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Vor etwa zwei Wochen hatte Blizzard den Hearthstone Profispieler „Blitzchung“ für zwölf Monate von seinen Turnieren verbannt, da er in einem Interview nach einem seiner Spiele für die Befreiung seines Landes und Unterstützung der Proteste in Hongkong plädiert hatte. Die „Verbannung“ wurde mittlerweile zwar abgeschwächt, dennoch sind die Spieler immer noch empört und Blizzards Schadensbegrenzung macht die Dinge eher schlimmer als besser. (Via)

Bei den anstehenden „Hearthstone Collegiate Championship“ dürfen die Spieler keine eigenen Kameras mitbringen und (haltet Euch fest) keine Interviews mehr geben. Irgendwie reitet sich die Company immer tiefer in die Sache rein. Mit ihrer neuerlichen Zensur-Politik machen sie meiner Ansicht die Sache nur noch schlimmer. Die einzige Chance, halbwegs heil aus der Sache rauszukommen, wäre meiner Ansicht nach die Proteste einfach zuzulassen. Dann würde jeder Kritiker und Troll sich einmal auskotzen und dann wäre die Sache erledigt.



Statt dessen macht es Blizzard jetzt so, dass ihre Events massiv einschränken oder gar ausfallen lassen – wie jetzt das Overwatch Switch Release-Event. Es gibt sogar schon Gerüchte, dass Blizzard darüber nachdenkt, die Blizzcon ausfallen zu lassen, da man so viel Angst vor Protesten und weiterem Gegenwind hat.

Einige Fans vermuten nun sogar, dass die Blizzcon, die Anfang November stattfinden soll, ins Wasser fällt. Die Angst seitens Blizzard, das es in diesem Rahmen zu größeren Protesten kommen könnte, scheint verständlich.(Via)

Ich persönlich kann mir das nicht vorstellen, da man aktuell schon sehr stark unter Zugzwang steht – allein schon wegen der Ankündigungen von Riot am Mittwoch. Blizzard muss liefern. Wenn dieses Jahr keine großen Ankündigungen kommen, wird sich das u.a. massiv auf den Aktienkurs auswirken – und der ist für die Company ja in dieser Zeit das absolut Wichtigste, wie wir gelernt haben.

30 KOMMENTARE

  1. Hi

    Ich finde die ganzen Proteste die wegen diesem *No Topic* Theme passieren eh lächerlich .

    Jeder stellt sich wie der ultimative Vertreter von Gerechtigkeit, Selbstlossigkeit und Nächstenliebe da…..und glaubt das seine gammligen Hashtags und Kommentare was gutes tun machen

    Sich aber im nächsten Atemzug das neueste IPhone kaufen..bei Primark shoppen und alles so billig wie möglich haben wollen.

    Jeder ist Teil des Problems aber sein Konsum Verhalten will auch niemand verändern. Und ja ich bin auch Teil des Problems.

    Das gleiche gilt für die ganzen*Drama*Youtuber. Alles verteufeln Blizzard und rufen zu Protesten auf….arbeiten aber auf einer Plattform von Google und erhalten auch Geld von Google für Ihre Videos(Views z.b.).

    Am Ende des Tages kann jeder Mensch sagen und die Meinung vertreten die er möchte…man muss nur mit den Konsequenzen leben können die daraus entstehen und sich dann nicht noch als Opfer sehen(das ist aktuell eh sehr angesagt….jeder ist das *Opfer* und nur wenige Leute sind bereit für Ihre Fehler auch einzustehen und durch die zu wachsen).

  2. Vermutlich dann beim Livestream kein Schwenk ins Publikum mit der Kamera, könnte ja wer ein böses Shirt tragen und keine Fragen aus dem Publikum… der red shirt guy hat ja schon letztes Jahr gezeit, dass man die Fragen vorher einreichen muss und geprüft wird, damit man keine „falschen“ Fragen stellt.

    Das Risiko werden sie sicherlich nicht eingehen.

    Sehr schade um diese Firma die einst für Millionen Spieler eine Legende war.. Geld regiert aber halt die Welt.

  3. Krass wie sich diese Firma, die ich früher mal geliebt habe, verändert hat. Blizzard ist inzwischen für mich genau so unsympathisch wie EA…

  4. Blizzcon war immer ein Ritual aber wenn ich in mich hinein horche ,

    .Also für mich kann es keine krasse Ankündigung geben was Blizzard wieder raus reißt wobei für gibt es auch nix zum rausreißen.(Außer die Login Fehler von heute Mittag in Classic , ey ich muss ans AH Herr Blizzard)

    Zu WOW Classic wird es wohl außer paar Infos nix geben sie werden wohl kaum nach nicht mal 2 Monaten wo Classic läuft TBC ankündigen.

