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Trotz anhaltender Corona-Pandemie sind im Freistaat ab 18. Juli Volksfeste wieder erlaubt. Und: In den Fußball-Ligen sollen ab September auch wieder Fans zugelassen werden […] Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) informierte am Dienstag in Dresden, dass man plant, ab 1. September wieder mehr als 1000 Besucher zu Großveranstaltungen zuzulassen. Eine Obergrenze gebe es nicht, allerdings müsse eine mögliche Kontaktverfolgung sichergestellt werden. (Via)

Bescheuert – mehr kann man dazu wohl nicht sagen. Ich bleibe dabei: Es ist nicht die Frage ob, sondern nur wann die zweite Welle auch bei uns anrollt. In Brasilien und in den USA kämpfen sie noch mit der Pandemie und haben jeden Tag neue Rekordzahlen in Sachen Neuinfektionen. In Südkorea und Isreal, die Corona schon komplett im Griff hatten, rollt aktuell die zweite Welle los. Und was machen wir? Anstatt glücklich zu sein, dass wir so glimpflich davongekommen sind, tun wir so, als gäbe es die Pandemie nicht mehr und können/wollen nicht mal mehr einfachste Hygieneregeln einhalten. Es kotzt nur noch an!



20 KOMMENTARE

  1. Bei den ganzen Feiern die letzten Tage die man wegen Fußball gesehen hat, hat sich auch keine Sau mehr um Abstandsregeln geschert.. da können se auch die Stadien wieder auf machen, dann ist vielleicht der dicke Egon der sonst daheim seine Frau nur anbrüllt aus Frust etwas umgänglicher, wenn er wieder im Stadion sich die Seele ausm Leib brüllen kann und seine Sitznachbarn mit Bier überschütten kann…

  2. Wo ist das Problem? Welcher Bundesliga Club kommt denn aus Sachsen? Genau RB Leipzig, zum Testen eigentlich der beste Verein 😉 .

  3. Über Sinn und Unsinn kann man hier nur schwer streiten. Einen Impfstoff wird es erstmal nicht geben, will man jetzt alles die nächsten Jahre einschränken und alles absagen? Das wird nicht funktionieren und das wissen auch die Politiker! Ich glaube aus einer guten Situation heraus lässt sich einfach darüber herziehen, aber einmal kurz in andere Menschen hineinversetzen und die Sache sieht schon anders aus. Ich kann verstehen das es manchen langsam auf dem Sack geht… und ich komme aus einer denkbar top Situation (100% HO möglich, top Arbeitsplatz zu Hause, große Wohnung usw usw) Aber ich kann die anderen Menschen schon verstehen und da bringt es nichts, tausendmal zu sagen das es einen ankotzt, die Maßnahmen werden gelockert werden es kann oder wird eine zweite Welle geben, aber dagegen kann man nichts machen!

    Es gibt keinen besseren/anderen Weg!

    • „Ich glaube aus einer guten Situation heraus lässt sich einfach darüber herziehen, aber einmal kurz in andere Menschen hineinversetzen und die Sache sieht schon anders aus.“

      Wie sieht denn eine „gute Situation“ aus, in der man empathielos über die Leute herziehen kann, die ganz furchtbar schlimm darunter leiden, nicht ins Fußballstadion zu dürfen?
      Das Ding ist doch: JEDEN kotzen die Maßnahmen an. Mich auch. Ich gehe seit Beginn der Krise ganz normal arbeiten, und das Arbeiten mit Mundschutz und Social Distancing ist jetzt nicht unbedingt superspaßig. Aber: Die Maßnahmen sind nun mal sinnvoll. Es lässt sich durch so wenig (Masken, Abstand, keine Großveranstaltungen) so viel erreichen. Ich verstehe nicht, was an diesen Dingen für irgendjemanden überfordernd sein soll. Wenn man kleine Kinder zuhause hat, ist die Zeit sehr schwierig, das verstehe ich schon. Die Frage nach Großveranstaltungen hat damit jedoch nichts zu tun.

    • 1. Doch, es wird einen Virus geben. Vermutlich irgendwann nächstes Jahr. Von mehreren Jahren kann also keine Rede sein.
      2. Großveranstaltungen sind der Faktor, der am stärksten für eine Ausbreitung des Virus sorgt. 80% der Neuinfektionen gehen auf 10% der Infizierten zurück, eben wegen diesen Großveranstaltungen. R0 war ursprünglich über 3 und ist jetzt um 1 herum. Der größte Teil dieser Reduktion ist auf das Verbot von Großveranstaltungen zurückzuführen.

      Ja, ich gehe auch gerne in Clubs tanzen, ich mache auch gerne LARP und wäre dieses Jahr auch gern auf ein Festival gegangen, aber kann man nicht mal die Grunddisziplin haben, EIN FUCKING JAHR auf Großveranstaltungen zu verzichten, um tausende Tote, einen völligen Zusammenbruch der Wirtschaft und Massenarbeitslosigkeit im Falle einer zweiten Welle mit dazugehörigem Lockdown zu verhindern? In was für einer dekadenten Gesellschaft leben wir eigentlich, dass das so schwer ist?

