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Myka Stauffer und ihr Ehemann Jim haben 2017 ein Baby aus China adoptiert, das sie jetzt wieder abgegeben haben. Das Paar, das außerdem vier leibliche Kinder hat, verabschiedete sich von dem kleinen Jungen, weil er behindert ist: Huxley ist Autist, die Familie kam mit seiner Behinderung nicht mehr zurecht. (Via)

Gott wie furchtbar. Man steckt da zu wenig drin, um hier ein endgültiges Urteil abzugeben, aber wie muss sich der kleine Kerl jetzt fühlen?

Ich kenne das Paar nicht, aber wenn ich das hier lese, finde ich die ganze Sache schon sehr befremdlich…

In den Sozialen Medien wird die Entscheidung des Paares heftig kritisiert. Die Familie habe den gesamten Adoptionsprozess und somit auch den kleinen Huxley medial ausgeschlachtet, lautet der Vorwurf. In 27 Videos nahm Myka Stauffer ihre Zuschauer mit auf das „Abenteuer“ Adoption […] verdienten viel Geld mit ihm […] Eine weitere Nutzerin auf Twitter findet, die Adoption sei „auf dem monetarisierten Youtube-Kanal ausgeschlachtet“ worden. (Via)

Wie gesagt, ich will hier niemanden verurteilen und tue mich immer schwer mit Ferndiagnosen. Man weiß einfach nicht, was da wirklich hinter den Kulissen abgelaufen ist. Aber wenn es auch nur halbwegs so gelaufen ist, wie es in den Kommentaren/Shitstorm von der Community dargestellt wird, ist das eine riesige Sauerei. Habt Ihr die Sache intensiver verfolgt?

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19 KOMMENTARE

  1. Ufffff, ich fürchte viele von diesen Menschen die sich da jetzt aufregen wissen gar nicht, was es heißt ein behindertes Kind in der Familie zu haben.

    Ich bin das jüngste von drei Kindern. Mein 3 Jahre älterer Bruder hat das Williams-Beuren-Syndrom. Die Krankheit kann man natürlich gar nicht mit Autismus vergleichen. Aber ich weiß, was es heißt ein behindertes Kind groß zu ziehen.

    Was viele der Gutmenschen gerne ausblenden ist, dass so eine Behinderung die ganze Familie trifft. Nicht nur die Eltern, sondern auch die Geschwister. Keiner in der Familie wird ein normales Leben führen. Keines der Kinder wird eine normale Kindheit haben. Für alle in der Familie bedeutet dies Entbehrungen.

    Als jüngerer Bruder bin ich im Kindergarten, in der Vorschule und in der Schule permanent wegen meinem Bruder gemobbt worden.
    In meinem Dorf wollte niemand mit meinem Bruder spielen, also wurde ich von meinen Eltern verdonnert mit meinem Bruder zu spielen. Was Mobbing und Ausgrenzung noch verstärkt hat.
    Einen Tag nach meinem zehnten Geburtstag hieß es dann von meinen Eltern, ich muss nun erwachsen werden und auch Verantwortung für meinen Bruder übernehmen. Meine Schwester hat zu dem Zeitpunkt schon die Tage bis zu ihrer Volljährigkeit gezählt, damit sie endlich ausziehen kann – weil sie da schon 6 Jahre Verantwortung übernehmen musste. Was für meine Schwester und mich bedeutete meinen Bruder Frühstück und Abendbrot zu machen, ihm den Arsch abzuwischen, ihm beim An- und Ausziehen zu helfen. Wenn ich heute irgendwo hin gehe, schaue ich instinktiv wo die Toiletten sind, denn von dem „ich muss mal“ bis zu dem „zu spät“ dauert es bei meinem Bruder keine 3 Minuten. Meine Kindheit war geprägt davon Rücksicht auf meinen Bruder zu nehmen, war geprägt davon, dass sich das Leben um das Leben meines Bruders dreht.

    Gut, mein Bruder wohnt nun schon seit 20 Jahren in einem Wohnheim und ich habe daher keinen Einblick in die aktuelle Situation für Familien mit behinderten Kindern. Aber zu meiner Kindheit und Jugend gab es keine Unstützung für die Familie. Meinen Bruder zu betreuen war ein 24/7 Job, an dem sich alle Familienmitglieder beteiligen mussten, weil meine Eltern das alleine über Jahre nicht leisten konnten. Anspruch auf einen Zivi hatten wir nicht, weil mein Bruder saß nicht im Rollstuhl.

