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Ob es ein Thema gibt, bei dem Gesundheitsminister Jens Spahn das Internet nicht gegen sich aufbringt? Der Kampf gegen Krebs ist es jedenfalls nicht. Erst vor wenigen Tagen erklärte Spahn, Krebs könne in zehn bis 20 Jahren besiegt sein.

Schon spannend, wie es Spahn immer wieder schafft, das Netz gegen sich aufzubringen. Auch wenn er quasi mittlerweile eine Persona non grata in den sozialen Netzwerken ist, gehe ich fest davon aus, dass er es mit seinen Statements nie böse meint…

Auch hier: Im Grunde meint er nichts Anderes als „bewegt Eure Ärsche mal ein wenig mehr und ernährt Euch gesünder, dann minimiert Ihr Euer Krebsrisiko“. Die in den letzten Jahren stetig weiter gewachsene Echauffierungskultur in den sozialen Medien fühlt sich dadurch natürlich (wie immer) getriggert.

More Drama pls! Manchmal habe ich besonders bei Twitter das Gefühl, dass dich die Leute absichtlich falsch verstehen wollen. Ich bin mir relativ sicher, dass Spahn zu keinem Zeitpunkt Krebs in irgendeiner Form verharmlosen wollte, bzw. die Erkrankten irgendwie herabwürdigen. Bei Spahn habe ich auch immer das Gefühl, dass „die Medien“ sich bei den Interviews mit ihm schon gezielt solche „Punchlines“ herauspicken (und aus dem Zusammenhang reißen), weil dabei halt immer ein guter Aufhänger für nen Artikel (und nen Shitstorm) herauskommt…

Quelle: Watson.de

17 KOMMENTARE

  1. Hallo Steve,

    ich muss sagen da verstehe ich Dich nicht so ganz…
    Was Hr. SPahn meint damit, sei mal dahingestellt, denn es gib durchaus zwei Möglichkeiten:
    1. Lebt gesünder und hebt eure Ärsche!
    2. Er verharmlost Krebs und sagt damit: Wer Krebs hat ist selber Schuld.

    Dass hier den SJW der Kopf platzt ist ja klar.

    Aber versuch mal bitte etwas über den Tellerrand zu schauen. Was würde Dir bei so einer Bemerkung durch den Kopf gehen, wenn Du selbst Krebs hättest oder jemand anderer in deinem Umkreis.

    Zusammenfassend:
    Jemand der keinen Bezug zu dem Thema hat, was für mich beim „klassischen“ SJW der Fall ist, sollte einfach mal die F….. halten.
    Aber das rechtfertigt nicht, dass man mit solchen evtl. absichtlich provokativen Aussagen einfach um sich werfen kann, ohne zu berücksichtigen wen man damit evtl. angreift oder verurteilt.
    Und ganz sicher rechtfertigt dies nicht was Du hier tust Steve, und zwar jegliche Kritik an derartigen Aussagen als SJW-Aktion abzutun.

    Wie würde es Dir denn gehen, wenn jemand sagt:
    Bauchschmerzen sind ohne Probleme vermeidbar… Man muss als verantwortungsvoller erwachsener Mensch nun einmal auf seine Ernährung achten, dann kann man so etwas leicht verhindern.

    Bitte versteh mich nicht falsch, ich sehe hier nur beide Seiten.
    Leider finde ich, dass Du in letzter Zeit etwas weniger Differenzierst und teilweise nur „drauflosprügelst“, vor allem wenn Du dich mal eingeschossen hast bzgl. eines Themas. Und die SJW-Thematik ist da derzeit schon im Fokus.

    Liebe Grüße
    Platon

  2. Ich arbeite selbst im Gesundheitssektor und muss hier mal eine Lanze für Jens Spahn brechen. Die anstehenden Gestzesänderungen sind seit 20 Jahren die ersten, die spürbare Verbesserung für Heilmittelerbringer sind. Ansonsten sind bis dato immer nur die Mitarbeiter im öffentliche. Dienst berücksichtigt worden. Im Gegensatz zu vorherigen Ministern die eigentlich möglichst sich mit keinem grossen Playern anlegen wollten. Handelt er und setzt auch Dinge um.

  3. ganz ehrlich, unser lieber Herr Spahn ist doch nicht dumm. Sonst wäre er nicht so weit gekommen. Aber bei seinen Kommentaren schaltet er öfter mal den Kopf aus habe ich das Gefühl. Er weiß das er schon nicht in der besten online Position ist, weiß wie das Internet reagiert und er weiß sicherlich auch wie man es verstehen könnte. Wie gesagt ich halte den Mann für nicht dumm!

    Aber mal ganz im Ernst warum postet man dann so etwas bei Twitter? Jeder halbwegs clevere Typ mit ein bischen Online Medienerfahrung weiß doch, dass sowas nach hinten los geht oder?

    Ein Post wie „Der Kampf gegen Krebs muss verstärkt werden“ ist doch um einiges unverfänglicher als solche „tipps“ oder?

    naja die Zeit in der ein Mensch der nur Ansatz weise etwas von Medizin weiß, am besten noch studiert hat Gesundheitsmenister wird ist wohl zu viel des Guten

  4. Politiker sind in den sozialen Medien ungefähr so beliebt wie Wildjäger, vielleicht sollte man seine Worte da einfach bedachter wählen – ist schliesslich deren Beruf.

  5. Es ist ja nicht sein erster Griff ins Klo. Man erinnere sich nur an seine Aussagen über den Pflegepersonalnotstand. Er ist leider definitiv der Falsche für den Posten.

  6. Er sagt, dass man mit einer gesunden Lebensweise das Risiko an Krebs zu erkranken, senken kann. Sehe da nichts falsches dran.
    Klar, ne Garantie gibt’s nicht. Aber wo gibt’s die schon in Leben.

