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Ein geplantes Konzert in Düsseldorf mit 13.000 Menschen sorgt weiterhin für Diskussionen. Nun hat sich Sarah Connor zu Wort gemeldet. Die Sängerin teilt ihre Sorgen als vierfache Mutter – aber auch als Künstlerin. (Via)

Auf Instagram schreibt sie, es ginge ihr ja eigentlich nur um die vielen Mitarbeiter, die an einem solchen Konzert beteiligt seien und die aufgrund der Corona-Pandemie nicht arbeiten könnten. Wenn dem so ist, kann sie ja ihre eigenen Einnahmen auch diesen Menschen spenden, oder? Ich bin ehrlich gesagt nicht so ganz sicher, ob ich ihr die Sache abkaufe. Was meint Ihr dazu?

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Hallo Ihr Lieben. Ich höre Euch. Und ich verstehe alle Bedenken und Einwände zu dem ersten grossen geplanten Konzert in der „neuen Zeit“. Ich habe vier Kinder, eines davon könnte man als besonders „gefährdet“ einstufen. Auch wir erwarten mit Spannung den Schulbeginn. Auch meine Kinder müssen in der Schule Masken tragen. Seid gewiss, ich gehe auf keinen Fall leichtsinnig mit der Situation um. Aber: auch meine Branche hat in den letzten Monaten extrem gelitten. Auch ich habe viele Freunde und Kollegen deren Existenzen mittlerweile bedroht sind. Ich allein beschäftige über‘s Jahr um die 150 Menschen, denen im März von heute auf Morgen sämtliche Einnahmen weggebrochen sind. Musiker, Tontechniker, Bühnenbauer, Backliner, Bus-und Truckfahrer, Securityleute, Lichtdesigner, Videooperator und viele mehr, die z.T. keine grossen Gewerbe haben, sondern Selbständige sind. Familienväter- und Mütter. Fleissige Menschen, die seit März ohne Arbeit und vor Allem ohne jegliche Einkünfte sind. Die keine Perspektive haben, keine Lobby. Die brav ihre Steuern zahlen, aber nun seit Monaten ignoriert werden. Für die niemand kämpft, weil ständig gesagt wird, ihre Arbeit sei nicht systemrelevant. Wir reden über insgesamt 150.000 Arbeitsplätze alleine in Deutschland‼️ Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass dieses Virus verschwindet und alles wieder „normal“ wird. Aber das wird es nicht. Noch lange nicht. Also müssen wir Konzepte entwickeln wie es in der „neuen Zeit“ machbar wird, ein Konzert zu besuchen; indem wir die richtigen Sicherheitsvorkehrungen treffen und uns an alle Angaben und Maßnahmen halten. Nach meinen Informationen, sonst hätte ich niemals zugestimmt, ist das geplante Konzert vorsichtig durchdacht und eng mit den Behörden erarbeitet und abgestimmt worden. Ich bin selbst gespannt, ob und wie es stattfindet. Aber wenn, dann bin ich dabei. Alles andere kann ich meinen Leuten gegenüber nicht verantworten. Wir sind dankbar für den Versuch, unserer Branche wieder ein wenig Hoffnung zu geben. Viele Menschen warten darauf. Ich rede nicht von “Party machen”, sondern von JOBS. Von 150.000 Arbeitsplätzen! Ja es geht um Leben, aber auf beiden Seiten der Argumentation!!! Sarah

Ein Beitrag geteilt von Sarah Connor (@sarahconnor) am



13 KOMMENTARE

  1. Die Diskussionen werden immer irrer.

    Auf der einen Seite weiß niemand wie man einen geregelten Betrieb von Schulen, Kindergärten und Kitas gewährleisten soll.

    Auf der anderen Seite soll es Großveranstaltungen mit Zuschauern wie dieses Konzert oder Fußballspiele geben.

    Ich habe es schon mehrfach geschrieben: diese Gesellschaft muss sich entscheiden was ihr wichtiger ist. Offenbar ist Bildung ja weniger wichtig als Parteeeeeeeey!

  2. Ich frag mich eher , was ist mit kleinen Bands ? Oder Künstlern.
    Wenn schon Ausnahmen gemacht werden können , was ich eigentlich für fahrlässig halte, warum dann nicht lieber für die , die wirklich maximal vlt 1000 2000 Leuten spielen würden.

    • derartige Ausnahmen bzw. Konzerte gibt es bereits. Es ist nicht so, dass da draußen aktuell kein Künstler auftreten kann.

