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Die Bundesregierung rechnet infolge der Corona-Krise mit einer schweren Rezession in Deutschland. Sie erwartet in ihrer Frühjahrsprojektion, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt, wie die dpa aus Koalitionskreisen erfuhr. Dies wäre ein stärkerer Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren. Erst 2022 wird laut Prognose das Niveau vor der Corona-Krise erreicht werden. (Via)

Habe ich nicht gerade erst vor einigen Tagen ein Gutachten der Wirtschaftsweisen gelesen, welches eine positive BIP-Entwicklung ab dem dritten Quartal 2020 voraussagt und für 2021 einen riesigen Aufschwung prognostiziert, der sogar den BIP-Stand vor der Corona-Krise überholen wird?

Die ständige Panikmache der Wirtschaftslobby geht mir unglaublich auf die Nüsse!



13 KOMMENTARE

  1. Ich möchte hier mal ein Video von Ray Dalio (einem der erfolgreichsten Fondsmanager der Welt) verlinken. Er vermittelt hier, wie die moderne Wirtschaft funktioniert, was Zyklen sind und warum Staatsschulden eigentlich eine gute Sache und Notenbanken eine extrem mächtige Institution sind. Das ist soll keine „Wirtschaft über alles“ -Nachricht sein! Dieses Video hat mir einfach nur unglaublich viel Wissen vermittelt!

  2. Na dann können Gastronomen, die Möbelindustrie und co. ja aufatmen…
    Bei uns sind dank Corona die Aufträge (in der Möbelindustrie) so dermaßen im Keller(trotz Lockerungen/Öffnungen der Möbelgeschäfte), dass ich seit 4 Wochen zuhause bin.
    Sollte sich dies bis Ende des Jahres bzw. Anfang nächsten Jahres nicht bessern, kann ich mich arbeitslos melden…
    Ich freu mich auf die Zukunft 😉

  3. Pauschal würde ich 2022 vermuten aber die Frage stellt sich nicht.
    Erstmal muss man erkennen, ob die ganzen Leute, (besonders in den USA) wieder neue Jobs finden und ob diese auch wieder so „gut“ bezahlt sind wie vorher. Hier wird vermutlich noch mehr gespart von den Firmen als bisher. Und wer weniger verdient, kann weniger konsumieren und die Welt braucht weniger Güter.
    Steht auch nirgendwo geschrieben, dass das BIP wieder auf alte Höchststände steigen muss.

  4. Ohne das jetzt genau geprüft zu haben: Die beiden Aussagen schließen sich doch nicht aus.

    Ab dem dritten Quartal 2020 wieder eine positive Entwicklung, aber aufgrund der extrem negativen ersten zwei Quartale gibt’s insgesamt für 2020 ein Minus von 6,3 Prozent. 2021 dann Aufschwung, so dass bis 2022 das Vorkrisenniveau ereicht ist. Klingt für mich recht nachvollziehbar.

  5. Das Gutachten der Wirtschaftsweisen ist schon ganz schön alt. Laut Pressemitteilung wurde es der Bundesregierung am 23.03.2020 vorgestellt. Das war also fast noch am Anfang der ganzen LockDown Maßnahmen.
    Und wenn man sich daraus das ungünstige „U-Szenario“ anschaut, entdeckt man u.U. Übereinstimmungen mit Melsung von Heise.

    Aber wie immer sind möglichst zutreffende Prognosen ziemlich schwer zu treffen

  6. Wenn die Lage noch lange vorherrscht und wir auch in anderen Branchen die unglaubliche Abhängigkeit von anderen Wirtschaftsräumen erkennen( wie persönliche Schutzausrüstung im medizinischen/technischen Bereich etc) werden diese Branchen ebenfalls wieder nach Europa oder Deutschland zurückkehren mit entsprechenden Förderungen. Sollte dann Deutschland auch endlich einmal gezwungen sein stärker und dauerhaft in die digitale Infrastruktur und Zukunft zu investieren, sehe ich insbesondere für das BIP gar nicht so schwarz – vorallem weil es wahrscheinlich langfristige Verbesserungen für den Inlandsmarkt bringt.
    Auch die Abhängigkeit von ausländischen Gastarbeitern lässt einen stark an so mancher Marktpraxis zweifeln. Letztlich ist das moderne Sklaverei… Ich hoffe, dass diese Krise ein Umdenken in unser Wirtschaften und in unsere Wertschätzung in Gang setzt und nicht alles wieder über den Berg geworfen wird, wenn sich der Alltag wieder immer mehr Raum verschafft.

