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Ich habe heute von einem Community-Mitglied dieses Video der Toten Hosen aus dem Jahr 1983 verlinkt bekommen…

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Die Darstellung der Band ist nach heutigen BLM-Maßstäben doch wohl mehr als rassistisch. Warum zensiert man dieses Video nicht? Wo ist hier der PC-Shitstorm? Weil es sich dabei um eine vormals linke Punkband handelt? Weil man Kunst ja nicht einschränken oder zensieren darf? Wo ist der Unterschied zu den ganzen Bestrebungen, die aktuell laufen, die Darstellung von Farbigen in dieser Form nicht mehr zuzulassen oder zu verändern (als Beispiel das Stadtwappen von Coburg)?

Oder wartet mal: Wenn sogar eine linke Punkband diese Darstellung von Farbigen im Jahr 1983 gewählt hat, kann es dann vielleicht sein, dass dies wirklich nur ein Spiegel der Gesellschaft war und sogar „die Linken“ damals kein Problem damit hatten? Wird den ganzen SJW-Schreihälsen dann vielleicht auch endlich mal bewusst, dass, wenn man damit anfängt, Kunst, Musik oder Filme rückwirkend zu verurteilen, man im Grunde alles zensieren muss, eben weil damals andere moralische Grundwerte galten? Oder entscheiden hier mal wieder die SJW, wo die Grenze gezogen wird? Was meint Ihr?

*Edit*

Das Video wurde jetzt aus „urheberrechtlichen Gründen“ gesperrt. Schon lustig, da es im Jahr 2008 hochgeladen wurde. Da habe ich wohl einige „schlafende Hunde“ geweckt…



19 KOMMENTARE

  1. Bitte nicht , habt Gnade .

    Wenn die jetzt die Toten Hosen angehen haben wir in zig Interviews, Talkshows den Rockopa Lutschbonbon rumheulen .

    Weckt den bitte nicht .

  2. Das ist eine Hip-Hop Parodie des Songs eisgekühlter Bommerlunder und wird vor allem von Fab 5 Freddy gerappt, weil es halt ziemlich absurd und witzig ist einen amerikanischen Rapper von eisgekühltem Bommerlunder rappen zu hören. Genauso ist das Video aufgebaut, der einzig schwarze Mensch im Musikprojekt ist der der die üblicherweise weiße Rolle im Kochtopf bekommt, das Video ist auf Absurdität getrimmt. Ist die Darstellung übertrieben rassistisch? Klar ist sie das, aber das ist ja auch irgendwo der Sinn des Videos.

    So und warum man das jetzt nicht mit John Wayne vergleichen kann der explizit sagt „I believe in white supremacy“ ist glaube ich auch ziemlich klar.

  3. Alles muss im Kontext seiner Zeit gesehen werden. Ich lese meiner Tochter heute nicht mehr so oft das Wort Neger vor, wie es in ihrer uralten Pipi Langstrumpf Ausgabe nunmal schwarz auf weiß gedruckt steht, aber deshalb starte ich auch keine Petition das Andenken von Astrid Lindgren wegen ihres Rassismus zu schänden. Ich passe es einfach selber an und meine Tochter hat sich auch noch nicht über die Zensur bei mir beschwert. Das finde ich nämlich genauso albern. So AfD Spacken mit ihrem „das war schon immer so, das muss so bleiben“. Ja ich finde auch das man heute etwas mehr auf die Befindlichkeiten Anderer Rücksicht nimmt und auch nehmen sollte. Vor ein paar Tausend Jahren haben wir ner Frau die Keule auf den Kopf gehauen und sie in unsere Höhle gezogen wenn wir geil waren. Aus heutiger Sicht kein „Brauch“ an dem ich festhalten will, weil ich eben anders (und ich meine auch besser) sozialisiert worden bin. So macht es mir eben auch nichts aus auf weitere Freiheiten, wie den Gebrauch des Wortes Negerkuss z.B. zu verzichten, wenn sich dadurch jemand anderes besser fühlt. Ach ich verrückter SJW schon wieder. 😀