    • Aber genau das ist der Punkt. Er spricht nicht davon, das Risiko zu senken, sondern: „Jeder kann seinen persönlichen Kampf gegen Krebs heute beginnen“.
      Ich habe kein Krebs, fühle mich also nicht angesprochen. Jeder mit Krebs dagegen schon.

      „Jeder kann mit dem senken des Risiko an Krebs zu erkranken schon heute beginnen“ – hat eine ganz andere Message als sein geschriebener Satz.

  7. Naja, er formuliert das halt so als wären Krebserkrankte (immer) selbst für ihr Leiden verantwortlich. Dabei kann man durch seine Maßnahmen das Risiko dran zu erkranken halt nur senken. Und so hätte er es auch formulieren sollen. So kommt es jetzt rüber als wenn er a) ein riesiges Arschloch ist oder b) dumm ist und nicht weiß, wie Krebs überhaupt entsteht

  8. Als linke Zecke fällt es mir natürlich sehr schwer, aber ich muss Jens Spahn einfach recht geben. Man kann sein persönliches Krebsrisiko durchaus reduzieren, indem man nicht raucht, mehr Sport macht und Sonnencreme verwendet. Das alles bedeutet jedoch nur, dass man sein RISIKO reduziert. Es ist KEINE Garantie, dass man keinen Krebs bekommt.

    • Als rechte Zecke kann ich meinem Vorredner nur zustimmen. Spahn spricht ganz offensichtlich nur davon, wie man sein Risiko verringern kann, er behauptet nicht, ein Heilmittel gefunden zu haben. Jede andere Auslegung ist einfach nur eine unfaire Unterstellung.

      Als AfD-Anhänger ist man, was das angeht, ein gebranntes Kind!

  9. Falsch interpretiert?
    Ihm absichtlich was Unterstellen?

    Ich hatte schonmal die Ehre ihn live zu erleben und muss sagen, dass wir selten jemanden hatten, der sich im Gesundheitssektor weniger auskannte.

    Aber muss man ja keine Ahnung haben um Minister zu werden, es gibt ja genug Zuarbeiter.

  10. „Nicht (mehr) rauchen“ find ich ein bisschen zynisch, wenn man bedenkt, an wem es bisher scheiterte, dass wir noch kein Außenwerbeverbot für Tabak haben (wie jedes andere Land der EU) und welche Partei sich beharrlich weigert genau offenzulegen, wie viel Geld sie von der Tabakindustrie erhält.

    Ansonsten ist da aber wirklich nix wildes bei. Spahn hat sich mittlerweile einfach den Ruf eines Volltrottels eingehandelt und wer dieses Prädikat einmal hat, wird es im Internet nunmal nicht mehr los. Das ist ja nicht nur im Bezug auf Politik so, sondern auch im Gaming oder Sport.

  11. Gibt ja sehr schön das Kernproblem unserer heutigen Gesellschaft bzw. der Generation wieder, die da hauptsächlich auf Spahn geantwortet hat: Lauter Egozentriker, die meinen, die ganze Welt würde sich nur um sie und ihre Probleme drehen. Dass da draußen tatsächliche viele Betroffene mit Hautkrebs und Lungenkrebs (gehören beide immerhin zu den 5 häufigsten Krebsarten, Lungenkrebs ist sogar die zweithäufigste) herumlaufen, kommt den meisten erst gar nicht in den Sinn. Stattdessen möchten sie möglichst alles dramatisieren und sich selbst und ihre ach so schlimmen Schicksale in den Mittelpunkt rücken. Auf Twitter funktioniert das natürlich am besten mit den bekannten Stilmitteln: Vereinfachen, dramatisieren, Opferrolle selbst einnehmen oder irgendwelchen Minderheiten aufschwatzen, einige Hauptsätze emotionslos aneinanderreihen und eine schöne Punchline-Phrase an den Schluss setzen.

  12. So geht es der AFD auch.. in jedem Satz findet ein Wutbürger/SJW Gründe für einen Shitstorm.. selbst wenn keine Kommunikation stattfindet, wird sich eben darüber echauffiert.

  13. Twitter ist aktuell selbst cancer … allein das #lochistloch Drama vom Lidl die Tage .. absoluter Bullshit.
    Man kann sich immer über alles egal wie künstlich aufregen .. wenns so weitergeht seh ich schwarz.
    Das war das geile an den 80’ern, Du hattest nur die Spacken im Dorf / in der Umgebung, das war auszuhalten .. aber dank Internet sind die nu überall.

    Ich überlese den Kram aktuell noch .. wenns zu arg nervt verzichte ich halt auf SocialMedia, sollen die sich die ganzen SjW’s, Femnazis etc halt dort die Köppe einhaun.

  14. „Ich bin mir relativ sicher, dass Spahn zu keinem Zeitpunkt Krebs in irgendeiner Form verharmlosen wollte, bzw. die Erkrankten irgendwie herabwürdigen.“

    Das Problem an seiner Aussage ist es halt nur für Hautkrebs und Lungenkrebs greift – andere Formen von Krebs haben damit überhaupt nichts zu tun.

    „Jeder kann seinen persönlichen Kampf gegen Krebs heute beginnen.“

    Damit hat er sich ein Eigentor geschossen.
    Jeder der an anderer Form von Krebs erkrankt ist (wie in deinen Beispielen) springt bewusst darauf auf. Seine Aussage ist zu verallgemeinert.

  15. Danke! Sehe ich absolut genauso. Bin mittlerweile auch recht genervt von Twitter, da sich jeder über jeden Scheiß aufregt, aber absolut nicht kritikfähig ist.
    Ich sehe für diesen Shitstorm absolut keine Begründung. Keine Ahnung warum sich alle aufregen.

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