  7. Ich check nicht wieso man jetzt wieder alles auf die Wirtschaft fokussieren muss?! Es sterben grad Menschen!!! Da ist es ver****t nochmal egal wie es der beschis*enen wirtschaft geht. Bis es keine Kranken mehr gibt sollte die Wirtschaft als letztes kommen. Die haben genug Milliarden gescheffelt in den letzten Jahren.

    • Ich weiß, ich rede mir hier zurzeit den Mund fusslig, aber:

      Wirtschaft geht es schlecht = weniger Steuereinnahmen und mehr Arbeitslose
      Weniger Steuereinnahmen = schlechtere soziale Versorgung, also auch weniger Geld für das Gesundheitssystem
      Weniger Geld für das Gesundheitssystem = Mehr Tote in der Zukunft.
      Mehr Arbeitslose = Mehr Menschen mit Depressionen oder generell mit psychischen Erkrankungen.

      Es ist immer einfach zu sagen, wir müssen die Wirtschaft hintanstellen, weil die bösen Milliardäre ja eh genug haben. Die Superreichen haben auch wenig bis keine Probleme, die sind nach der Krise noch fast genauso gut dran wie vorher. Aber „die Wirtschaft“ sind halt auch sämtliche Arbeitnehmer, die dann halt entlassen werden oder mit weniger Geld leben müssen. Man kann in einem Sozialstaat nicht einfach einen Teil des Systems vom Rest abkoppeln. Es wäre schön, wenn wir einfach sagen könnten, wir fokussieren uns nur auf die Gesundheit, aber Fachkräfte, Medikamente, Ausstattung etc zahlen sich halt nicht von alleine.
      Und was heißt, bis es keine Kranken mehr gibt? Wenn Corona vorbei ist, wir aber immer noch Grippetote haben oder solche, die an einer „normalen“ Lungenentzündung sterben, müssen wir dann die Wirtschaft auch zurückstellen?

    • Ja die beschissene Wirtschaft braucht echt keiner. Wozu sollte man schon Jobs brauchen kann ja alles der Staat zahlen und der kann Geld doch einfach drucken.
      Man man man was geht eigentlich im Kopf von manchen Leuten ab…

  8. Alles „ezpz“ und außer Corona gibt es keine wirtschaftlichen Problemkinder? Dann ist ja alles super. Zur Feier des Tages lasse ich mir von der EZB noch etwas Geld drucken und kaufe Aktien der Deutschen Bank.

  9. Naja stell dir vor du wärst ein reicher Geldsack und kannst dir statt einem neuen Ferrari im Monat jetzt nur noch einen alle 3 Monate kaufen. Da rutscht man halt fast unter die Armutsgrenze.

    Und bei der ganzen Panik geht es nicht um die armen Schweine aus der Gastronomie und co., nein da geht es um die fetten Millionen der Geldsäcke, die jetzt Panik bekommen.

  10. Zunächst gibt es verschiedene Ersteller für diese Gutachten, somit kann man zwei verschiedene Meinungen finden, da für die Zukunft ja eine These aufgestellt werden muss, wie es sich weiter entwickelt.
    Zusätzlich können sich diese Aussagen schnell ändern, da niemand genau weiß, wie es kommen wird.
    Es ist also keine „Panikmache“ sondern man sollte es für eine Szenarioanalyse betrachten.
    Die Regierung muss entscheiden, welches Szenario Sie für richtig hält und dem entsprechend reagieren.
    Kopf in den Sand und abwarten ist nicht immer eine gute Alternative.
    Ich denke, die Wahrheit liegt wie meistens zwischen den extremen.

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