  4. Ist das zielführend genau da weiter zu machen, was Du an anderer Stelle kritisierst? Forderst Du damit nicht diejenigen heraus?
    Ich finde es okay die Dinge anzusprechen in denen man wahrscheinlich selbst mit strukturellem oder Alltagsrassismus in Kontakt kam, um ihn sichtbar zu machen und daraus zu lernen. Die Nachbearbeitung und damit die (in zukunft-wirkende) Leugnung des eigentlich Passierten stört mich allein schon aus Sicht des Verantwortungsbewusstseins.

  5. Ganz ruhig steve, dat kommt noch. Andererseits frage ich mich ob die ganzen sjw, alte deutsche punk bands höhren. Ich persönnlich sehe immer nur das amerikanische/englische medien zensiert werden.
    Nebenbei: ich halte nicht viel von der ganzen zensur. Zumindenst nicht bei solchen kleinen dingen wie das in der letzten zeit passiert

  6. Meine erste Vermutung warum man darüber nicht redet aber über das Coburg Wappen ist schlicht die Relevanz. Kein Schwein interessiert dieses Lied heute noch und ich würde jetzt mal die Theorie aufstellen die Hosen würden es heute nichtmehr aufführen.
    Das Wappen von Coburg (als dein Beispiel) hat heute noch eine grosse Relevanz weil es die Stadt noch gibt, das Wappen wird bestimmt zahlreich in der Stadt sichtbar sein und somit präsent. Das Hosenlied ist nichtmehr präsent.

  7. Du machst da einen guten Punkt und beleuchtest darin mMn eine der größten Fehler der SJW Bewegung. Die selektive Wahrnehmung wenn es um das Anwenden ihrer Prinzipien geht.

    Eigentlich müssten die Toten Hosen auch zensiert werden, oder zumindest müsste es eine Content Warnung bzw. einen Hinweis geben.
    Grundsätzlich sollte man solchen Kontent im Kontext der Zeit sehen. Das heißt aber nicht, dass er nicht beschnitten/verändert/gesperrt werden kann.
    Es reicht glaube ich nicht ganz so weit aber die Frage ist für mich. Wie würden wir mit Medien/Filmen aus der NS Zeit umgehen? Ich glaube ich fände es richtig zu zugänglich zu lassen, aber nicht wie sie Ursprünglich gedacht sondern quasi als eine art kommentierte Version mit Hinweisen, dass der Inhalt einer anderen Zeit entspringt oder so etwas.

  8. Den SjW braucht man nicht mit Logik kommen. Den meisten geht es um Aufmerksamkeit, nicht um die Sache an sich. Im Gegenteil, deine Logik wird höchstens gegen dich verwendet, den du bist ja damit ultimativ gegen ihre Argumentation. Ist wie bei den Flat Earthers, Impfgegnern und 9/11 Verschwörern.

    Irgendwann kauf ich mir ne Insel und mach meinen eigenen Staat auf. Mit Blackjack und Freibier.

  9. Jetzt wird’s lächerlich. Gibt’s auf Twitter nicht mehr genug Tweets mit 100 Upvotes, die zeigen, dass eine bösartige Übermacht gefährlicher SJWs uns unsere Kunst wegnehmen will? Muss man sich jetzt Kontroversen komplett ausdenken, über die man sich aufregen kann?

      • Ehrlich gesagt habe ich schon oft das Gefühl, dass die Reichweite der Aufregung über „SJW“ oft größer ist als die Reichweite der aufgeregten „SJWs“ selber. Hier auf diesem Blog sehe ich, dass dies der fünfte Post seit Sonntag ist, der sich mit Themen dieser Art beschäftigt, und gerade mal zwei davon (der mit den Simpsons und dem Collegehumorsketch) betrifft etwas direkt, über das ich auf dem Blog hier vorher schon mal gelesen habe. Unabhängig davon, wie groß jetzt die Aufregung hier ist, glaube ich nicht, dass viele Leute hier vor den entsprechenden Posts gewusst haben, dass es einen John Wayne-Flughafen gibt oder was „Paw Patrol“ überhaupt genau ist. Das hier mit den Toten Hosen kennen vielleicht mehr (ich weiß es nicht, ich mochte die Toten Hosen noch nie).