    Und nur der Punkt ist Interessant(für mich).

    Ob es ein Diablo 4 gibt und was es wird ist mir egal, spiele das wenn überhaupt eh nur für die Story .Und das habe ich nicht einmal bei RoS geschafft . Mit eine Ingame Wirtschaft und einen richtigen AH und als MMO währe es interessant

    Neues WOW Addon . Retail da juckt mich nur das AH und Goldfarms . Und erstmal schaun was mit dem neuen AH wird und habe eh keine Zeit wegen Classic 😉

    HS juckte mich noch nie

  5. Es wird nicht eine Phase des auskotzens geben, solche Zeiten sind vorbei. Es wird eher dann unverhältnismäßig krasser seitens toxischen Leuten, die eine Bühne brauchen. Da ist es klüger von Blizzard, ihren Kurs so weiterzufahren, da gewöhnen sich die Leute eher dran.
    Die Grundaussage, dass blizz auf alles außer auf China scheißt ist bei den ganzen Leuten eh nun drin, wobei ich das immer noch sehr beschränkt finde. Sie haben eine Policy, die würde verletzt, Strafe berechtigt. Das ganze Thema ist ein Paradebeispiel für SJW content.

  6. Blizzard hat nach ihren Regeln gehandelt, die VORHER feststanden. Ja, es war Mist was Blizz gemacht hat, aber Blizzard hat nun mal Regeln aufgestellt und das nicht ohne Grund.
    Blizzard hat sich in der Vergangenheit auch für viel gutes Eingesetzt, was aber Anscheinend kein Schwein mehr interessiert.
    Für Blizzard (und damit meine ich ALLE Mitarbeiter, jeden von denen) kann eine Politische Äußerung gegen/für ein Land/Politik ziemlich viel Ärger bedeuten und VIELEN den Job kosten.
    Was würde wohl passieren, wenn China beschließen würde, das Blizzard-Spiele dort Verboten werden würden?
    (Sowas ist natürlich kein Freifahrtschein aber man kann sich schon dabei Denken, warum sie so gehandelt haben)
    Ich will nicht sagen, das Kritik nicht angebracht ist aber die meisten im Internet bringen keine konstruktive Kritik oder bleiben sachlich, sondern wollen einfach nur Meckern/Motzen/Hetzen usw…

  7. Was hat denn Politik auch beim Gaming zu suchen? Damit möchte ich weder Position zu oder gegen die Proteste beziehen, aber es ist bei Blizzard einfach an der falschen Stelle. Und ich finde des völlig richtig, dass man politische Neutralität in den Gaming Events haben möchte. Lasst Blizzard doch einfach auf ihre Spiele konzentrieren und gut.

  8. Der gute Barlow hat’s ganz gut kommentiert und zusammengefasst in meinen Augen.
    ActiBlizz sitzt vor einer lose-lose-Falle.

    Beugen sie sich der Outrage-Community drohen ihnen massive Konsequenzen bezüglich Zugang zum Chinesischen Markt.
    Und bleiben sie auf der aktuellen, mMn völlig berechtigten, Schiene wir die ganze Veranstaltung von der eigenen Community geschädigt.

    Ich denke dem Aktienkurs stehen schlechte Zeiten bevor egal was sie machen.
    Zumal Tencent ja auch Anteile in Höhe von 12% an ActiBlizz hällt. Das kann durchaus auch ne Rolle spielen im Umgang mit der ganzen Sache.

    • Ich freue mich persönlich immer sehr auf die Opening Show am TV jedes Jahr, hat halt jeder seine eigenen Vorlieben. Ist doch immer sehr spannend, was präsentiert wird, egal ob negativ oder positiv.

  9. Blizzard hat übrigens weitere Hearthstone Spieler für 6 Monate gesperrt, die ein Pro Hongkong Schild in die Kamera gehalten haben.

  10. Wir haben ja schon im Podcast darüber gesprochen, aber ich möchte es hier nochmal unterstreichen:
    Die Proteste gegen Blizzard sind absolut lächerlich und eine (was ich mir nicht vorstellen kann) durch diese Kinderkacke abgesagte Blizzcon wäre der absolute Armutsbeweis für „das Internet“ bzw. die Gaming-Community.

    • Naja eigentlich wäre es mehr ein Armutszeugnis Blizzards, wenn sie wegen sowas die ganze Messe absagen.

