TEILEN

Das Verbotsdekret des US-Präsidenten Donald Trump gegen die chinesischen Eigner der Apps Tiktok und Wechat hat die Aktie des Wechat-Betreibers Tencent um zehn Prozent einbrechen lassen. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Marktwertverlust von über 45 Milliarden US-Dollar. (Via)

Damit ist es US-Bürger untersagt, Produkte und Dienstleistungen der beiden Unternehmen (Bytedance, Eigner von Tiktok und Tencent, Eigner von Wechat) zu verwenden. Anschließend fiel die Aktie von Tencent (nach Bekanntgabe des Dekrets) an der US-Börse um 10% – was umgerechnet 45 Milliarden US-Dollar sind. Tencent ist in China DER Mediengigant und ist neben WeChat auch ganz dick im Gaming-Bereich vertreten: Sie halten Anteile an Blizzard, EA, Epic Games und Riot Games (alle Anteile).

Man darf gespannt sein, wie sich dieser Verlust für die Firma auswirkt…



10 KOMMENTARE

  1. Ich finde es ehrlich gesagt gar nicht so schlecht. Ich kann es mir zum einen gut vorstellen, dass die chinesische Regierung Zugriff zu den Daten dieser Unternehmen hat oder zumindest die Möglichkeit besteht sich irgendwann der Daten zu bedienen wenn sie es für Notwendig halten. Die NSA in den USA haben auch versucht Zugriff auf so viele Daten wie möglich in allen möglichen Ländern für Überwachungszwecke zu bekommen und die chinesische Regierung nutzt Daten bereits im großen Stil um ihre eigene Bevölkerung praktisch lückenlos zu überwachen. In diesen chinesischen Apps also eine Gefahr für die innere Sicherheit zu sehen finde ich jedenfalls nicht komplett aus der Luft gegriffen.

    Zum anderen nutzt die chinesische Regierung doch auch ihre Macht aus um westlichen Konzernen Vorschriften zu machen damit sie Zugang zu ihrem Markt bekommen. Ich nehme da nur mal als Beispiel VW, die ein völlig unökonomisches Werk in Xinjiang bauen und sich da jetzt stillschweigend an einem Völkermord beteiligen müssen. Oder General Motors, die zu einem Technologietransfer mit dem chinesischem Autobauer SAIC Motors gezwungen werden.

    Klar diese Aktion von Trump kommt mit Sicherheit in erster Linie nur weil er irgendeinen „great Deal“ darin sieht oder was auch immer. Trotzdem finde ich es ist ein Problem, wenn chinesische Firmen in der westlichen Marktwirtschaft wachsen können wie sie möchten, um dann hier auf große Einkaufstour zu gehen (siehe Tencent). Währenddessen sieht es auf der anderen Seite der Welt für westliche Firmen völlig anders aus. Freier Handel funktioniert nun mal nur mit fairen Regeln und Standards auf beiden Seiten und was China angeht wird es mit Sicherheit nie dazu kommen.

    P.S. Nicht das es jetzt wirklich fair zwischen Europa und den USA ablaufen würden, aber in diesem Post ging es ja jetzt speziell um chinesische Unternehmen.

  2. Für die Firma selbst sollte sich der Verlust wenig bis gar nicht auswirken. Für die Aktionäre bedeutet es hingegen, dass sie erstmal Geld verloren haben (wenn auch noch nicht realisiert).

  3. Unglaublich, was sich die USA unter Trump erlauben. Konkurrenz wird entweder erpresst (zB Nordstream Pipeline) oder direkt sanktioniert, wie hier Tencent, damit Microsoft Tiktok übernehmen kann.
    Und die meisten Länder und Firmen lassen sich das auch noch gefallen. Haben Angst vor den USA und tun alles, was sie von ihnen verlangen. Die USA nutzen hier ihre Vormachtstellung schamlos aus, um andere Länder und Firmen klein zu halten oder ihnen gefügig zu machen.
    Das ist wohl die Kehrseite der Globalisierung, bzw die Kehrseite der Abhängigkeit der westlichen Länder von den USA. #noballs

    • Ich bin der größte Chinaverteidiger in diesem Blog aber diesmal hat Trump recht. Es muss eine digitale Verteidigungslinie gezogen werden sonst hat China in 5 Jahren das Netz komplett in der Hand, die Hälfte aller Filmstudios haben Sie ja schon. Die bigplayer im Gamesbereich zum Teil auch. Meine größte Hoffnung ist das die USA eine digitale Öffnung des chinesischen Digitalmarktes erzwingen. Denn verbote und den Zwang unter Chinesicher Firma zu laufen das macht China seit Jahren. Hier bekommen sie zum ersten Mal ein Echo zu spüren. Gut so!

  4. Kann man mit sowas in den USA nicht böse auf die Schnauze fliegen? Klar, PATRIOT Act gibt dem Präsidenten faktisch diktatorische Vollmacht, solange man nur in einem Nebensatz was von nationaler Sicherheit faselt, aber können Firmen nicht ordentlichen Schadensersatz rausklagen, wenn ein Gesetz ihnen wirtschaftlich auf die Pelle rückt? Gerade das Thema der Schiedsgerichte war ja, was ACTA zu Fall gebracht hat.

      • War das nicht genau der Punkt? Das in den USA Schiedsgerichte eingreifen, wenn der Staat nur potenziell (etwa durch Verbraucherschutzmaßnahmen) das Wachstum eines Unternehmens behindern könnte? Denke mal ein generelles Verbot ist ein ziemlicher Wachstumsblocker…zumal es in diesem speziellen Fall ja auch den Geruch von „Börsenmanipulation“ hat um den Preis zu drücken.
        Oder bezog sich die Nachfrage auf den Patriot-Act und die diktatorischen Vollmachten? Da muss ich mich natürlich teilweise korrigieren – die Vollmachten hat nicht der Präsident, sondern der Staat ansich, etwa durch die Border Patrol. Aber ob das jetzt den größten Unterschied macht…

        • Schiedsgerichte für Potentielle Verluste durch „unfaire“ Gesetzgebung, das sind Klauseln aus Freihandelsabkommen wie TTIP, bin mir nicht 100% sicher, aber USA und China haben untereinander kein solches Abkommen. (Und am Rande, Deutschland ist ein ganz großer Verfechter solcher Klauseln bei eigenen Abkommen solcher Art).

          Durch Aktionen den Preis nach unten zu drücken, damit ein späterer Kauf (über Aktien) billiger wird (order allgemein, das man einen Vorteil dadurch erzielt), ist normalerweise eine Straftat, eg Börden/Marktmanipulation.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here