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Diese Frage bekomme ich in den letzten Tagen immer wieder gestellt. Ist ja auch naheliegend: Wir Gamer hängen jeden Tag im Discord rum und/oder streamen über Twitch. Warum sollte das dann ein Problem für die Schulen sein? Das kann ich Euch genau sagen: Weil wir all diese Programme aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht benutzen dürfen – ja, Ihr lest richtig: die DSGVO lässt grüßen. Auch meine Schule ist gerade krampfhaft auf der Suche nach einer Software, die wir für diesen Zweck verwenden dürfen – bisher ohne Erfolg.

Vielleicht erkennen „die Politiker“ jetzt endlich mal, was sie auch uns Lehrern mit der bescheuerten DSGVO für eine Last auferlegt haben und lockern in dieser Krisenzeit die Vorgaben hier. Bisher ist es für uns nur möglich, den Schülern Aufgaben über das Netz zu geben und diese dann zu kontrollieren. Schon ein bisschen steinzeitlich, oder? Frau Karliczek, bitte übernehmen Sie!



17 KOMMENTARE

  1. Hab jetzt nich die ganzen Kommentare gelesen, aber ich kann ganz stark zoom.us für so etwas empfehlen. Wird bei uns am Institut sehr frequentiert genutzt und bietet gefühlt unbegrenzte Möglichkeiten. Bildschirm sharen für bis zu 1000 Leute, Voice in, Mute vom host aus, chat funktion, Aufnahmefunktion, Einwählen per Telefon etc.

      • Darin sehe ich das Hauptproblem.
        Entweder man ist als Nutzer der Kunde und zahlt oder man ist das Produkt und die Daten werden gesammelt und verkauft, ws dann den ganzen DSGVO Rattenschwanz nach sich zieht.

        • Ja stimmt, mit den Kosten musste ich mich selbst nie auseinander setzen 🙂 Guter Punkt!
          Vielleicht bringt Corona dann ja immerhin ein Umdenken bei den Politikern. So sehen sie mal, was sie verbockt haben.

          Viele Grüße

  2. Hm nun ich stehe hier an der Fachhochschule vor einem ähnlichem Problem. Wir unterrichten seit dem Montag alles was geht nun in distance learning. Unsere Tools der Wahl sind hier Moodle und Microsoft Teams. Mit Teams live unterricht funktioniert recht gut. Bin hier übrigens aus der Schweiz, das wird halt alles sehr pragmatisch gelöst in diesem Fall.

  3. Bei meiner Weiterbildung in einer Abendklasse wird versucht zumindest etwas über Skype und eine Cloud weiter zu unterrichten, funktioniert nur mäßig – aber besser als nichts.
    Ist ein Berufskolleg in Duisburg.

  4. Ich werde im Mai 31, war bis Mitte 2017 noch als Schüler auf einer Berufsschule, dank zweiter Ausbildung. Möchte damit nur sagen, dass ich also vor noch nicht allzu langer Zeit selbst Erfahrungen an der Schule gemacht habe.
    Meiner Meinung nach ist das Lehrerpersonal für sowas gar nicht ausgebildet. Die meisten haben es nichtmal hinbekommen einen Beamer anzuschalten, wie sollen die dann auch noch über das Internet Lehrstoff beibringen? 😀

    • Das Problem fängt nicht beim Lehrer an, sondern viel weiter oben. Wenns nur um den Lehrer ginge, hätte sich Steve mit seinen Schülern wahrscheinlich innerhalb von 5 Minuten auf eine Skype-Konferenz, mindestens aber Teamspeak & co. geeinigt.

      Ich habe vor nicht allzulanger Zeit erlebt, welche Katastrophe über meinen Berufszweig mit dem „besonderen elektronischen Anwaltspostfach“ hereingebrochen ist, weil es ja nicht sicher genug wäre, Gerichten einfach ne E-Mail-Adresse zu geben! Nur als Beispiel: Obwohl beA-Nachrichten auf dem Übertragungsweg zentral entschlüsselt und neu verschlüsselt werden, wird die Übertragung einfach durch Gesetz als sicher definiert! Da wurden also für nichtmal 1 Million Betroffene – Anwälte, Notare und Gerichte zusammen – mit riesigem Aufwand die E-Mail „neu erfunden“. Wegen Sicherheit. Und wenn sie auch nur beschlossen wird!