  4. Völlig hirnrissig, gilt doch gerade der Verzicht auf Großveranstaltungen als eine der Maßnahmen, die die beste Evidenz dafür haben, Neuinfektionen zu verhindern.

    Ich las gestern zwei Artikel nebeneinander auf tagesschau.de, der erste:
    „Bundesländer erwägen Abschaffung der Maskenpflicht“, der zweite: „Zweite Welle erfasst Spanien“. Es schockiert mich zunehmend, dass immer weniger Leute den Zusammenhang zwischen dieser Art Nachrichten wahrhaben wollen.

    • Ja, aber die Masken sind „Konsum-Killer“! Da muss man den Einzelhandel schonmal unterstützen. Gerade Supermärkte haben ja massiv unter Corona gelitten.
      Außerdem hat uns AfD-Oberhansel Tim nicht-Gauland erklärt, dass der medizinische Nutzen von Masken doch sehr strittig ist. Da sollte man auch einfach mal auf echte Experten hören.

    • Es ist halt nur eine Frage der Zeit, bis Leute von sozial zu asozial mutieren, weil diese Masken ach so stark in ihre Grundrechte eingreifen. Schade der Virus nicht selektiv ist in dieser Hinsicht und diese ganzen Assis dahin rafft.

  5. Da viele Infizierte es eh nicht merken und spätestens im Herbst / Winter mit der Grippewelle die nächste Welle zum Vorschein kommt, weil alle mit Erkältung beim Arzt gleich auch darauf getestet werden, macht sowas jetzt auch keinen Unterschied mehr.
    Außerdem muss den Leuten Beschäftigung gegeben werden, sonst passiert das gleiche wie in den USA (ist es ja eigentlich in Stuttgart schon). Bücher lesen oder Freizeit sinnvoll nutzen können nur noch die wenigsten.

  6. Bild! Ehrlich? ok.
    „Sachsen erlaubt Bundesliga mit Publikum“
    „Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) informierte am Dienstag in Dresden, dass man plant, ab 1. September wieder mehr als 1000 Besucher zu Großveranstaltungen zuzulassen.“

    Bei Bild steht halt wie immer das das jetzt so ist.

    Andere Quellen
    https://www.n-tv.de/regionales/sachsen/Weitere-Lockerungen-Maskenpflicht-bleibt-Fussball-mit-Fans-article21895781.html
    https://www.saechsische.de/corona-sachsen-ticker-dresden-nachrichten-maskenpflicht-urlaub-ferien-welle-infektionszahl-5176217.html

    „Laut Köpping seien aber mehr als 1000 Personen zulässig. Beschlossene Sache ist das allerdings noch nicht. Die sächsische Regierung hatte am Dienstag über die neue Corona-Schutzverordnung diskutiert, die vom 18. Juli bis Ende August gelten soll. Der Entwurf soll nun erst einmal in die Anhörung.“
    __
    Beschlossene Sache ist das allerdings noch nicht und Corona-Schutzverordnung bis Ende August.
    Ist also der wirkliche Standpunkt.

    Bis dahin kann sich noch viel ändern, fast 2 Monate, sollten es die zahlen zulassen, bis dahin, kann man zumindest Vorbereitungen treffen, immer noch besser als bei Schulen, die man einfach mal so auf gemacht hat von einen Tag auf den anderen.

    • Ist halt auch die Frage, was mit mehr als 1000 gemeint ist. Das kann ja 2000 heißen, kann aber auch heißen, wir machen die Stadien voll und da ist dann doch ein ziemlicher Unterschied. Wäre auch interessant, ob es überhaupt möglich ist, dass sich das Virus auf ein ganzes Fußballstadion verbreitet. Selbst in Bayern sind ja mittlerweile Privatpartys mit bis zu 100 (Drinnen) bzw. 200 (im Freien) Teilnehmern wieder erlaubt, da könnten sich natürlich auch einige Menschen anstecken. Außerhalb der Hotspots ist das Infektionsgeschehen aber halt mittlerweile fast zum Erliegen gekommen. Ich meine, im Kopf zu haben, dass mittlerweile 99 Prozent der Coronatests negativ ausfallen.

      • „Ich meine, im Kopf zu haben, dass mittlerweile 99 Prozent der Coronatests negativ ausfallen.“

        Das ist korrekt (siehe aktuelles Epidemiologisches Bulletin des RKI), aber bedenke, dass die Testkapazitäten für asymptomatische Patienten massiv erweitert wurden und dass es inzwischen Screenings für alle Patienten gibt, die in Krankenhäuser aufgenommen werden. Die Zahlen lassen sich also nicht ohne weiteres mit denen aus der frühen Pandemie vergleichen.

