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Auch wenn ich (Azurios) für gewöhnlich keine Filmbiografien mag, so konnte ich es mir als großer Fan von John Ronald Reuel Tolkiens Werken aber selbstverständlich nicht entgehen lassen mir diesen angeblich auf seinem Leben basierenden Film anzuschauen. Folgend möchte ich jetzt kurz auf diese Produktion eingehen und erklären, welche Fans sich Tolkien am besten nicht anschauen sollten.

Zu Beginn möchte ich erst einmal klarstellen, dass sich der Film nicht wirklich mit dem Prozess des Schreibens von Tolkiens Büchern beschäftigt. Da ein Buch zu schreiben nicht unbedingt eine spannende Tätigkeit ist, beschäftigt sich der Film hauptsächlich mit Tolkiens Leben vor dem Jahr 1925. Der Hobbit wurde allerdings erst 1937 veröffentlicht. Wer sich also für die späteren Jahre von Tolkiens Leben interessiert, der wird mit diesem Film wenig zufrieden sein.

Was die Zuschauer allerdings in diesem Film finden können, ist eine von gelungenen Charakteren vorangetriebene Geschichte, die sich mit Kunst, Freundschaft und Liebe beschäftigt. Viele Szenen in dem Film sollen nur hervorheben, was für eine enge Beziehung Tolkien mit seinen Freunden und seiner ersten Liebe Edith Bratt hatte. Die Leistungen der Schauspieler sind in diesem Bereich alle hervorragend und stellen auf jeden Fall eine der Stärken von Tolkien dar.

Zusätzlich dazu versucht der Film den Zuschauern bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu erklären, welche Aspekte von Tolkiens Leben eigentlich die Grundlage für die Inhalte seiner Bücher bildeten. Dieses Vorhaben wird in den Kriegsszenen beinahe schon übertrieben stark vorangetrieben. Die Freunde von Tolkien sind die Inspiration für die vier Hobbits und die Gefährten aus dem ersten Teil von Der Herr der Ringe (Sie werden im Film sogar als Gefährten bezeichnet). Weitere gezeigte Inspirationen sind beispielsweise Birmingham als Mordor, die Bäume seiner Kindheit als Ents, der Tanz von Edith Bratt als Anspielung auf Belen and Luthien und die grauen des Ersten Weltkrieges als die Monster in Mittelerde (Ein Drache wird zu einem Soldaten mit Flammenwerfer). Auch wenn Tolkiens Erfahrungen sicherlich einen gewissen Einfluss auf seine geschriebenen Werke hatten (kaum gewaltige Kriegsszenen in den Büchern), so übertreibt der Film in diesen Momenten aber leider ein wenig. Meiner Meinung nach hätte man auch auf die Fantasy-Szenen verzichten können und das Ganze nicht so darstellen sollen, als hätte Tolkien seine Erfahrungen beinahe schon direkt in seinen Büchern festgehalten.

Abschließene Gedanken zu der Filmbiografie:

Wer von John Ronald Reuel Tolkien nur weiß, dass er irgendwann einmal den Hobbit und den Herrn der Ringe geschrieben hat und diese Bücher mittlerweile verfilmt wurden, der sollte an diesem Film auf jeden Fall seine Freude haben. Die Leistung der Schauspieler, die erzählte Geschichte und die technischen Aspekte ergeben zusammen einen guten Liebesfilm (mit Elementen von Kriegsfilmen) rund um Freundschaft, Liebe und Kunst. Fans von Action oder extremen Abenteuern sollten dem Film aber fernbleiben.

Ansonsten funktioniert der Film meiner Meinung nach aber leider nicht wirklich gut als eine Filmbiografie zu Tolkien. Um den Film spannender zu machen und einigen Klischees zu entsprechen, wurden leider zu viele kleine und große Änderungen an den geschilderrten Ereignissen durchgeführt. Beispielsweise schwört Tolkien im Film erst einige Sekunden vor seiner Abreise in den Krieg Edith Bratt seine Liebe. Dieser Moment sollte Zuschauern aus enorm vielen anderen Filmen bekannt sein und ist einfach nur ein unnötiges Klischee. In Realität verlobten sich die beiden Personen aber bereits im Jahr 1909 und sie heirateten im Jahr 1913 kurz vor Tolkiens Einsatz im Ersten Weltkrieg. Dazu kommen dann noch der oben erwähnte Punkt mit den problematischen Fantasy-Szenen und der zu starke Fokus auf die Liebesgeschichten.

Zusammenfassung: Guter Liebesfilm, Schlechte Filmbiografie.

2 KOMMENTARE

  1. Atze, können wir einrichten dass du in Zukunft ne wöchentliche Kolumne für den Blog machst?

    Is nämlich echt gutes Zeug Brudi.

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