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Clemens Tönnies tritt nach WDR-Informationen von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Der 64-Jährige war nach Corona-Fällen in seinem Fleisch-Unternehmen zuletzt massiv in die Kritik geraten. (Via)

Ich weiß nicht, ob sich Schalke damit einen Gefallen tut. Ich frage mich vor allem, was die „Probleme“ in seinen Fleischfabriken mit seinem Engagement beim FC Schalke zu tun haben? Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass hier auch sehr der Frust der überragend schlechte Rückrunde eine Rolle spielt und man hier jetzt irgendwie einen Sündenbock sucht. Mich würde interessieren, wie die ganzen Schalke-Fans in der Community die Sache sehen…



8 KOMMENTARE

  1. Tönnies steht ja schon seit Jahren als Aufsichtsratvorsitzender vor allem bei den Ultras in der Kritik, nicht erst seit dieser Rückrunde.
    Tönnies hat es immer verstanden, die Mitgliederversammlung zu einer Art Spektakel zu machen, um so viele „nicht Ultras“ wie möglich anzulocken, damit er seine Stimmen bekommt.
    Wo soll man bei Tönnies als erstes anfangen?

    Zunächst hat er sich zu jeden Scheiß in der Öffentlichkeit geäußert und so immer wieder maximale Unruhe in den Verein gebracht. Erst als es massive Proteste gab, ist er auf der Mitgliederversammlung zu Kreuze gekrochen und hat es geändert.
    Dann ist quasi alles auf Tönnies zugeschnitten, er hat in allen Bereichen seine Fürsprecher sitzen. Er war quasi Alleinherrscher, obwohl er das nicht sein sollte. Die Aufsichtsratswahlen wurden teilweise so manipuliert, dass einige Leute, die Tönnies nicht passten, im Vorfeld aussortiert wurden und nicht zur Wahl zugelassen worden sind.
    Tönnies beteuerte, dass er zum E.V. steht und eine Ausgliederung nicht in Erwägung zieht. Jetzt rate mal, wer diese immer wieder ins Gespräch bringt.
    Tönnies tritt die Werte des Vereins, die man ja so groß medial immer wieder präsentiert, mit Füßen. Erst diese Rassismusdebatte (mit dem lächerlichen Urteil „3 Monate Auszeit“ – gut, dass dort im Rat seine Freunde sitzen), dann nun dieser Corona-Skandal der aufzeigt, wie er mit Menschen in seinen Firmen umgeht. Auch das steht im krassen Widerspruch zu den Werten des Vereins.
    Dazu kommen halt auch noch die Sachen mit der Rückzahlung der bereits bezahlten Tickets… Die Leute sollten vor dem Verein die Hosen runter lassen und sagen, wieso sie denn das Geld bräuchten. Als wenn es den Verein etwas angehen würde.
    Oder die Sache mit den 450€ Jobbern, die nun gekündigt wurden.
    Dann wird nun ein ehemaliger Bild-Journalist !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! als Pressesprecher bei Schalke installiert – als wäre die Bild durch Tönnies‘ Freundschaft zu Alfred Draxler nicht sowieso schon immer top informiert, was auf Schalke so los ist. Auch ist es Tönnies Machwerk, dass Assauer damals abgesägt wurde.
    Es gibt bestimmt noch 1000 andere Sachen, die man Tönnies vorwerfen kann…

    Ich spreche ihm nicht ab, dass er Schalker durch und durch ist. Aber Schalke ist eben nicht seine Fleischerei, wo er der Alleinherrscher ist. Und Schalke lässt sich halt nicht so führen wie ein Unternehmen.

    Assauer hatte halt recht: „Wir bringen den Verein sportlich und wirtschaftlich nach oben, und dann wählen wir so einen Wurstheini.“

    • Ich stimme dir in allem zu, nur eine Sache:
      Die Nummer mit den Rückzahlungen hat einen traurigen Hintergrund. Weiß nicht, ob du es schon gesehen hast, aber das Land NRW wird wohl eine Bürgschaft von 40 Millionen Euro für Schalke abschließen, um uns durch die Krise zu bringen. Dazu gehört dann aber wohl auch als Bedingung, das Schalke sich z.B. an die Gutscheinlösung halten muss.