        Ich werfe dir nicht vor, dass du dich künstlich aufregst, Steve. Anderen hier schon (besonders denen, die die Rückkehr des Faschismus sehen, wenn vielleicht eventuell ein Flughafen umbenannt werden könnte). Abgesehen davon, selbst wenn ich das würde: Es ist dein Blog und nicht meiner. Ich habe aber ehrlich gesagt schon das Gefühl, auch wenn ich die Comments hier lese, dass solche Sachen hier schon ziemlich überbewertet werden.

  10. Selbstverständlich entscheiden die SJQ was Rassistisch ist und weg muss, bzw. was rassistisch ist und bleiben darf.
    Schließlich fordert kein Linker das die Statuen von Marx entfernt werden müssen.
    Und der war auch mal ein extremer Rassist.Aber er war halt Links. Und damit wieder gut. Das entschuldigt dann komplett das er ein Rassist war.

    • Der Vorwurf, Marx sei Rassist und Antisemit gewesen, kommt alle paar Jahre, meistens von rechts der Mitte, weil Kommunismus ja viel böser als Nationalsozialismus ist, wobei ich diesen ideologischen Schwanzvergleich nicht ganz nachvollziehen kann.
      Im Grunde deutet aber nicht darauf hin, dass Marx rassistischer war als der Durchschnittsdeutsche der damaligen Zeit. Aus Marx Kritik am Judentum – die sich in seine generelle Ablehnung von Religion eingliedert – wird häufig Antisemitismus konstruiert. Er spricht aber, anders als zB die Nazis den Juden nicht ihre Menschenwürde ab, sondern sieht sie als Unterdrückte ihrer eigenen Religion, so wie er es bei den Christen auch tat.

  11. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass die seit einigen Jahren „lautstarken (Online) Linken“, auch als SJWler betitelt, gar keine Veränderungen anstreben. Es geht jenen viel mehr einzig allein um eine Art Machtausübung, jedoch nur zu eigenen Gunsten, um das Gefühl einer gewissen Ohnmacht und Langeweile zu unterdrücken.
    Das Ganze ergibt sich daraus, dass von Thema zu Thema von diesen Gruppierungen gesprungen wird und man gleichzeitig sehr gezielt die „Opfer“ auswählt. Vor einigen Jahren ging es um Homophobie, bis das Thema ausgelaugt war, dann um unterdrückte Frauen, jetzt sind PoC (wobei in meinen Augen nicht wirklich, da man sich primär einzig allein auf die Hautfarbe „Schwarz“ konzentriert und amerikanische Ureinwohner, Asiaten etc. dabei hinten runterfallen) das Thema.

    All dem gemein ist jedoch: die Situation dieser Menschen, für die man sich vermeintlich „einsetzt“, hat sich bisher nicht wirklich verbessert, die SJW Gruppen sind jedoch weitergezogen.
    Dabei wird gleichzeitig viel „verbrannte Erde“ hinterlassen. Schöne Beispiele sind momentan das Niederreißen von Statuen, überhastete Veränderungen in der Medienlandschaft etc.
    Wird dabei jedoch die Situation derer, für die man sich „einsetzt“, langfristig verbessert? Wenn man sich das Filmgewerbe als historisches Vorbild und Beispiel nimmt, dann nein. Selbst nach über 30 Jahren „New Black Cinema“ spielen solche Produktionen weiterhin selbst innerhalb der afro-amerikanischen Gesellschaft eine eher „kleine“ Rolle und haben in Relation zur Menge an weißen Schauspielern aus Hollywood doch eher wenigen schwarzen Schauspielern zum Erfolg verholfen (jene sind dann auch lieber in typischen Hollywood Produktionen aufgetreten).

