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Acht Millionen US-Dollar Schadenersatz waren die Forderung, aber Blizzard musste beim Landgericht Leipzig eine Klatsche einstecken: “Reines ‘Raten’ von Schaden, ohne jede Beweise oder zumindest nachvollziehbare Begründungen, ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht möglich,” heißt es aus der Anwaltskanzlei von Bossland.

So sehr ich Bots und Cheatprogramm verachte, ganz traurig bin ich aufgrund dieses Urteils nichts: Bossland war ja früher mal in der WoW-Nacht zu Gast, und man kennt sich. Es ging Blizzard hier nicht darum, einen angemessenen Schadensersatz zu erstreiten, sondern hier wurde schlicht und einfach versucht, ein Exempel zu statuieren, bzw. das Leben eines Menschen zu zerstören. Acht Millionen Dollar Schadensersatz sind nicht angemessen. Punkt!

Quelle: Buffed.de

14 KOMMENTARE

  1. Bisher habe ich 4 Kommentare gelesen, und – sorry Leute! – alle gehen völlig am Thema vorbei.

    Es geht in Leipzig um Schadensersatz, nicht um Strafe. Strafen sind das, was ein Strafrichter für Betrug, Mord, Diebstahl usw. ausspricht; Geldstrafen kommen der Staatskasse zugute. Schadensersatz soll, wie der Name sagt, dem Kläger, also Blizzard, den Schaden ersetzen, der durch rechtswidriges Handeln des Beklagten entstanden ist. Und diesen Schaden muss Blizzard darlegen. Eine Schätzung ins Blaue hinein ist nach unserer Prozessordnung unzulässig. Blizzard müsste also konkrete Umsatzeinbußen darlegen, die durch den Bot entstanden sind. Und hieran krankt es: entweder sie haben keine konkreten Zahlen dargelegt, oder sie konnten keine Querverbindung sinkender Zahlen zur Botnutzung beweisen.

    In den USA mag das Beweisrecht anders aussehen; die gerichtlichen Schätzmöglichkeiten mögen dort großzügiger sein. Aber mit einem amerikanischen Urteil gegen einen deutschen Beklagten kann sich Blizzard eben nur den Hintern abwischen, mehr nicht.

    Es geht NICHT um die Frage, ob Bots “illegal” (im Sinne einer Urheberrechtsverletzung) sind. Ja, das sind sie, das wurde in anderen Verfahren geklärt. Deshalb hat Blizzard auch einen Anspruch auf Unterlassung der Botnutzung, auch das wurde in anderen Verfahren geklärt.

    Hier ging es darum, ob Blizzard einen konkreten Schaden durch die Botnutzung nachweisen konnte, und das konnten sie offensichtlich nicht.

    Ich hoffe, dass die meisten dieses Urteil nun in den richtigen Kontext einsortieren können.

    • Bei buffed ist jetzt das Urteil mit drin, habe es aber nur überflogen, da 28 Seiten für eine Sitzung doch zu langweilig und zu lange sind, da ist mir ein Automagazin doch lieber 😉

      Strafe stimmt ja, bedingt, nach amerikanischem Recht, da es ja auch um diese punitiv damages ging, soweit ich dies verstanden habe, welche ja im deutschen Recht nicht vorgesehen und nicht anerkannt (?) werden.

      Wobei ich es interessant fand, dass die nur 200 USD ansetzen für einen Urheberrechtsverstoss, wenn man anschaut was in HH und M schon für ein Lied an Schadensersatz als durchging.
      Und hier war es ja unstittig Gewerbetreibende.

  2. Eigentlich muss doch Blizzard Bossland das Geld überweisen. Bei jeder Bannwelle steigt doch die Verkaufszahl der Spiele an, weil die Farmer und Gebannten wieder neue Accounts brauchen.
    Abgesehen davon finde ich das Urteil toll, da es auch einem US Konzern zu verstehen gibt, dass die USA uns in Europa nicht alles ungeschaut auf das Auge drücken können, das wie rechtlich und geschäftlich.

  3. 8 Millionen ist vielleicht ein bisschen hoch, allerdings hätte ich mir eine sehr empfindliche Strafe gewünscht. Er zerstört oder zumindest schwächt durch seine Programme den Spielspaß von Millionen Spielern. Ich sehe seine Programme als Cheating, und es wäre für die gesamte Gaming-Community einfach nur zu wünschen, dass diese Kinder mal angemessen bestraft werden.

    1€ pro aktiver Spieler Strafe wäre doch fair, eigentlich. Dann wäre man mit den 8 Millionen ja doch nicht so weit weg, wenn ich es mir recht überlege…

    • Sehe ich nicht so. Mich stören Bot user gänzlich null im Spiel. Warum auch? Ich sehe nicht, wo sie Leuten die sie total ignorieren schaden sollten.

      • Bots nerven im PvP, beim Farmen jeglicher Ressourcen und beim Questen. Dadurch zerstören sie unter anderem auch die Wirtschaft im Spiel. Die Spieler verdienen sich etwas, wofür andere aktiv eine längere Zeit spielen müssen, indem sie einfach irgendein Programm laufen lassen.
        Ich mein du kannst dir den Schwachsinn gerne schön reden.

  4. Er hat eine Straftat begangen und sich an anderen bereichert , also mein Mitleid hat er nicht. Cheater waren mal verachtet, und wenn sie erwischt wurden, haben sie sich geschämt heute brüllen sie, warum man sie bannt, cheaten ist doch normal. Daran trägt der Obengenannte eine Mitschuld, also warum sollte er nicht dafür bezahlen. Er hat vielen die Spiele madiggemacht, die fair spielen.

      • Ich finde es scheiße was er macht und jetzt soll ich dasbekommen was er verdient. Wegen leuten wie ihm gibt es immer mehr die Cheaten. Bist du jetzt mit der Aussage zu frieden ?^^

  5. Wenn ich das richtig verstanden habe, ging es dabei nicht um die Strafe selbst, die wurde ja nach US-Recht festgelegt, sondern um einen in Deutschland vollstreckbaren Titel zu erstreiten.

    Strafen sollten einfach, ähnlich dem Verkehrsrecht in manchen Staaten, an dem Vermögen bzw. Einkommen angepasst sein oder wie bei uns bei den Tagessätzen.

  6. Wäre eigentlich schon ok gewesen sein Leben zu zerstören, denn er geht offensichtlich kriminellen Machenschaften nach.
    Ist ja nicht so, als könnte man sich in Deutschland davon nicht auch wieder erholen.

  7. Ist die Summe zu hoch? Auf jeden Fall. Erinnert mich ein wenig an die Summen, die Entwickler aufgrund von angeblichen Verlusten gelegentlich von Raubkopierern etc. fordern. Sollte man sich deshalb auf die Seite von Bossland schlagen? Auf keinen Fall … Das Erschaffen und Verwenden von Bots und ähnlicher Software sollte nicht toleriert werden und gehört in extremen eindeutig bestraft. Da die Leute von Bossland ihr Geld hauptsächlich durch das Verschlimmern der Spielqualität verdienen und sie persönlich kein Problem damit sehen, ist in diesem Fall eine realistische Strafe durchaus angebracht.

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