      Ist halt immer abhängig vom Vorhaben/Location.

  3. Wenn man sich aufregen möchte, dann sollte man sein Energie in Richtung liveNation respektive Marek Lieberberg richten, das ist nämlich der Veranstalter.

    Ich silbst bin (zum Glück!) festangestellter Veranstaltungstechniker an einem Theater. Derzeit haben wir unsere „Bühne“ auf OpenAir auf einem entsprechendem Outdoor Gelände aufgestellt. So kann der Chef wenigstens Rechnungen bezahlen und die Schauspieler stehen nicht komplett auf der Straße.

    Derzeit mag das, gutem Wetter sei Dank, noch gehen. Aber wie die Wintersaison werden soll, steht derzeit noch in den Sternen.
    Normalerweise kommen im Winter diverse Schulen zu uns (6 Wochen Spielzeit, 2 Vorstellungen täglich). Allerdings kann uns keiner sagen, ob wir dies diesen Winter durchführen dürfen. Nach aktueller Regelung können anstatt der 150 Personen im großen Saal nur knapp 40 sitzen. Das es sich hierbei finanziell nicht lohnen kann zu spielen, sollte jedem klar sein.

    AKtuell dürfen ja die Schüler wieder klassenweise in voller Besetzung im Unterricht sitzen. Bei uns im Saal dürfen sie das dann aber komischerweise nicht. Stadt und Land schieben sich gegenseitig die „Frag die anderen“ Karte zu. Keiner kann bzw. will einem Auskunft geben.

    Aber um nochmal auf Miss Connor zurück zu kommen:
    Ich würde an ihrer Stelle auch eher für mehrere kleine Konzerte votieren. Das würde den vor Ort Arbeitenden auch mehr helfen, da sie mehrere Abende Beschäftigung hätten. Sowas will aber der Veranstalter nicht, weil das sich wiederum nicht rentiert. Ein Teufelskreis…

    • Stellt sich nicht bei Euch niemand die Frage, wie man vllt auch diese Veranstaltungen streamen kann und so ans Publikum bringt? Die Auftritte wären genauso Live mit dem gesamten Personal und ihr würdet evtl auch eine neue Zielgruppe erreichen, die aus welchen Gründen auch immer Scheu hat oder denen es schlicht nicht möglich ist ins Theater zu gehen. Das mag sich evtl wie eine Probe anfühlen und ungewohnt sein, aber es ist zumindest ne Chance zu überleben und könnte auch wegweisend für die Zukunft sein, wenn das gut ankommt.

  4. Das ist die perfekte Welle das ist der perfekte Tag.
    Lass dich einfach infizieren denk am besten gar nicht nach.
    Das ist die perfekte Welle…

  5. Großveranstaltungen?
    In Düsseldorf, also NRW, zur Zeit das Bundesland mit den höchsten Zahl in ganz Deutschland. 👍
    NRW hat zur zeit 12,1 Fälle/100.000 Einw. in den Letzten 7 Tagen.
    Der Durchschnitt in Deutschland liegt zur Zeit bei 6,4 Fälle/100.000 Einw. in den Letzten 7 Tagen.

    Wenn man Großveranstaltungen zulässt ist alles egal, dann kann man die Maßnahmen eigentlich sofort beenden.
    ___
    Corona Virus Gefällt das. 🤣🙃😂

  6. Ihr geht es also um Jobs. Aber wenn sich bei solchen Konzerten tausende anstecken und im schlimmsten Fall das ganze Land wieder in einen Lockdown muss, dann sind 150.000 Jobs in der Veranstaltungsbranche einen scheiß gegen die wirtschaftlichen Folgen.

    Klar ist das mies für diese Menschen, aber ich halte Konzerte genauso verzichtbar und überflüssig wie Zuschauer bei Fußballspielen, um die derzeitige wirtschaftliche Erholung nicht zu gefährden.

  7. Als Veranstaltungstechniker, der seit Anfang des Lockdowns nicht mehr richtig arbeiten kann, wünsche ich mir schon sehr, dass es bald wieder mit Konzerten und Veranstaltungen losgehen kann/wird. Ich habe viele Kollegen, die mittlerweile in Handwerksfirmen als schlecht bezahlte Aushilfe jobben, weil es nun mal keine Jobs gibt.
    Mag sehr egoistisch klingen, aber ich find’s gut.

