gab es früher auch Lehrer, die in der Oberstufe maximal 14 Punkte gegeben haben. Nach dem Motto „für 15 Punkte muss der Schüler besser sein als der Lehrer

  31. Am besten war meine Chemielehrerin in der Oberstufe. Sie hat jedes mal die Hausaufgaben eingesammelt und diese dann auch benotet. Ihre Divise dabei war: „Da in der Hausaufgabe keine Transferleistung zu erbringen ist, kann ich auch max. 12P auf eine perfekte HA geben.“ Die Gesamtzahl an Hausaufgaben ging zu 60% in die mündliche Note ein. Demnach war die max. mündliche Note auf 13P begrenzt, was keiner schaffen konnte.

  32. „Es muss jeder Lehrer selbst wissen, wie er seinen Unterricht gestaltet und seine Noten vergibt.“
    Und genau da liegt das problem.
    Nicht nur, dass viele lehrer keine 1en vergeben wollen, sondern viel mehr auch ein gros durch sympathie bzw „schleimen“ bestimmt wird, da lehrer in den meisten fächern ja einen recht großen benotungsspielraum haben
    Und schüler als motivation schlechter zu zensiren ist echt riesen bullshit. Das demotiviert eher, und fair ist es sowieso nicht

  33. Ich kennen keinen Lehrer der das so geäußert hätte bei uns, aber wahrscheinlich durchaus praktiziert hat. Allerdings bin ich auch schon so lange raus, das da einiges an Wissen flöten gegangen ist 😉

  34. Ich bin allgemein kein Fan von Noten mehr. Macht mich ehrlich gesagt traurig, was diese Zahlen für einen unfassbaren Druck auf junge Menschen ausüben.

    Das Lob was der Junge von dir bekommen hat, das wiegt doch tausend mal mehr, als die 1 an sich. Für mich zumindest. Würde mich total interessieren, was für den Jungen jetzt mehr ausgemacht hat. Deine netten Worte oder doch die 1 auf dem Zeugnis.

    • Schon richtig, was Du schreibst – allerdings hilft ja kein Lamentieren, wir müssen uns im aktuellen System bewegen, und das basiert leider auf Noten!

      • Ja klar, das versteh ich natürlich auch. War auch keine Kritik an dir persönlich. Du hast es für mich ja sogar wirklich schön gelöst, in dem du ihm eben gesagt hast, was er gut macht und was du an ihm schätzt.

        Ich kenne es aus meiner Schulzeit eben nur so, dass da die rote Note stand und dann wars das.

    • Doktor Allwissend hat es mal schön auf den Punkt gebracht:
      Die Noten wären im Schulumfeld vielleicht verzichtbar, im Bewerbungsbereich aber nicht mehr. Würde jede Firma jeden einzelnen Bewerber aussieben müssen (weil es kein Vergleichssystem mehr gibt), würde man wahrscheinlich sich die ersten hundert angucken und dann die Entscheidung treffen, ohne den Rest zu beachten.

      Ich für meinen Teil finde Noten bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, man muss nur die Balance zwischen Fairness und „ich will dem armen Kind nicht seine Zukunft vollends versauen“ finden. Nur wer halt garnichts tut, dem kann ich auch nicht aus Gnadengründen noch ne drei geben.

      ps: Wäre aber bestimmt lustig, wenn man auf dem Abiball, statt das man ein Zeugnis bekommt, nur vom Rektor liebevoll auf den Kopf getätschelt wird mit den Worten „hast fein gemacht, bist ein braver Junge“ 😀

      • Es muss ja niemandem Zucker in den Arsch geblasen werden. Wenn jemand kacke is, dann sollte man es ihm auch schon sagen. Völlig klar. Schwachstellen sollte man einem Schüler schon aufzeigen, um daran dann arbeiten zu können.

        Aber eine Zahl sagt für mich halt gar nichts aus. Ich kann ne 3 in Mathe haben, weil ich überhaupt nicht addieren kann und da 5er bekomme. Auf der anderen Seite kann ich aber besser als alle anderen subtrahieren und bekomme da jedes mal ne 1. Am Ende steht da aber nur die 3 und jeder denkt ich bin nicht mehr als Durchschnitt, obwohl ich ein besonderes Talent habe.(Übertriebenes Beispiel;))

        Mir is ja klar, dass die Arbeitswelt völlig darauf ausgerichtet ist, aber gefallen muss es mir nicht. Und es gibt viele Schulen, die den Versuch starten und es reformpädagogisch anders machen wollen. Auch da ist sicher nicht alles perfekt, aber es wird zumindest versucht etwas zu ändern.

        http://1.bp.blogspot.com/-wSw4CjKHLOs/TgMI0H-mbpI/AAAAAAAACQY/BaQcrFC0pqE/s1600/baum_klettern_pruefung.gif

    • Prüfungen kommen vom Militär und sollen disziplinieren, sich der Norm nach zu bewegen. Für normgerechtes Verhalten gibt es die wenigsten Bestrafungen, aber keine Belohnung.
      Der Ansatz ist veraltet, besonders da meiner Meinung nach Belohnungen viel besser konstruktives Verhalten aufbauen als Bestrafungen.

      • Absolut richtig, aber das ist eben das Problem bei gewachsenen Systemen, die einmal unter anderem Hintergrund (damals Preußen) entstanden sind. Es wird immer hier und da geflickt, weil sich politisch große Veränderungen nicht durchsetzen lassen. Und somit hängt es dann am Ende wieder am Elternhaus und den Lehrern die man bekommt wo man am Ende landet…
        (Ausnahmen bestätigen die Regel)

  35. Von der Schule her war das bei mir nie so, allerdings kenne ich sowas von einem Praktikum. Da wurde mir vorher mitgeteilt, dass keine beste Bewertung vergeben wird, da das bedeuten würde, dass der Praktikant perfekt wäre und es soetwas nun einmal nicht gäbe. Dementsprechend habe ich mich dann auch nicht mehr besonders angestrengt.

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