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Der John-Wayne-Flughafen in Kalifornien könnte umbenannt werden, da die Demokratische Partei von Orange County aufgrund der rassistischen Äußerungen des Schauspielers auf eine Änderung drängt. (Via)

Der Mob wütet also weiter und legt seinen moralischen Kompass rückwirkend auf jede Person an, die irgendwann in der Vergangenheit mal etwas gesagt hat, was man in der heutigen Zeit als rassistisch bezeichnen würde. John Wayne wird hier aus einem Playboy-Interview von 1979 zitiert:

„Ich glaube an die Vormachtstellung der Weißen, bis die Schwarzen zur Verantwortung erzogen worden sind. Ich glaube nicht daran, unverantwortlichen Menschen Autorität, Führungspositionen und Urteilsvermögen zu übertragen.“

Wir haben gestern während unseres Retro-Abends den 80er-Jahre-Klassiker „16 Candles – das darf man nur als Erwachsener“ geschaut. Und uns fiel an vielen Stellen auf, dass dies nach heutigen Maßstäben rassistisch und hoch frauenfeindlich war. Hollywood-Filme sind nun mal ein Spiegel der Gesellschaft, des Zeitgeistes und der geltenden Moralvorstellungen. Man kann sowas rückwirkend einfach nicht nach heutigen moralischen Maßstäben bewerten. Wenn man damit anfängt, kann man quasi jeden Film aus der Vergangenheit verbieten bzw. überarbeiten. Will man sich die „Helden der Vergangenheit“ kaputtmachen/diskreditieren, nur weil sie sich am damals herrschenden (moralischen) Zeitgeist orientiert haben?



28 KOMMENTARE

  1. Ich freue mich auf den Tag, da die SJWs auf die Idee kommen, den Franz-Josef-Strauß-Airport umzubenennen (für die zu spät geborenen: Strauß war politisch deutlich weiter rechts als die AfD). Am Tag darauf wirds in Bayern nur noch vereinzelt SJWs geben, und diejenigen baumeln an der Straßenlaterne! Die Bayern lassen sich ihren Franz-Josef garantiert nicht nehmen!

    Ich möchte einfach nochmal darauf hinweisen: „1984“ war als Warnung gedacht, nicht als Betriebsanleitung!

    • Klimawandel ist Hokuspokus und Rassismus eh eine Erfindung der Kommunisten, aber beim John-Wayne-Airport hört der Spaß eindeutig auf!

      • Klimawandel existiert, und daran ändert die Energiewende nichts.

        Rassismus wurde nicht von Hitler erfunden, sondern zieht sich durch alle politischen Lager.

        Und der John-Wayne-Airport ist mir persönlich „wayne“, ich halte die Kritik jedoch für typisch gutmenschlichen Blödsinn.

    • Und nur weil das politische Bild früher ein anderes war, kann Rassismus nicht als solcher benannt werden? Mir wäre neu, dass Rassismus dadurch okay wird, dass jeder mitmacht.
      Wenn heute jemand auf die Idee kommen würde, einem Rassisten ein Denkmal zu setzen (z.B. durch die Benennung eines Flughafens), würde man doch auch mit dem Kopf schütteln. Was spricht also gegen eine Umbenennung? Die Benennung von Straßen oder Bauwerken ist doch immer eine Ehrerbietung. Wieso sollte man heutzutage noch Leuten Ehre erweisen, deren Menschenbild nicht okay ist (und übrigens auch früher nicht war, nur eben damals möglicherweise nicht so scharf kritisiert wurde).

  2. Auch 1979 war das nicht mehr der „damals herrschende (moralischen) Zeitgeist“, sondern wohl rassistischer als die Meisten, oder nicht? Ich sehe die Notwendigkeit nicht, einen Flughafen nach einem Schauspieler zu benennen, der 1979 noch von der Vormachtstellung der Weißen spricht. Wo ist da die Hexenjagd?

    • Die Hexenjagd besteht darin, dass John Wayne nicht für seinen Rassismus bekannt ist. Wenn wir über eine Adolf-Hitler-Allee reden, dann über eine zeitgeschichtliche Person, die im wesentlichen über ihre negativen Merkmale, z. B. Rassismus, definiert wird.

      Bei John Wayne denke ich an Schauspieler, Western … und da hörts schon auf. An Rassist denke ich zuallerletzt. So, wie ich bei Tom Cruise zunächst an Top Gun oder Mission Impossible denke, und an Scientology erst sehr weit hinten.