  8. Klar, dafür muss man natürlich auch eine Massenverstaltung planen. Wieso nicht 5 Konzerte mit 200 Teilnehmern und die Gage dann aufteilen. Oder wieso nicht einen Tributesong rausbringen und die Einnahmen daraus an die Mitarbeiter ausschütten? Ich denke mal, dann sind die eigenen Gewinne zu gering…

  9. Also ob die Dame das irgendwie aus „gutem Willen“ macht mal dahin gestellt.
    Aber sie macht richtige Aussagen! All die Leute aus der Konzertindustrie sind eigentlich komplett im Regen stehen gelassen! Seit 5 Monaten kein Job und keinerlei Aussicht auf irgendwas und der Staat stellt sich „stumm“!

    Wir haben hier eine lokale Konzerthalle, mit einem „extrovertiertem“ Chef, der da gerne informiert! Nächsten Monat finden da wieder Konzerte statt: Sitzplätze, schwer begrenzte Anzahl an Leuten etc. er meint, er verdient keinen Cent damit, verliert eher Geld, falls nicht genug große, gemeinsame „Gruppen“ kommen, die man zusammen setzen darf … Warum macht er das dann? Weil er muss! Nur wenn er was macht, bekommt er anscheinend vom Staat irgendeine unterstützung! Verrückte Welt!
    > https://colos-saal.de/latest-news/news-details/colos-saal-surreal-ab-september-wieder-konzerte.html

  10. Es ist halt irgendwie schwer nachzuvollziehen, wenn sich die „Normalos“ einschränken müssen, z.B. nicht mal Angehörige im Krankenhaus besuchen dürfen und wenn, dann nur von maximal einer Person, oder – eigenes Beispiel – man für Geburtstage in Restaurants nicht mit mehr als 10 Personen einen Tisch im Außenbereich reservieren kann, aber so ein Konzert möglich sein soll.
    Ich könnte mir halt auch vorstellen, dass das einen „Präzedenzfall“ schafft und dann im Herbst immer mehr Sänger oder auch Fußballvereine kommen, die dann vor 10.000+ Menschen auftreten/spielen wollen.
    Grundsätzlich denke ich zwar, dass man allmählich auch etwas größere Veranstaltungen wieder zulassen kann, gerade jetzt im Sommer, wo das Meiste eh im Freien stattfindet, aber bei 13.000 wird’s halt schon schwer mit der Nachverfolgung, zumal bei so einem Konzert auch mit Gästen aus dem ganzen Land zu rechnen ist. Mich würde es halt ziemlich ankotzen, wenn durch Großveranstaltungen das Infektionsgeschehen so verstärkt würde, dass z.B. wieder Kontaktbeschränkungen verhängt werden. Auf Konzerte o.Ä. kann ich problemlos eine Weile verzichten, solange ich mich im privaten mit meinen Freunden und Verwandten treffen darf. Mir haben die 4 Wochen schon gereicht, in denen ich – in Bayern – niemanden treffen durfte.
    Was die Glaubwürdigkeit von Sarah Connor angeht: Zumindest finanziell dürfte sie das Konzert eigentlich nicht nötig haben, die Dame ist seit fast 20 Jahren eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen und wird im Radio rauf und runter gespielt, genauso wie auf Spotify, sie sollte eigentlich genug Reserven haben.

  11. Ich verstehe nicht wieso alle Sarah Connor da ins Fadenkreuz nehmen, das ist ein Konzert Format mit mehreren Acts und als Headliner Bryan Adams, welcher nun mal deutlich größer ist.. Die gute wurde einfach nur gebucht von liveNation und gut ist.
    Zum Thema aber mal: Ich kann sie voll verstehen, es geht nicht um das hier und jetzt – jeder kann akzeptieren, dass wir gerade nicht diesen Lifestyle nachgehen können wir die letzten Jahre – aber gerade in der live Branche wird eine Lockerung doch gern auch totgeschwiegen. Man muss einfach StepByStep ein Konzept erprüfen und schauen ob es Funktioniert und genau das macht Herr Lieberberg mit diesen Format. Wie sollen große OpenAir Festivals mit 90.000+ Zuschauern nächsten Jahr funktionieren wenn wir nicht mal ein Konzept für 13.000 veranstalten und testen können? Da vom Lande keinerlei Einfall oder Konzept zur Sicherung der Branche kommt, muss man eben selbst ran und nach und nach aufstocken und zeigen/prüfen, ob es machbar ist – ich finde das sehr gut, mag das LineUp nicht, werde aber trotzdem hingehen um ein Zeichen zu setzen und das vorbildlich mit jeder Sicherheitsmaßnahme, die zum Schutz anderer gegeben ist.

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