      Ich will gar nicht anfangen, mir auszumalen, welchen Aufwand die Bürokratie betreiben würde, würde sie wirklich eine Software für Fernunterricht programmieren wollen, mit allem Schnickschnack, was Datensicherheit, Abhörsicherheit, Schutz vor missbräuchlicher Verwendung usw. angeht. Das würde in letzter Konsequenz darauf hinauslaufen, dass die Eltern per Chipkartenleser ihre Kinder einloggen müssten, zuvor jedoch notariell beglaubigt versichern, dass die Vorhänge zu sind, damit keiner von außen reinschauen kann, und so weiter …

      Langer Rede kurzer Sinn: praktische Lösungen und deutsche Bürokratie schließen sich gegenseitig aus.

  5. Das übliche halt. Bitte macht mal eben nebenbei die Digitalisierung, DAZ/DAF, Inklusion und in Krisenzeiten Unterricht über das Internet. Und das ganze am besten gestern, ohne zusätzliche Mittel, ohne Fortbildungen, mit weniger Personal und trotz absurder Gesetze. Sind ja nur Lehrer, sollen die mal was tun für ihr Geld.

  6. Das Problem ist ja doch aber häufig, dass eben die DSGVO überhaupt kein Hinderungsgrund für den Einsatz ist, sondern nur die Nutzer darauf hingewiesen werden müssen. Ja, teilweise kommen noch andere Vorschriften zum Tragen, aber die DSGVO ist inzwischen mehr ein Totschlagargument für „Ich will nicht“ bzw. „Ich trau mich nicht“, als dass sie wirklich ein Hinderungsgrund wäre. Da hält sich auch heute noch mehr Glauben und Vorurteile denn Fakten.

  7. Ich habe ab nächster Woche in meiner privaten Fortbildung nun 2x die Woche eine Privatkonferenz übers Handy, Unterlagen bekomme ich vorab und die werden dann eben per Telefon besprochen, bearbeitet und zukünftige Themen angesprochen. Zumindest für Einzelunterricht ist das eine relativ simple Lösung, persönlich wäre das natürlich angenehmer, aber besser als wenn man nun seine Fortbildung nun abbrechen muss.

    Bis Krömer in Rente geht wird die Politik sicherlich auch eine Lösung für normale Schulen finden :3 „Angabe ohne Gewähr“

  8. …vielleicht erkennen die Politiker jetzt endlich mal, dass der Breitband-Ausbau nicht nur für uns Gamer da ist. Wir sehen ja grade zu gut, wie das Netz in solchen Krisenfällen zusammen bricht. Die halbe Wirtschaft sitzt zu Hause und plagt sich gerade mit Verbindungsabbrüchen…

  9. Wie siehts denn mit Webex Meetings aus. Das wird bei uns in der Firma auch für Remote Schulungen eingesetzt. Wie das DSGVO Technisch aussieht kann ich leider nicht sagen.

    • Nox, lass dir (von einer ebenfalls Lehrerin in SH) sagen: Es können noch so große Konzerne mit sehr viel sensiblerer Datenlage mit irgendwelchen Tools arbeiten – für uns Schulen wird die Nutzung grundsätzlich als „datenschutzrechtlich bedenklich“ eingestuft und die Nutzung damit abgeschmettert…
      Nicht einmal extra für Schulen entwickelte, DSGVO-konforme, etc. etc., Portale werden zugelassen.

      Es ist sehr frustrierend. Nicht erst jetzt.

      • Skype for Business wird seit einiger Zeit von Gerichten für Videoverhandlungen genutzt. Die Anwälte können sich aus ihrer Kanzlei über einen einfachen Link hinzuschalten. Sie landen dann in einem „Wartebereich“, von dem aus sie bei Beginn der Sitzung von Gericht in den virtuellen Saal verschoben werden. Das geile: Für die Beteiligten ist das komplett kostenlos, nur das Gericht braucht eine Lizenz.

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