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Wenn Menschen auf dem Land durch die IP-Umstellung der Deutschen Telekom ihren ISDN-Anschluss verlieren, haben sie Anspruch auf einen Universaldienst. Doch dabei darf die Datenrate laut Bundesnetzagentur sehr gering sein […] Laut Ansicht der Bundesnetzagentur stellt eine Datenübertagungsrate von 56 KBit/s einen “funktionalen Internetanschluss” dar. (Via)

56 KBit/s? Ernsthaft? Damit kann man heutzutage doch quasi keine richtige Website mehr aufrufen? Damit kann man maximal seine Mails checken (ohne große Anhänge). Was die Bundesregierung uns Internet-Usern in den letzten Jahren “vorgesetzt” hat, ist schon unter aller Sau – Stichwort: Breitbandausbau. Aber das hier toppt die ganze Sache nochmal. Gefühlt entwickeln wir uns im Bereich Internet-Ausbau und -Geschwindigkeit aktuell eher zurück. Deutschland Internet-Neuland.

Man kann nur hoffen, dass die Ära nach der Regierung Merkel (die in Sachen IT in Deutschland einen großen Scherbenhaufen hinterlässt) erkennt, dass wir in vielen Bereichen (Breitbandausbau, Digitalisierung, Medien-Ausstattung in Schulen, etc.) dringenden Nachholbedarf haben!



16 KOMMENTARE

  1. Hergang der Dinge: Linke stellt Anfrage, Netzagentur hat keine Antwort und wühlt aus irgendeinem 20 Jahre alten internen Schreiben raus, dass 56 kbit/s wohl das offizielle Mindestmaß sind (logisch, weil sich seit dem niemand mehr damit befasst hat). Linke macht daraus: “56kbit/s ist viel zu wenig”… 2 Pressemeldungen später: “Bundesnetzagentur verkündet mit stolz gehobener Brust, dass alle Bürger ja wohl locker mit 56 kbit/s auskommen müssten und da auch gar nichts zu diskutieren sei”. Diese Aufschauckelei geht einem schon manchmal gegen den Senkel…

  2. Elon bzw. SpaceX könnte das alles komplett überwerfen. Starlink wird Telekom und Vodafone und all die alten Scheiß-Unternehmen hoffentlich alle nichtig machen.

  3. Die Bundesregierung ist da aber nicht Schuld, sondern die eurer Kreisräte und Bürgermeister.
    Ich arbeite aktuell u.A. mit einem Ministerium zusammen, in der es um Apps und Digitalisierung geht. Dort besteht das Glück, dass es 1-2 junge Mitarbeiter gibt, welche die Sache voranpeitschen.
    In anderen Regionen saß ich schon vor 10 Beamten, bei denen man nach 10 Sekunden wusste, dass die 1. keine Ahnung haben, 2. kein Interesse außer Wählerstimmen, 3. keiner das Ruder in die Hand nimmt und man so mit 10 Meinungen kämpfen muss.
    In einer anderen Stadt war bereits Konzept und Einigung durch und wurde durch den Bürgemeister zwischen Tür und Angel begraben mit den Worten “App? Nö kein Bock”. Schwubbs, die Kommune um 5 Jahre zurück geworfen.
    Zusätzlich gibt es in vielen Regionen Exklusivverträge beim Internet. In meinen Vorort gibts z.B. nur einen kleinen Anbieter, der nur einen Verteiler auf 2000 Einwohner gebaut hat und 70€ für 100mbit verlangt. Schuldig sind auch da die lokalen Entscheidungsträger, nicht die Regierung.

    Aktuell gibt es massive Förderung in dem Bereich. Man kann regelrecht kostenfrei Apps, Digitalisierung und Breitbandausbau betreiben. Bisher hat Berlin jeden Antrag, der mir bekannt ist, ohne Nachfragen durchgewunken (da geht es nicht selten um 6-stellige Beträge).
    Die Bereitschaft dazu ist aber noch SEHR dürftig.

  4. Lässt sich ganz einfach lösen.

    1. WLAN im Bundestag abschalten
    2. An sämtlichen Masten in der Umgebung LTE, UMTS, etc abschalten das nur noch Edge durchkommt
    3. Sehen wie die Internetausdrucker ihre Geräte vor Wut an die Wand werfen und mit Schaum vor dem Mund irgendwas von “Lad endlich durch scheiss Ding!” blubbern.

    Aber wenn diese Menschen etwas können, dann schon immer Wasser predigen und Wein saufen.

    • 64 KBit/s, bzw mit Kanalbündelung 128 KBit/s…
      Also wieder mal ein Sturm im Wasserglas… wer bis jetzt noch einen reinen ISDN-Anschluss hatte (ohne DSL), der hatte den aus Gründen, dass diese Anschlussart technisch für manche (alte) Geräte wie Alarmanlagen, Kassenterminals etc. gebraucht wurde, oder weil die technische Verfügbarkeit höher war als bei VOIP.
      Wer Internet brauchte, der hatte eh schon immer zusätzlich DSL, was sich aber auch mit einer analogen Leitung kombinieren lässt.
      Keine Ahnung wo das Problem sein soll.

      • Das ist Quatsch. Hier in Berlin an meinem Geburtshaus gibt es seit Oktober DSL. 2017 habe ich seinerzeit bestellt. Gibt sicherlich noch weitere Landkreise, wo das so ist.

  5. Habe mal die Probe aufs Exempel gemacht und mit Hilfe der in Chrome integrierten Throttling-Funktion die Geschwindigkeit auf 56kbit/s (7kb/s) begrenzt und damit diesen Blogeintrag geladen.
    Der Text war nach etwa 2 Minuten lesbar, das Header-Bild und die Sidebar waren nach etwa 3 Minuten geladen.
    “Fertig” war er dann nach etwa 3,5 Minuten, nachdem auch das Crowdfunding-Banner geladen war…

    Interessanterweise gab es aber keine Timeouts.

  6. Wäre die Entscheidung anders ausgefallen, hätte man auch über die 64k reden müssen welche bei Mobilfunkverträgen als funktional gilt ab ende “Highspeed Volumen” in der Flatrate.

  7. 56k dürfte definitiv nicht mehr funktional sein, zumindest wenn man normales Surfen als “Internet” definiert.

    Es geht ja nicht um lange Wartezeit. Ein Großteil der Webanfragen dürften bei der Bandbreite schlichtweg in nen Timeout laufen. Also funktioniert es schlichtweg auch nicht.

  8. Klar reicht das, wenn man wie in Ministerien noch Sachen mit dem Fax oder der Brieftaube schickt….
    Es ist halt schon traurig, wenn man zu unseren Osteuropäischen Nachbarn fährt, sieht man einmal, wie man es mit dem Netzausbau machen könnte……

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