      Wie Steve schon sagte: Einfach drüber stehen und souverän mit der Sache umgehen anstatt sich jeden Tag weiter in die Scheiße reinzureiten.

    • Also Absagen werden sie die Blizzcon eh nicht. Das halte ich für Blödsinn.

      Aber berechtigt sind die Proteste schon. Blizzard reitet sich doch selbst immer weiter rein und ihre Reaktion war halt einfach komplett überzogen. Hätte man ihn einfach nur für einen Monat gesperrt wäre doch alles gut gewesen.

      Ich denke aber es liegt nicht nur an der Hong Kong Sache das die Leute so extrem reagieren. Blizzard enttäuscht einen großen Teil seiner Community halt seit vielen vielen Jahren. Das sorgt dafür das viele frühere Fans ohnehin schon negativ gegenüber Blizzard eingestellt sind. Die Hong Kong Sache bringt das Fass da halt einfach nur zum Überlaufen.

      Und Blizzard lernt ja auch nicht draus. Wenn man jetzt sieht das der Community Manager gehen muss und kein Nachfolger geplant ist zeigt das doch nur einmal mehr das sie sich nicht um ihre Community kümmern. Gerade einer Firma die früher von Ihrer Community Nähe gelebt hat schadet sowas sehr.

    • Ich glaube die Proteste sind nicht nur wegen dem Hong Kong Vorfall. In letzter Zeit tritt Blizzard von einem Fettnäpfchen ins nächste. Alleine schon die Sache mit den entlassenen 800 Mitgliedern und dem Bonus für den neuen Finanzchef ist schon ein Protest wert. Von daher finde ich schon das die Proteste gerechtfertigt sind nur alleine um Blizzard wichtigste Blizzcon zu schädigen.

      Allerdings befürchte ich übertreiben es viele mal wieder und vandalieren auf dem Gelände. Wenn aber stattdessen alle Protestanten in Mei Kostümen auftauchen und man versucht Mei als Sinnbild für die Hong Kong Proteste zu memen, sodass China Overwatch oder Mei bannen muss, dann denke ich könnte man viel erreichen und tatsächlich mal Blizzards Firmenpolitik demütigen.

    • Ich verstehe nicht, inwiefern der Konflikt von Kapitalismus und politischer Moralität „Kinderkacke“ sein soll.
      Ist das nicht ein Thema was grade heutzutage stärker in den Fokus rücken sollte ?
      Ist es uns wirklich Wert, Menschenrechte gegen einen größeren Markt einzutauschen ?
      Ein Armutsbeweis für „das Internet“ und die Gaming-Community, wäre doch ehr, wenn sie alle moralisch fragwürdigen Dinge, die eine Firma im Namen von größeren Gewinnen tut, einfach unhinterfrag unterstüzten würde oder ?

      • Weil es mit Kapitalismus nichts zutun hat. Politische Statements haben in dieser Form nichts im (E)sports zu suchen, Punkt. Völlig egal, wie gut ich die Sache inhaltlich finde. Wenn er statt „free Hong Kong“ um „free Catalonia!“ oder „free Palaestina!“ gegangen wäre, die Begeisterung hätte sich wohl in Grenzen gehalten. Blizzard als Veranstalter dieses Events sollte mMn nicht dazu gezwungen werden, welchen Protest man unterstützt und welchen nicht.

        Davon ab ist es auch alles eine gigantische Menge an hypocrisy. ich kann mich nicht hinstellen und #boycottblizzard skandieren, wenn ich mir erst vor einem Monat einen PC gekauft habe, dessen Teile wahrscheinlich allesamt in einem Chinesen-KZ zusammengelötet wurden.

        • „Politische Statements haben in dieser Form nichts im (E)sports zu suchen, Punkt.“

          Ich denke über den Punkt kann man durchaus streiten aber wenn es Vertraglich geregelt ist (was es ja wohl war) dann sollte das nicht geschehen.

          Das Problem das ich habe ist auch nicht die Strafe an sich sondern die härte dieser. Man nehme mal die Fußball WM als Xhaka und Shaqiri ihren Adler Jubel gemacht haben oder Aktuell der Fall mit der Türkischen Mannschaft.

          Auch das sind Politische Statements und wie sieht die Strafe aus? Im Fall von Xhaka und Shaqiri gabs ne Geldstrafe. Damit ist das Thema erledigt. Sie werden aber nicht für ein Jahr gesperrt und dazu noch jeder Reporter der im Stadion war…

        • Wenn es um Menschenrechte geht haben politische Statements überall Platz verdient! In der Vergangenheit wurde im Sport auch für Menschenrechte mobil gemacht und ich denke nicht das dieses verbieten kann. Demonstriert wird da wo man die meiste Aufmerksamkeit bekommt und ist man nun ein Sportler, E-Sport Spieler, Schauspieler etc. dann lasst euch bitte nicht davon abhalten, diese für Pro Menschenrechte zu nutzen.