    Um es salopp auszudrücken: Mein Bruder hat mir meine Kindheit versaut! Hasse ich meinen Bruder dafür? Natürlich nicht, ich liebe meinen Bruder, weil er mein Bruder ist. Aber ich habe einen kräftigen Hass auf diese Gesellschaft, in der Gutmenschen nicht wollen, dass Down-Syndrom Kinder abgetrieben werden und man sich über irgendwelche Influencer aufregt, die kein Bock auf ein behindertes Kind haben, aber die gesamte Pflegeleistung für diese behinderten Kinder auf diese Familien abwälzt.

    Wer kein behindertes Kind in der eigenen direkten Familie hat soll endlich aufhören und die Fresse zu solchen Themen halten, denn diese Menschen haben keine Ahnung und können es nicht mal erahnen!

    In unserer Gesellschaft ist das Aufziehen von behinderten Kindern ein Kraftakt, den man nun einmal nicht auf eine Familie alleine abwälzen kann. Aber so ist unser Pseudo-Pflegesystem nun einmal gestrickt: Auf Selbstausbeutung von Familien.

  2. Ich kenne die Flachpfeiffen nicht, werde mir die auch nicht ansehen. Widerliches Pack! Ich mag mir gar nicht vorstellen wie sich der Kleine fühlt. Und was das mit den anderen Kindern wohl macht? Die werden doch mit Sicherheit Fragen stellen. Schrecklich!

  3. Finde es ein bisschen befremdlich, wenn Leute sich darüber aufregen. Klar ist es nicht schön. Aber was bringt es dem Kind in einer Familie zu leben, die mit seiner Besonderheit nicht umgehen kann. Das erfordert halt auch Eltern, die mit sowas umgehen können. Da ist es von den Adoptiveltern dann auch eine gute und erwachsene Entscheidung zu sagen, dass man sich geirrt hat.
    Klar bleibt ein fader Beigeschmack, wenn Sie mit dem Kind vorher Geld gemacht haben. Aber auch Menschen mit Geld irren mal. Und dann ist es besser Sie gestehen sich den Fehler ein als andersrum.

    • Es geht um das ganze „Konstrukt“ eventuell mag es für das Kind sogar besser sein.
      (kann ich mir sogar gut vorstellen, in Jungen Jahren auf Social Media ausgeschlachtet zu werden, ist bestimmt der Traum eines jeden Kindes…)
      Aber dieses ganze Konstrukt was die da von sich präsentieren, ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten. Das „behinderte“ Kind dass sie Adoptiert haben, wird wie ein Gebrauchsgegenstand wieder weggegeben, weil es in ihre heile Welt nicht hinein passt, solche Menschen sind absoluter schmutz!

      • Und woher weißt du dass es wirklich daran lag, dass das Kind nicht „in ihre heile Welt“ gepasst hat? Oder vermutest du das nur?
        Könnte ja prinzipiell ja auch einfach sein, dass Sie die Behinderung des Kindes als weniger stark ausgeprägt eingeschätzt haben und jetzt feststellen müssen mit solch einem schweren Grad der Behinderung können wir nicht umgehen …

        Ich finde es echt interessant wie jedem der irgendwie in der Öffentlichkeit steht immer erstmal das Schlimmste unterstellt wird ohne andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen …

        Ich lass mich gern eines besseren Belehren, wenn dem nicht so war. Aber zumindest von dem was ich gelesen habe, würde ich erstmal noch von „im Zweifel für den Angeklagten“ ausgehen.

  4. Irgendwie geht mir diese ganze groteske YouTube Generation voll am A* vorbei. Jeder muss sich inszenieren können und irgendeinen shit Content über sein Leben veröffentlichen. Verstehe diesen Drang nach Mitteilungsbedürfnis über Videoplattformen o.ä. überhaupt nicht. Können die Leute ihre Probleme nicht professionell bei Therapeuten lösen? Ist irgendwie alles nur noch erbärmlich. 😮

  5. Einfach nur widerlich. Die Tochter einer Freundin von mir ist Autistisch veranlagt und sie ist als Mensch einfach unersätzlich. Einer meiner liebsten Arbeitskollegen hat einen schwerst behinderten Sohn, und der Kümmert sich zusammen mit seiner Frau aufs liebevollste um den Jungen.