      • Wie Sie schon in ihren Beitrage geschrieben habe und auch ich, sind noch 2 Monate Zeit.

        Wie viele es dann also sind, weiß bis jetzt keiner, von mir aus können die auch 2.000/ 4.000 oder was weiß ich rein lassen. Hab eben mal gegooglet in RB Leipzig Stadion Passen 40.000 rein, das ding ist dann also immer noch „leer“.

        Durch die Kontaktdaten/Tickets sind alle Personen Nachverfolgbar, das ist mir 1.000 mal lieber, als so eine Idioten Demo mit +5.000, +10.000 Teilnehmer wo keiner weiß wer wer ist und das findet zur zeit alle Paar Tage start.

        Das ist auch ein Grund warum große Privatpartys wieder erlaubt sind, weil man da einfach die Personen kennt und eine Kontaktnachverfolgung möglich ist.
        Darauf kommt es nun mal an, Kontaktnachverfolgung, das einer der gründe warum Deutschland so gut da steht.

        Und ja 99,2% sind zur Zeit negativ, von allen Coronatests, kann man immer im Mittwoch bericht vom RKI nachlesen.

        Zu aktuellen Zeitpunkt kann ich mir das für Sachsen sogar vorstellen.
        Die Letzten 7 Tage, 11 Personen Positiv und zur zeit 35 erkrankt in ganz Sachsen
        Als vergleich, NRW in den letzten 7 Tagen 959 Personen Positiv und 2.600 erkrankt, davon rund 1.600 von Tönnies.

        Aber vorsichtig und vor allen Überwachen muss man dann die Nummer genug. Denn wie schnell sich das Blatt wendet ist nun mal bekannt und ich rede jetzt nicht von Israel.

        In Österreich hatte man die ganze Zeit rund 25 neue Fälle Täglich und jetzt nach noch mehr Lockerungen und wegfallen der MNB durchschnittlich 90 neue Fälle täglich, deswegen haben Sie heute auch in Oberösterreich umgehen und ohne Verzug die Maskenpflicht wieder eingeführt.

  7. Das sind genau die Regelungen,die mMn nicht in die Hand der einzelnen Länder gehört, sondern eine gesamtheitliche Linie verfolgen sollten. Diese Einzelentscheidungen lassen den Druck auf einzelne Landesregierungen immens steigen, die eigentlich eine konservative Gesundheitpolitik durchziehen wollen. So werden Stück für Stück immer weitere Lebensbereiche „erobert“ mit ungewissem Ausgang.

    Ich halte den Föderalismus in dem Fall, wie auch im Fall der Bildung, für sehr schädlich und gefährlich für das soziale Gefüge im Land. Wie soll man das dem gemeinen Bürger verklickern, dass Udo in 20 km Entfernung was darf, was bei ihm verboten ist… Und irgendwann wundern sie sich, wieso die Bürger die Einschränkungen nicht mehr ernst nehmen oder gar nicht mehr auseinander halten können, wo noch was erlaubt ist und was nicht…

    • Sehe ich ähnlich. Es geht ja nicht nur darum, welches Risiko die Sachsen selbst eingehen wollen. Damit holen sie sich ja auch Leute aus anderen Bundesländern dazu. Meiner Meinung nach müsste die Konsequenz der anderen Bundesländer ein Einreiseverbot nach Sachsen sowie in alle Bundesländer, die sich dem Einreiseverbot nicht anschließen, sein.

      • Letzteres natürlich nur, damit niemand sagt „Ich fahr in Bundesland xy“, um dann von da aus nach Sachsen zu fahren.

  8. Naja, es sind noch fast 2 Monate, in der Zeit kann viel passieren. Wenn sich das Infektionsgeschehen bis dahin wieder verstärkt, kann man den Plan immer noch absagen. Außerdem hat man ja bei Tönnies gesehen, dass die Maßnahmen nach lokalen Ausbrüchen ganz gut greifen, denn seit einigen Tagen sinken die Infektionszahlen wieder.
    Es stellt sich halt immer noch die Frage, wie lange man manche Dinge verbieten kann, falls es keinen Impfstoff geben sollte. In dem Fall würden das Virus nämlich wahrscheinlich solange weitergehen, bis die Herdenimmunität auf natürlichem Weg erreicht ist. Selbst bei den neueren Schätzungen, die von diesem Status bereits bei einer Durchseuchung von ca. 50 Prozent statt 60-70 Prozent der Bevölkerung ausgehen, würde das bei der aktuellen Geschwindigkeit Jahrzehnte dauern.
    Ich glaube nicht, dass in der Bevölkerung die Bereitschaft herrscht, sich über einen so langen Zeitraum einzuschränken, bei einer Krankheit die für die Mehrheit glimpflich verläuft.

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