          • Also erstmal bekommt man die Aufmerksamkeit nur aufgrund der Gegenreaktion. Hätte Blizzard nichts gemacht, keiner der hier schreibt hätte von der Aktion was mitgekriegt, weil sich einfach niemand für Hearthstone Esports interessiert. Insofern hat Blizzard dem Protest sehr viel geholfen, als man ihnen zugesteht.

            Aber auch sonst bleibe ich dabei, Sport ist unpolitisch. Es steht einem Verband (und in diesem Fall ist Blizzard eher Verband als Firma) nicht zu bzw. sollte nicht seine Aufgabe sein, die „richtigen“ Proteste herauszufiltern.
            Lass mich einen Vergleich ziehen: Im Jahr 2006 hat Israel einen von der UN nicht abgesegneten Angriff auf den Libanon gefahren, um die Bedrohung der Hisbollah vor seiner Haustür zu beseitigen, weil diese mehrfach mit Raketen nach Israel geschossen hat. Von Seiten der USA und Deutschlands gab es keinen Protest, im Gegenteil. Sowohl Präsident Bush als auch Kanzlerin Merkel unterstrichen „Israels Recht auf Selbstverteidigung“. Internationalen Protest gab es eigentlich nur in der islamischen Welt.
            Jetzt, im Jahr 2019, führt die Türkei eine ebenfalls nicht von der UN autorisierte Offensive gegen eine „Terrorgruppe“ (Erinnerung: Die PKK ist in Deutschland als Terrorgruppe gelistet und das die YPG ihr verlängerter Arm ist, ist nicht abwegig) in einem anderen Land. Spricht die Welt nun vom „Selbstverteididungsrecht der Türkei“? Nein, man verhängt ein Waffenembargo und fordert auf allen Kanälen Erdogan auf, sich zurückzuziehen.

            Jetzt erklär mir bitte: Gibt es wirklich eine objektive Instanz, die beurteilen kann, dass der eine Krieg „gerecht“ ist und der andere nicht? Obwohl es doch auf dem Papier dieselbe Grundlage hat? Jeder von uns hat das Recht, sich eine Meinung dazu zu bilden. Die Politik ist sogar in der Pflicht, sich eine Meinung dazu zu bilden. Aber ein Sportausrichter sollte nicht in die Position gebracht werden, wo er den Unterschied machen sollte. Wäre der türkische Militärsalut also für die UEFA ein Verstoß gegen ihre Regeln, aber wenn die Israelis salutiert hätten, das wäre dann in Ordnung? Warum das? Wo ist der Unterschied?

            Was Sportler in ihrer Freizeit machen ist ihnen überlassen. Hätte der Spieler auf dem Event ein Interview mit irgendeiner Esports-Seite gegeben und seinen Protest durchgezogen, es sei ihm gegönnt gewesen. Aber auf der offiziellen Bühne hat das einfach nichts zu suchen, aus den aufgeführten Gründen.

        • Balnazza, es ist keine Frage ob es bestraft werden soll sondern eine Frage der Verhältnismäßigkeit.

          Oder um mal eine Analogie zu einem aktuellen anderen Beispiel zu schlagen: Hättest du es auch völlig normal gefunden, wenn man die türkische Nationalmannschaft jetzt für ein Jahr komplett gesperrt hätte und die Reporter/Kommentaroren des Spiels direkt mit?

      • „Ein Armutsbeweis für “das Internet” und die Gaming-Community, wäre doch ehr, wenn sie alle moralisch fragwürdigen Dinge, die eine Firma im Namen von größeren Gewinnen tut, einfach unhinterfrag unterstüzten würde oder ?“

        Es ist nicht moralisch fragwürdig Leute zu bestrafen, die bewusst gegen ihre Verträge verstoßen oder ihre Arbeit vor einem Live-Publikum nicht wie abgemacht durchführen…
        Ansonsten arbeitet Blizzard Entertainment schon seit mehr als 10 Jahren darauf hin sich mit China gut zu stellen. Das ist also nichts Neues und das tun beinahe alle größeren Firmen.