    Und dann.. die beiden da?
    Wenn man sich ansieht dass diese „Familie“ offenbar extrem aktiv ist was social media angeht, wobei seeeehr offensichtlich sehr viel Wert darauf gelegt wird das Bild einer perfekten Familie zu vermitteln, und die beiden offensichtlich auch ihren Lebensunterhalt damit bestreiten drängt sich mir der Verdacht auf hier haben zwei Menschen ein Kind Adoptiert, nicht weil es ihr Herzenswunsch war sondern, um irgendeine Art von abartig kranken „social-media-influencer hipster“ Lifestyle zu pflegen. Und da passt ein Kind mit einer Behinderung im weitesten Sinne offenbar nicht rein?
    Als diese „perfect little family“ Fassade offenbar wegen der Krankheit des Kindes risse bekommen hat, bzw. das Kind einen Großteil des Tagesablaufs beider Erwachsenen bestimmt hat, wurde der junge.. wie ein kaputter Gebrauchsgegenstand weggegeben? Da dreht sich mir einfach nur der Magen um.
    Selbst dieses „Abschiedsvideo“ wirkt bis ins kleinste Detail durchstudiert, gescripted, geübt.

  6. Ich kann mir schon vorstellen, dass ein behindertes Kind eine Belastung für die Familie und besonders für die anderen Kinder ist.
    Ich kann den Schritt nur soweit nachvollziehen, dass dies getan wurde um die anderen Kinder zu schütze.
    Aber für das Adoptivkind muss es schrecklich sein. Sowas bricht mir als Vater das Herz.

    • Als Bruder einer mehrfach schwerstbehinderten Schwester kann ich dir da nur vehement widersprechen.
      Für Kinder ist es eine riesen Bereicherung mit einem behinderten Geschwisterchen groß zu werden.
      Für mich war und ist meine Schwester einfach meine Schwester.
      Allerdings müssen dafür natürlich die Eltern gut mit der Situation zurecht kommen.
      Aber wenn das nicht der Fall ist, dann liegt es an den limitierten Eltern und nicht an dem Kind.

  7. Das was mir persönlich am meisten aufstößt, auch ohne den ganzen hintergrund zu kennen, ist das man ein pflegeintensives kind mit autismus adoptiert und das kind wurde nicht adoptiert und dann wurde autimus festgestellt sondern das war vor der adoption des kleinen kerls bekannt.

    Sich dann für ein weiteres biologisches kind zu entscheiden und zu heulen das alles zu hart ist allein ihre schuld ihre verantwortung und vor der haben sie sich gedrückt und den kleinen im stichgelassen.

  8. Ich als Autist kann nur sagen das solche Menschen einfach nur Abschaum sind. Ein Kind was noch in so frühen Jahren die Diagnose bekommt, kann sich in die sozialen (Normen) noch gut einreihen, sich leichter anpassen und strategien entwickeln aber das sie das Kind wieder weggeben, könnte das Kind für immer traumatisch verstören.

  9. Hab mir eigentlich immer gerne den Content vom Mann angesehen (Stauffers Garage) aber das hat sich hiermit dann auch erledigt
    Ekelhafter Mensch

  10. Hätte nicht gedacht das es bei Kinder solange ein Rückgaberecht gibt, wenn es kaputt ist. Naja Mal sehen wann sie das nächste holen, hoffenlicht ist das dann ganz.

    Wer ekelhaften Sarkasmus findet, hat Recht.
    Einfach nur abartig so umzugehen.

  11. Ohne den Fall zu kennen und auch OHNE zu wissen was in hinter den Kulissen abläuft, finde ich die ganze Sache ziemlich grotesk und das ganze zeigt vieles das aktuell falsch läuft.

    • Nein, zeigt sie nicht. Ich denke nicht, dass es gang und gebe ist, dass Kinder mit Behinderungen adoptiert und dann nach ein paar Jahren wieder „zurückgegeben“ werden. Nur weil das in diesem Fall so abgelaufen ist, lässt das noch keine Rückschlüsse auf die Mehrheit der Fälle zu. Das ist genauso wie das Argument von Impfgegnern: „Impfungen sind unnötig, mein Kind ist doch trotzdem gesund.“
      Und ja, auch ich finde das Verhalten der Eltern absolut beschissen. Ich hoffe mal, dass durch die Publicity jetzt nicht irgendjemand das Kind aus Mitleid adoptiert, um dann festzustellen, dass man selbst auch überfordert ist.

  12. Mir wird echt schlecht, wie bei dem Rehmensch vor kurzem. Das ist einfach so krass, was Menschen tun, um Kohle und Fame zu machen. Es gibt einfach keine moralischen Grenzen mehr.
    Ich bin selbst Vater von 3 Kinder und kann mir nicht vorstellen auch nur eins davon herzugeben. Alleine bei dem Gedanken wird mir ganz anders.

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