      Oder nimm doch einfach mal Bruce Willis a.k.a. John McClaine in der Stirb-Langsam-Reihe. Woran denkst du da? An einen Actionhelden? Oder ist er ein böser Raucher, dessen Filme man aus gesundheitlich-edukativen Gründen dahingehend zensieren sollte?

      Gerade die Linken – und ich unterstelle mal, dass aus dem Lager die meisten SJWs kommen – haben doch üble Rassisten in ihren historischen Reihen. Von Karl Marx werden Statuen aufgestellt, und der war ein klarer Rassist und Antisemit. Komischerweise wird bei dieser Person der Rassismus aber nicht als das vorstechendste Merkmal betrachtet.

      • „Von Karl Marx werden Statuen aufgestellt, und der war ein klarer Rassist und Antisemit“
        Lol what? Da hätte ich gerne Belege zu.

        Und bitte komm jetzt nicht mit „Zur Judenfrage“(1843) an, ich hab echt keine Lust schon wieder einem verwirrten Rechten zu erklären wer Bruno Bauer war und was eine Rezension ist.

  3. Ich glaube ich habe noch nie einen John-Wayne Film gesehen. Ich habe mich auch noch nie mit ihm beschäftigt. Daher kann ich nicht sagen, ob er ein Rassist war.

    Ich sehe jedoch einen klaren Unterschied zwischen einem Film und einem Flughafen. Meiner Meinung nach sollte es ausreichen, dass Filme mit einem Disclaimer versehen werden und gut ist. Einen alten Film zu schauen ist jedoch eine bewusste Entscheidung. Man hat die Freiheit sich dagegen zu entscheiden. Bei einem Flughafen hat man nicht wirklich eine große Auswahl. man wird also gezwungen den John-Wayne-Flughafen zu nutzen. und zwar im jahr 2020 und nicht im Jahr 1960. Darin liegt ein wesentlicher Unterschied.

      • Ehm nicht böse nehmen aber das kann eine sehr wohl nerven. Oder würde es dich nicht auch stören wenn du zum Adolf Hitler Flughafen fahren müsstest. Bewusst überzogen aber im Grunde ist es so.

        • Himmel! War ja klar, dass sofort die Hitler-Karte gezogen wird. Gleich wieder mit „Kanonen auf Spatzen“ schießen. Ich kann dieses Drama einfach nicht ernst nehmen…

          • Apropros Hitler-Karte. Um mal von der anderen Seite damit zu argumentieren: Warum werden sämtliche Autobahnen, die für die Logistik der Kriegsmaschinerie im WKII genutzt wurde nicht auch abgebaut? Wenn man die benutzt, dann fährt man doch metaphorisch über die Leichen von Millionen von Juden…

        • Ich empfehle dir alle Burgen in Deutschland zu zerstören weil die Nazsis damals die Burgen als Stützpunkte verwendet haben und dort gelebt haben. Somit sollten alle Burgen vernichtet werden damit ich nicht immer daran erinnert werde!

      • Steve, wieso denkst du, wir könnten das beurteilen? Von außen lässt sich doch immer leicht sagen: „Was hat Wahrzeichen XY für einen Nachteil für einen Afroamerikaner persönlich“, aber da wir selbst in einer ganz anderen Situation sind, können wir das aus meiner Sicht gar nicht einschätzen. Ich sage nicht, dass ich einer Umbenennung eindeutig zustimme, sondern dass es zumindest interessant ist, eine solche zu diskutieren.

        • Was du da vorschlägst ist Wahnsinn.!!!
          Dein Argument ist:
          es gibt eine Gruppe die sich unterdrückt fühlt!!!!!. Damit sie sich besser fühlen dürfen sie entscheiden welche Namen wir an Dinge vergeben, welchen Leuten wir Denkmäler bauen etc. Sag mal geht’s noch?
          Wir leben in einer Demokratie und da entscheidet immer noch die Mehrheit.
          Das Gedankengut das du da propagierst ist ist mega gefährlich die Vergangenheit und Identität von Leuten zu ändern nur um sie „politisch korrekt “ zu machen …..
          Ich glaub ihr Linken merkt gar nicht mehr wie nah ihr am der Faschismus idee seit

          • Wahnsinn? DAS! IST! DEMOKRATIE!!!!!!!!!