    • Stimme Balnazza komplett zu.
      Man bedenke auch: das Internet bildet nicht immer die Realität ab. Wer sich auf Twitter und Reddit und sonstwo über Blizzard auskotzt und tolle Meme-Bilder postet, macht halt noch längst nicht in der realen Welt auf der Blizzcon nen Aufstand. Das ist ein meilenweiter Unterschied. Zumal die Blizzard-Hater wahrscheinlich auch nicht unbedingt auf der Blizzcon sein werden. Aber selbstverständlich wird sich i-ein Edgelord bei einer Q&A hinstellen und genau die China-Frage stellen, in der Hoffnung, der nächste Redshirt-AprilsFoolsJoke-Guy zu sein, Applaus, no surprises here.
      Ich hoffe Blizzard bleibt gegenüber der Internet Outrage Bubble und allen entsprechenden Content-Creator-Nutznießern, die sich auf sie eingeschossen haben, standhaft.

    • Ich kann das mal als eher Außenstehender betrachten: An Blizzard interessiert mich genau WoW-Classic, keine Blizzcon, kein Hearthstone, kein Overwatch, kein Diablo 7, 8 oder 9! Ebenso wenig interessiert mich E-Sports oder E-Sportler als solche.

      Was habe ich nun mitbekommen. Irgendein Chinese oder Hongkongese hat wohl was kritisches über die chinesische Regierung gesagt, woraufhin ihm Blizzard mal eben ein Preisgeld gestrichen hat. Sei es nun vertraglich berechtigt oder nicht. Folge: anhaltender Shitstorm.

      Bewertung meinerseits: Was einem E-Sportler passiert, interessiert mich wie der berühmte Sack Reis. Dass aber eine westliche Firma augenscheinlich jemanden für eine Meinungsäußerung bestrafen will, die nichtmal gegen Blizzard selbst gerichtet ist, hinterlässt einen fatalen Eindruck. Insbesondere ist es die Bestätigung dessen, was wir eh schon alle wissen: Wenn die Zahlen stimmen, ist grundsätzlich jede Firma bereit, mit jedem Schweinesystem auf diesem Planeten zusammenzuarbeiten. Ob Blizzard nun in China Abos verkauft oder wir Waffen an Saudi-Arabien liefern, es geht halt ums Geschäft.

      Die Kritik ist aber nicht, dass die Firma mit einer Diktatur kooperiert, sondern dass sie dazu deren Methoden übernimmt. Besonders auf Beschneidung der Meinungsfreiheit reagiert das Netz in Zeiten von NetzDG und ähnlichem sehr empfindlich. Für viele Gamer-„Kiddies“ war bzw. ist Blizzard Gott und Heiliger. Weil sie zugegebenermaßen in der Vergangenheit wirklich gute Spiele abgeliefert haben. Ich schätze, für viele Leute ist es ein Schock, wenn sich dieser Heilige jetzt plötzlich auf das Niveau eines „Schurkenstaates“ herablässt, und das erklärt die Heftigkeit der Reaktionen.

      Ob das nun „lächerlich“ ist? In der Vergangenheit fand ich da schon so manchen Shitstorm wegen PC-Verstößen deutlich lächerlicher, ich erinnere an den Buben mit dem Affenspruch auf dem Pulli und ähnliches.

      • Was heißt übernimmt deren Methoden?
        Entweder ich toleriere politische, religiöse ect. Aussagen auf meinen Plattformen und Streams oder nicht. Wenn nicht muss ich es bestrafen, wenn es passiert.

        Ist 1zu1 das gleiche Thema wie mit dem Militärgruß der türkischen Fußballer.
        Der shitstorm existiert ja eh nur, weil es um ein Thema geht was viele westliche Zuschauer ebenso sehen wie die betreffende Meinungsäußerung.

        Wie sähe es denn aus wenn in Islamist seine Meinung kund getan hätte oder eine Nazi?
        Würden dann auch alle für die Meinungsfreiheit votieren? „every voice matters“
        Ich glaube nicht. Alle würden sagen „bravo Blizzard das ihr das unterbindet“

        • Weil ‚Tod den Ungläubigen/Juden‘ und ‚Ausländer raus‘ auch total gut ‚Freiheit für HongKong gleichzusetzen ist. Ist schon voll dasselbe.

          • Wie dasselbe? Es sind alles politische Aussagen.
            Es geht nicht um gleichzusetzen, es geht darum, das man das nicht will, völlig unabhängig wie die Aussage ist. Ist das so schwer zu begreifen?

      • Das kann ich nun zu 100% unterschreiben, mein lieber Balnazza.

        Und vereinfacht als Begründung: Der Sport mag unpolitisch sein, die Sportler jedoch nicht.

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