  2. Der Mann war doch vorher schon untragbar und die aktuelle Situation macht es nicht besser. Man muss es sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen: Ganz Deutschland macht langsam auf, aber im Landkreis Gütersloh sorgt EINE Fabrik dafür, dass alles wieder dicht gemacht wird, dass Kinder wieder nicht in Schulen und Kitas können usw.
    Will man so Jemanden als Repräsentanten für den Verein haben?

    • Nicht das ich Tönnies wirklich verteidigen wollen würde, aber diese eine Fabrik schlachtet alle 2 Sekunden ein Schwein! Da liefern 10.000 Angestellte 75% des gesamten Discounterfleischs der BRD. Jeder, von der Politik bis zum Gesundheitsamt, hat gewusst unter welchen Umständen dort gearbeitet werden muss und wie die Unterbringung der Angestellten organisiert ist. Es musste weiter gehen, weil ein ganzes System sonst abgekackt wäre und nach dem Knall dann kollektiv auf Tönnies zu zeigen ist echt arm. Da hätten auch andere ihre Konsequenzen ziehen und ihren Hut nehmen müssen. Den Schaden haben jetzt alle Einwohner im Landkreis Gütersloh, die Bauern und Tönnies, aber die Leute die das „Weiter so“ politisch zu verantworten haben bleiben schön still auf ihrem Arsch sitzen und warten auf das Gras, das bald über ihren Anteil an dem Schlamassel wachsen wird.

      Ich glaube nicht das er als Aufsichtsratschef tatsächlich die sportliche Verantwortung übernimmt und Schalke wegen der immer deutlicher sichtbaren Vermurkstheit verlässt. Er wird sein Schweinezerlegungslebenswerk, das immerhin schlappe 6 Milliarden € jährlich umsetzt, retten wollen und das wird jetzt ein Fulltimejob sein. Gut möglich das er zurück kommt wenn das erledigt ist.

  3. Ich glaub nicht das er als Sündenbock gilt. Er hat ja aus Aufsichtsratchef keinerlei Eingriffsmöglichkeiten auf Training, Spieler etc.

    Worauf er aber doch Einfluss hat, ist die Außenwirkung. Und da ist der Honeß Vergleich vielleicht passend. Honeß ist nach seiner Verurteilung, trotz den Bitten der Fans zu bleiben, zurück getreten. Weil er den Imageschaden wieder gut machen wollte.

    Ich hätte von ihm eh schon früher erwartet, dass er zurücktritt. Spätestens nach dem Xenophobie Skandal.

    • Der Aufsichtsrat ist auf Schalke bei Transfers und Ausgaben ab einer bestimmten höhe immer zwingend mit einzubeziehen bzw. muss das „OK“ dafür geben. Tönnies hat während seiner Amtszeit immer massiv Einfluss auf Transfers und Trainerfragen genommen, auch wenn dies überhaupt nicht seine Aufgabe war.

      Also doch: Er hatte Eingriffsmöglichkeiten und hat diese auch aktiv genutzt.

      Aber es geht hier auch gar nicht so ums Sportliche. Diese Saison und Rückrunde hat gefühlt kaum jemanden interessiert, es gibt wahrlich andere Baustellen. Ob wir die Saison nun als 12. oder 8. beenden interessiert hier nur bedingt. Die Außendarstellung ist hier auch nur ein Punkt von vielen 😉

  4. Bei Schalke brodelt es ja auch so schon gewaltig. Seine dummen Afrika-Aussagen letztes Jahr haben ihm viele nicht verzichten. Man weiß, dass z.B. das Voll-Desaster Roberto Di Matteo auf seinen Mist gewachsen ist. Der Verein kommt seit 20 jahren nicht wirklich zu Ruhe, jetzt geht auch unser Finanzvorstand.
    Schalke ist im kompletten Krisenmodus. Und ich glaube ehrlich gesagt, Tönnies selbst kann sich diese zwei Extrembaustellen im Moment nicht leisten. Denn Schalke steht nur unwesentlich weniger auf der Kippe als seine eigene Firma.

  5. Naja was man aktuell so mitbekommt wie der Typ seinen Laden geleitet hat, gibt das denke ich schon ein ganz guten Eindruck davon mit was für einem Charakter man es da zu tun hat.

    Und so jemanden möchte wahrscheinlich niemand im Vorstand haben.
    Von der Außenwirkung mal ganz abgesehen.

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