            Aber im Ernst: Deine extrem angefasste Reaktion kann ich nicht nachvollziehen. Eine (ergebnisoffene) Diskussion darüber zu fordern, ob es angemessen ist, bestimmte Personen zu ehren, halte ich jetzt nicht für undemokratisch.
            “ Wir leben in einer Demokratie und da entscheidet immer noch die Mehrheit.“
            Abgesehen davon, dass das unterkomplex ist: Wenn am Ende eh die Mehrheit entscheidet, wovor hast du dann Angst? Wenn „die Mehrheit“ (von wem?) eine Umbenennung ablehnt (die ich nicht mal eindeutig befürwortet habe), dann wird diese nicht kommen.

            Mein Kommentar bezieht sich hauptsächlich darauf, dass ich es für unrealistisch halte, als weißer Deutscher genau nachvollziehen zu können, wie sich ein Afroamerikaner fühlt, der in einer Umgebung lebt, in der Wahrzeichen nach üblen Rassisten benannt sind.

      • Novhmal ein Vergleich, der vielleicht auch auf Dich zutreffen würde: Deine Aussage ist möglicherweise vergleichbar mit jemanden, der zu Dir sagt „was regst Du Dich denn jetzt so über den läppischen Kommentar auf? Da musst Du drüber stehen.“ Es geht nicht um den einzelnen Kommentar, es geht um die vielen einzelnen kleinen Kommentare / Situationen.

      • Was für einen Nachteil hat es, wenn man ihn umbenennt? Okay, man muss vielleicht das ICAO-Kürzel ändern (wenn überhaupt), aber das wars dann auch schon.

  4. Sorry, ich fand John Wayne schon scheiße, als ich von seiner Rolle in der McCarthy Hexenjagd in den 50ern erfahren habe. Seine unzähligen Homophoben und rassistischen Aussagen, tun da nur ihr übriges.

  5. Nur weil es damals andere Moralvorstellungen gab heißt es nicht, dass diese es legitimieren rassistisch zu sein. Man kann unabhängig von der Zeit in der man lebt ein Arschloch sein oder eben nicht. „Damals war es halt so“ ist in meinen Augen absolut keine Rechtfertigung für rassistische Äußerungen oder rassistisches Handeln.
    Man muss keine Filme verbieten, aber Wahrzeichen etc. sollten keine Namen von Rassisten tragen und da ist eine Differenzierung wichtig.
    „Sollte man eine ganze Staatsflagge ändern, weil sie rassistisch ist?“ – Wie Mississippi eindrucksvoll beweist: Ja.
    Und ich würde Rassisten nicht als „Helden“ bezeichnen wollen. Waren damals schon Arschlöcher, als Kind realisiert man das nur einfach nicht in dem Maße, jetzt schon.

    • Ein undifferenzierter Satz (wahrscheinlich auch noch aus dem Zusammenhang gerissen), macht eine Person weder zu einem Rassisten noch zu einem Arschloch.

      Es ist einfach, sich vierzig Jahre danach hinzustellen und den Moralapostel und Richter zu spielen!

        • Für die Volldeppen, damals wurden die schwarzen anders gesehen als heute.

          Für mich sowieso egal, ich unterteile nur nach Arschloch und nicht Arschloch.

          „Ich glaube nicht daran, unverantwortlichen Menschen Autorität, Führungspositionen und Urteilsvermögen zu übertragen.“ So wurden die halt damals gesehen.

      • In welchem Kontext wäre denn ein Satz, der mit „I believe in white supremacy“ beginnt, nicht ein Satz, den nur ein Rassist sagen würde? Wir reden hier nicht vom 19. Jahrhundert, wo dein Argument aus meiner Sicht zutreffend wäre, sondern von 1979. Das sind 15 Jahre nach dem Civil Rights Act, 14 Jahre nach dem Voting Rights Act und 23 Jahre nach dem Montgomery Bus Boycott. In der damaligen Zeit war ein Statement dieser Art bereits weitaus rassistischer, als es akzeptabel gewesen wäre. Das hier ist kein „Otto Waalkes hat Neger gesagt, bannt den Film!“ sondern mehr ein: „Vielleicht sollten wir Wahrzeichen nicht nach Menschen benennen, die sich durch überdurchschnittlichen Rassismus ausgezeichnet haben.“

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