    Ich denke eher, dass die momentane Bewegung mehr Schaden als Nutzen bringen wird, bedingt durch die Art und Weise, wie versucht wird „Veränderung“ herbei zu führen. Wie bereits gesagt: in ein paar Wochen oder Monaten wird das Thema für alle gegessen sein, aber die Statuen sind eingerissen, be- und geliebte Sprecher in Filmen/Spielen abgesprungen etc., ohne dass gleichzeitig sich wirklich etwas für PoC getan haben wird. Man wird zum „Alltag“ zurückkehren und sich fragen, was ganze denn sollte. Man wird „Schuldige“ suchen, um den Frust abzubauen und sich dann gegen entsprechende Menschen, Firmen, Gruppierungen wenden.

    Wirkliches Interesse an Veränderungen besteht daher nur bei den wenigsten, habe ich auch im Studium selbst vor Jahren gemerkt. Der Mehrheit war es wichtiger, dass man in den Arbeiten richtig gendert, aber eine Verbesserung für divers orientierte Mitstudenten auf dem Campus oder im Studium? Fehlanzeige.
    Irgendwo „verständlich“ und gleichzeitig schlimm, wenn entsprechende Studenten asiatischen Mitstudentinnen trotz derer Ablehnung unnötig nahe kommen wollen. Da entsprechend gegen vorzugehen erschüttert diese Studenten dann doch zu sehr in ihrem eigenen „liberalen“ Selbstbildnis und dass muss dann auf Teufel komm raus auf anderen Wegen erhalten bleiben (und dann sind plötzlich in den Augen jener Stundenten die, die Sexismus auf dem Campus allgemein und im Besonderen gegenüber Austauschstudenten unterbinden wollen, die Sexisten, da wird dann alles verdreht und teils umfangreiche Lügengeschichten gesponnen) .

    Daher zu: „Oder entscheiden hier mal wieder die SJW, wo die Grenze gezogen wird?“
    Ja, die SJW Fraktion bestimmt wo die Grenze gezogen wird und gegen wen man sich richtet, selbst wenn man sich dabei widerspricht. Es existiert halt bei den wenigsten ein wirklich tiefergehendes Interessen an diesen Themen, die sie vermeintlich vertreten. Und noch weniger ein Interessen an wirklicher Veränderung und/oder Aufklärung.

  12. Oder es ist einfach noch keinem aufgefallen, weil es keinerlei systematische Suche nach irgendwas gibt. Es ist reiner Zufall. Noch mehr Zufall ist dann, zu welchem Thema sich jemand findet, der eine Petition erstellt. Und dann braucht man auch noch jemanden, der diese Petition als Angriff auf die Freiheit wertet und unnötig ausbauscht als stünde mal wieder das Ende des Abendlandes bevor.

  13. In den Pipi Langstumpf Büchern werden Schwarze als „Neger“ beschrieben.
    War Astrid Lindgren rassistisch? Wohl kaum, aber in den 40er Jahren als die Bücher geschrieben wurden, war das die normale Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe.
    Genauso wie in den 50er Jahren Dr. Oetker absolut sexistische Werbung machte, weil es damals normal war, dass die Frau „nur“ kochen, putzen und gut aussehen muss.
    Es ist gut, dass sich unsere Kultur weiter entwickelt und man Dinge aus der Vergangenheit als falsch betrachtet. Aber deswegen ist nicht alles alte böse, man muss vielleicht nur heutzutage zusätzlich erwähnen, dass es nicht mehr angemessen ist. Also zum Beispiel, wenn man seinen Kindern Pipi Langstrumpf vorliest, dass man ihnen erklärt, dass „Negerkönig“ nicht mehr angemessen und diskriminierend ist.

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